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Mitteldeutschland Legendärer „Vindobona“-Zug zwischen Dresden und Wien vor Renaissance
Region Mitteldeutschland Legendärer „Vindobona“-Zug zwischen Dresden und Wien vor Renaissance
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11:43 07.09.2019
Railjets sind spezielle Zuggarnituren, die von der Tschechischen Staatsbahn und der Österreichischen Bundesbahn auch im internationalen Verkehr eingesetzt werden. Quelle: Lars Müller
Dresden/Wien

Dresden soll offenbar im kommenden Jahr wieder eine umsteigefreie Zugverbindung nach Wien erhalten. Ein Sprecher der Österreichischen Bundesbahnen sagte auf Anfrage: „Es gibt Überlegungen, unterjährig etwa ab Mai diese Verbringung aufzunehmen.“ Zuständig sei die Tschechische Staatsbahn (Ceské dráhy), da es sich um die Verlängerung eines Zugpaares der Relation WienPrag handele.

Eurocity Leipzig-Prag entfällt

In bereits veröffentlichten Fahrplanentwürfen der Ceské dráhy ist tatsächlich ein sogenannter Railjet GrazBerlin über Wien, Prag und Dresden verzeichnet. Railjets sind moderne Schnellzuggarnituren, die von den Österreichischen Bundesbahnen und der Tschechischen Staatsbahn betrieben werden und aktuell etwa München oder Budapest ansteuern.

Die Verbindung BerlinDresdenWien wäre eine Wiederbelebung des legendären „Vindobona“, der 2014 wegen der Einführung eines neuen Taktverkehrs PragWien eingestellt worden war. Reisende zwischen Dresden und Wien müssen seither in Prag umsteigen. Ab Berlin gibt es nach Wien derzeit einen Intercityexpress über Passau und einen Nachtzug „Nightjet“ über Polen, beiden Züge machen jedoch einen Bogen um Dresden.

Vindobona

Vindobona ist der lateinische Name für die Stadt Wien beziehungsweise ein früheres Legionslager aus der Römerzeit. Zwischen 1957 und 2014 verkehrte unter diesem Namen ein internationaler Fernzug auf der Strecke Berlin-Wien und zeitweise über den Semmeringpass weiter bis Graz.

Legendär war der Zug insbesondere durch den Einsatz komfortabler Triebwagen bis Ende der 1970er Jahre, die wechselweise von der Deutschen Reichsbahn der DDR, der Tschechoslowakischen Staatsbahn ČSD und den Österreichischen Bundesbahnen gestellt wurden. Für die DDR war der Zug auch Devisenbringer, weil West-Berliner ihn für die Reise nach Wien nutzten.

Die Fernbahnlinie DresdenBerlin wird ab Dezember mit Einführung der neuen Intercity-Linie nach Warnemünde in Verbindung mit den bisherigen Eurocitys auf einen Stundentakt verdichtet. Zugleich fällt die Eurocity-Direktverbindung zwischen Leipzig und Prag weg.

Dieser Zug morgens nach Prag und abends nach Leipzig wurde zwischen Riesa und Dresden auch von Abo-Kunden des Verkehrsverbundes Oberelbe als schnelle Pendlerverbindung genutzt. Laut VVO-Sprecher Christian Schlemper soll ab Dezember ein Intercity ersatzweise zwischen Leipzig und Dresden in dieser Fahrplanlage pendeln.

BER-Eröffnung spielt eine Rolle

Da die Deutsche Bahn sämtliche Fragen erst im Oktober beantworten will, ist unklar, wie künftig die Morgen- und Abendverbindung zwischen Dresden und Prag aussehen wird und ob weiterhin Tagesausflüge an die Moldau per Bahn möglich sind.

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Im März hatte ein Bahnsprecher gesagt, die grenzüberschreitenden Verbindungen zwischen Sachsen und Tschechien sollen nicht gekürzt werden. Das Eisenbahnmagazin „Drehscheibe“ – bekannt für sein Insiderwissen – schreibt ferner, dass die bisher morgens beziehungsweise abends zwischen Dresden und Berlin eingesetzte Wagengarnitur der Polnischen Staatsbahn PKP mit Speisewagen zum Dezember entfallen und durch einen deutschen Intercity der Linie WarnemündeDresden ersetzt werden soll.

Die Warnemünde-Züge sollen demnach über Schönefeld fahren beziehungsweise im Falle der Flughafeneröffnung Berlin-Brandenburg (BER) im Oktober 2020 ab dann den neuen Flughafenbahnhof ansteuern.

Von Lars Müller

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