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Mitteldeutschland Umfrage zur Sachsen-Wahl: CDU knapp vor der AfD, SPD bleibt im Tief
Region Mitteldeutschland Umfrage zur Sachsen-Wahl: CDU knapp vor der AfD, SPD bleibt im Tief
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13:59 21.08.2019
Blick in den Sächsischen Landtag in Dresden während einer Rede von Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) Anfang Juli 2019. Am 1. September wird in Sachsen ein neuer Landtag gewählt. Quelle: Robert Michael/dpa
Leipzig

Eineinhalb Wochen vor der Landtagswahl am 1. September in Sachsen ist das Rennen um Platz eins weiter offen. Die CDU liegt in der aktuellen Umfrage der Leipziger Volkszeitung vom August mit 28 Prozent nur knapp vor der AfD mit 26 Prozent. Damit haben beide Parteien im Vergleich zum Juni zugelegt. Vor zwei Monaten lagen beide Kontrahenten gleichauf bei 24 Prozent. Während die Zustimmungskurve bei der Union seit März erst nach unten und jetzt wieder nach oben zeigt, gibt es bei der AfD seitdem nur eine Richtung: bergauf.

Rennen zwischen CDU und AfD noch nicht gelaufen

Nach Ansicht von Professor Gert Pickel, Politikexperte der Leipziger Universität, wird sich erst am Wahltag zeigen, welche Partei wirklich vorn liegt. Die AfD habe es geschafft, ein relativ stabiles Viertel der sächsischen Wählerschaft an sich zu binden. Auch der Leipziger Meinungsforscher Andreas Czaplicki ist der Überzeugung: „Das Rennen ist noch nicht gelaufen. Aktuell liegt die CDU zwar mit leichtem Vorsprung vorn, aber auch die AfD konnte zulegen.“ Die Auseinandersetzung um die Anerkennung der Wahlliste habe der AfD nicht geschadet, sagt er. Wahrscheinlich sei sogar das Gegenteil der Fall. Ende vergangener Woche hat das Leipziger Verfassungsgericht entschieden, dass die AfD mit 30 Listenkandidaten zur Landtagswahl antreten kann. Interessant ist, dass die AfD nach wie vor deutlich mehr von Männern gewählt wird, während die CDU vor allem bei den Frauen ankommt und bei ihnen sogar mit Abstand die beliebteste Partei ist. Jede dritte Wählerin in Sachsen will ihre Stimme der CDU geben. Die Wählerschaft beider Parteien gehört überwiegend den älteren Generationen an.

Linke behauptet sich auf Platz drei

Die Linke behauptet sich in Sachsen auf Platz drei. Mit derzeit 16 Prozent liegt sie nicht so weit vom Landtagswahlergebnis von 2014 entfernt wie die CDU. Die Linke erreichte vor fünf Jahren 18,9 Prozent, die CDU 39,4 Prozent. Die Linkspartei hielt ihr Umfrageergebnis seit März im Wesentlichen konstant, kann also auf eine stabile Wählerschaft bauen. Im Unterschied zur SPD, die bei den Wählern unter 30 Jahren keinen Blumentopf gewinnt, kommt die Linke bei den Jüngeren deutlich besser an, besonders stark in der Altersgruppe der 20- bis 29-Jährigen.

>> Lesen Sie auch: Kommentar zur Wahlumfrage – Sachsen steht vor einer neuen Ära

Für die Umfrage der LVZ wurden vom 8. bis 15. August 2019 genau 700 repräsentativ ausgewählte Wahlberechtigte aus ganz Sachsen befragt. Die Interviews erfolgten durch die Leipziger IM Field GmbH in Kooperation mit dem Markt- und Meinungsforscher Dr. Andreas Czaplicki, der die Studie leitete.

Sozialdemokraten im Tal der Tränen

Die Sozialdemokraten kommen nicht aus dem Tal der Tränen heraus. Die Partei verharrt bei acht Prozent, obwohl Sachsens SPD-Chef und Wirtschaftsminister Martin Dulig hohe Sympathiewerte bekommt und da fast an Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) heranreicht, der die Liste anführt. Bei der SPD in Sachsen ist die Lücke zwischen Spitzenpolitiker und Partei noch größer als bei der CDU. Das Vertrauen in die einst stolze Volkspartei ist so schlecht wie noch nie seit der Wende. Für den Wahlforscher Pickel ist der Fall klar. „So lange die Bundes-SPD einen so schlechten Stand hat, kann man es im Land nicht retten. Die sächsische SPD bekommt vom Bund Gegenwind statt Rückenwind wie die Grünen. “

Grüne verlieren leicht

Der Höhenflug der sächsischen Grünen, die vom Bundestrend profitieren, wurde seit März in Sachsen allerdings Stück für Stück abgebremst. Dennoch befinden sich die Grünen mit 13 Prozent immer noch auf einem für sie sensationell hohen Wert. Bisher mussten sie immer bangen, ob sie die Fünf-Prozent-Hürde schaffen. Zweimal ist ihnen das nicht gelungen: 1994 und 1999.

Für die FDP bleibt es eine Zitterpartie

Für die FDP bleibt es weiterhin eine Zitterpartie, ob sie wieder in den Landtag einziehen kann. 2014 bedeuteten 3,8 Prozent für die Liberalen das Aus. Derzeit liegen sie bei fünf Prozent, werden mehr von Männern als von Frauen gewählt, haben aber, im Unterschied zu SPD und CDU, immerhin ein gewisses Potenzial an jungen Wählern.

Freie Wähler haben kaum Chancen

Noch trüber sind die Aussichten für die Freien Wähler, die jetzt wieder zurückgefallen sind von vier auf drei Prozent. Das ist zwar mehr als die 1,6 Prozent bei der Landtagswahl von 2014, reicht aber nicht für den Einzug in den Landtag. Bei den Kommunalwahlen im Mai – einschließlich der Gemeinde- und Stadtratswahlen – haben die Freien Wähler und die Unabhängigen Wählervereinigungen über 25 Prozent eingefahren. Aber auf Landesebene, wo sie, wie in Bayern, gern an der Seite der Union mitregieren würden, haben sie keine vergleichbare Zugkraft. Auch Hubert Aiwanger, der Bundesvorsitzende der Freien Wähler und Vize-Ministerpräsident von Bayern, der seine sächsischen Parteifreunde vor Ort unterstützte, hat keinen sichtbaren Schub nach vorn gebracht.

Jeder Dritte will nicht wählen

Gestiegen ist der Anteil derer, die angeben, gar nicht wählen zu gehen, von 27 auf 31 Prozent. Wahrscheinlich hat der bisherige Wahlkampf der Parteien sie eher abgeschreckt als überzeugt.

Von Anita Kecke

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