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Mitteldeutschland Landtag stimmt Verbeamtung von Lehrer zu
Region Mitteldeutschland Landtag stimmt Verbeamtung von Lehrer zu
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17:29 11.12.2018
Sachsens Landtag hat die Verbeamtung von Lehrern und weitere finanzielle Vergünstigungen für Pädagogen auf den Weg gebracht. (Symbolbild) Quelle: dpa
Dresden

Die Verbeamtung von Lehrern in Sachsen ist beschlossene Sache. Der Landtag in Dresden stimmte am Dienstag zudem weiteren finanziellen Vergünstigungen für Pädagogen zu. „Damit schließt Sachsen bei der Bezahlung von Lehrerinnen und Lehrern zu anderen Bundesländern nicht nur auf, sondern setzt sich in einigen Bereichen sogar an die Spitze“, sagte Kultusminister Christian Piwarz (CDU) am Dienstag im Landtag.

Der Minister erinnerte daran, dass mittlerweile in ganz Deutschland Lehramtsabsolventen Mangelware sind. „Unser Einstellungsbedarf in Sachsen bleibt in den nächsten Jahren unverändert hoch. Jahr für Jahr werden wir mindestens 1500 neue Lehrkräfte gewinnen müssen“, sagte Piwarz. Das funktioniere nur, wenn man auf dem Lehrerarbeitsmarkt konkurrenzfähig sei. Kritikern wie den Linken warf er vor, keine alternativen Vorschläge zu unterbreiten.

Verbeamtung ab 1. Januar 2019

Das Gesetz sieht vor, dass grundständig ausgebildete Lehrer bis zur Vollendung des 42. Lebensjahres ab 1. Januar 2019 verbeamtet werden. Mehr als 5300 Pädagogen hätten im Vorgriff auf die Regelung bereits einen Antrag auf Verbeamtung gestellt, hieß es. Die sächsische CDU hatte sich jahrelang gegen eine Verbeamtung gestellt, sah am Ende aber keine Alternative. Sachsen war außer Berlin bisher das einzige Bundesland, das Lehrern diesen Status verweigerte.

Auch die SPD hatte lange Bauchschmerzen mit der Verbeamtung. Am Dienstag stellte Bildungsexpertin Sabine Friedel die positiven Aspekte des Gesetzes in den Mittelpunkt: „Das aus meiner Sicht wichtigste und wertvollste Signal dieses Handlungsprogramms ist: Sachsen wird von nun an alle Lehrkräfte in allen Schularten gleich bezahlen.“ Damit nehme Sachsen bundesweit eine Vorreiterrolle ein. Zugleich warnte Friedel vor übertriebenen Erwartungen.

Verfehlte Personalpolitik?

Auch 2019 werde man Unterrichtsausfall haben und händeringend Lehrkräfte suchen, sagte sie. „Lehrermangel allein macht noch keine schlechte Schule, genügend Lehrer allein noch keine gute. Wir müssen in den kommenden Jahren all unsere Energie aufwenden, um unsere Schulen inhaltlich zu verändern, damit unsere Kinder für die Zukunft gut gerüstet sind.“ Friedel verwies auf neue Lehrpläne, mehr Methodenvielfalt, mehr Selbstständigkeit und Kreativität.

Nach Ansicht von Cornelia Falken (Linke) ist die akute Notlage Ergebnis einer jahrelangen verfehlten Personalpolitik. Daran werde auch das Gesetz nichts ändern. Erfahrungen anderer Bundesländer zeigten, dass Verbeamtung nicht vor Lehrermangel schütze. Die Verbeamtung bis 42 Jahre führe zu einer Zweiklassengesellschaft in den Lehrerzimmern: „Das sorgt für ein hohes Maß an Ungerechtigkeit und Demotivation in der Lehrerschaft.“ Eine Verbesserung der Arbeitsbedingungen für Lehrer wäre wirkungsvoller.

Von LVZ

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