Menü
Leipziger Volkszeitung | Ihre Zeitung aus Leipzig
Anmelden
Mitteldeutschland LVZ-Leser: Würden Sie geheime Ufo-Akten veröffentlichen, Herr Schulz?
Region Mitteldeutschland LVZ-Leser: Würden Sie geheime Ufo-Akten veröffentlichen, Herr Schulz?
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
14:02 09.08.2017
Vor der Abfahrt am LVZ-Medienhaus: Gleich geht’s für die Leipziger zur Bundesleserkonferenz nach Berlin.  Quelle: André Kempner
Leipzig/Berlin

Zur ersten Bundesleserkonferenz des RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND) – zu dem die LVZ gehört – waren am Montagnachmittag 120 Leser aus ganz Deutschland eingeladen, direkt mit Schulz zu diskutieren. Darunter auch Leser aus Leipzig.

Für sie begann die Fahrt am Verlagshaus am Peterssteinweg 19. Mit dem Bus ging es in Richtung Berlin, mitten ins politische Zentrum der Hauptstadt. „Wann ergibt sich schon einmal die Gelegenheit, Martin Schulz so nah zu kommen“, sagt Kevin Jochmann. Am Montagnachmittag hatte der Leipziger im Haus der Bundespressekonferenz selbst die Möglichkeit, um den Mann in Augenschein zu nehmen, der nach der Bundestagswahl am 24. September ein paar Hundert Meter entfernt ins Bundeskanzleramt einziehen will.

Staufrei und pünktlich endete die Hinfahrt am Schiffbauerdamm 40. Nach der Einlasskontrolle waren die Leipziger mit unter den ersten Gästen im Saal der Bundespressekonferenz und konnten so Plätze in den vorderen Reihen einnehmen.

Um möglichst viele Themen zu beleuchten, bat RND-Chefredakteur Wolfgang Büchner die Leser, ihre Fragen möglichst kurz zu stellen und Schulz möglichst kurz zu antworten. Nach Fragen zur privaten Krankenversicherung („Abschaffung schwierig“), zur Finanzierbarkeit der SPD-Wahlversprechen („solide durchgerechnet“) und zur Zukunft der Automobilindustrie („Schlüsselbranche“) stellte LVZ-Leser Robert Fleischer eine für alle Anwesenden überraschende Frage. Der 39-Jährige wollte wissen, warum Deutschland nicht wie andere 21 Länder ihre vormals geheimen Ufo-Akten veröffentlicht. Schulz: Er habe sich mit diesem Thema noch nicht befasst, wolle aber prüfen, warum diese Akten der Geheimhaltung unterliegen und, ob sie veröffentlicht werden könnten.

„Ich werde Kanzler der Bundesrepublik Deutschland

Der Leipziger Hans-Georg Beyer fragte den SPD-Vorsitzenden, ob er auch sein Programm umzusetzen versucht, wenn er nicht Kanzler werden würde und es wieder zu einer großen Koalition käme. Schulz: „Ich werde Kanzler der Bundesrepublik Deutschland.“ Merkel könne sich dann überlegen, Vize-Kanzlerin zu werden. Eine große Koalition strebe keiner an, ist sich Schulz sicher.

Walter Skoruppa wollte in Berlin erfahren, ob Martin Schulz an seinem großen Ziel Gerechtigkeit festhält. Nach über einer Stunde mit dem SPD-Chef resümiert der Rentner: „Der Auftritt war transparent und persönlich. Ich hätte dafür Verständnis gehabt, wenn er einige Fragen nicht beantwortet hätte“, sagt der 79-Jährige. Schulz habe gezeigt, dass er ehrlich ist und an seiner Linie festhält. Wenn er noch eine Euphorie-Welle auslösen möchte, ähnlich wie Barack Obama vor seiner ersten Amtszeit, müsse Schulz Veranstaltungen wie die Bundesleserkonferenz nutzen, um herauszubekommen, was die Wähler genau jetzt wollen, meint Skoruppa.

Karsten Gabel interessierte sich für die Sichtweise des Kanzlerkandidats zum Ehrenamt. Der Hallenser ist selbst ehrenamtlich aktiv, engagiert sich als Ordner beim Hand- und Basketball sowie als Seelsorger. Mit Schulz Aussage, dass ohne Ehrenämter die Gesellschaft nicht funktioniere und sie daher stärker unterstützt werden müssen, ist der 44-Jährige zufrieden. Weil es keine reine Wahlkampfveranstaltung war, habe Schulz auch Antworten gegeben, die er sonst nicht sagen würde, schätzte Gabel die Begegnung mit dem Kanzlerkandidaten ein.

Auf der Heimfahrt kamen die mitgereisten Leser ins Gespräch: Diskutierten über den Auftritt des Kanzlerkandidaten und tauschten ihre Eindrücke aus. Kurz vor der Pause auf dem Rasthof Fläming dann noch eine Schrecksekunde: Ein Mann läuft plötzlich über die Fahrbahn. Eine beherzte Vollbremsung verhinderte den Zusammenstoß. Einzige Konsequenz: Alle Insassen waren bis zur Ankunft am LVZ-Medienhaus wieder hellwach.

Von Mathias Schönknecht

Kommentare 0 Nutzungsbedingungen
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Wetter verrückt: Südeuropa leidet unter einer Hitzewelle. Im spanischen Cordoba wurden 47,3 Grad gemessen – Rekord. Selbst Mallorca leidet unter der Bullenhitze. Unser Sommer ist dagegen gelaufen. Und der erste Wintertrend enttäuscht.

09.08.2017

Natürlich ist es wahnsinnig interessant, wenn eine Katze auf dem Sofa liegt und schnurrt. Wer allmählich aber keine Schnurrhaare und Katzenschwänze mehr sehen kann, kann umsteigen - auf ein anderes süßes Tier. Hier ein paar Vorschläge.

08.08.2017

Sachsens Ministerpräsident Stanislaw Tillich (CDU) hat den Angehörigen des am Wochenende gestorbenen Kulturmanagers Martin Roth und des früheren Leipziger Oberbürgermeisters Hinrich Lehmann-Grube (SPD) kondoliert.

07.08.2017