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Mitteldeutschland Leipziger Hooligans prügeln Senegalesen auf Mallorca bewusstlos
Region Mitteldeutschland Leipziger Hooligans prügeln Senegalesen auf Mallorca bewusstlos
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16:29 11.06.2019
Eine Polizeistreife fährt am Tatort des Angriffs vorbei. Quelle: Patrick Schirmer/dpa
Leipzig

Zwei deutsche Hooligans sollen am vergangenen Samstag auf der spanischen Insel Mallorca einen 44-Jährigen mit senegalesischem Migrationshintergrund brutal angegriffen und schwer verletzt haben. Das sagte ein Sprecher der spanischen Behörden am Montag gegenüber der Leipziger Volkszeitung. Es gebe Hinweise auf einen rechtsradikalen Hintergrund der Tat. Während die beiden Tatverdächtigen festgenommen wurden, liegt das Opfer mit schwersten Verletzungen auf der Intensivstation der Uniklinik. Ihm droht eine Querschnittslähmung.

Genaue Angaben zur Herkunft der Täter wollten die spanischen Behörden mit Verweis auf laufende Ermittlungen nicht machen. Nach Informationen der LVZ stammt einer der beiden Männer aus der Gemeinde Borsdorf vor den Toren Leipzigs, der andere aus der Messestadt selbst. Beide Täter gehören zu gewaltbereiten Fußballfanszenen der Region, einer der beiden soll Mitglied eines Kampfsportteams sein. Das Auswärtige Amt bestätigte am Montag lediglich, dass es den Angriff gegeben hat: „Das Konsulat in Palma betreut den Fall konsularisch“, sagte eine Sprecherin.

Angriff ohne Vorwarnung – Täter mit Mundschutz

Die Ermittlungen vor Ort hat inzwischen die spanische Staatspolizei (Policía Nacional) übernommen. Nach bisherigen Erkenntnissen ereignete sich die Attacke am Samstagabend in der Diskothek „Megapark“ am Partystrand von S‘Arenal. Die beiden 20 und 21 Jahre alten Angreifer sollen dort gegen 21.30 Uhr ohne Vorwarnung auf den 44-jährigen Security-Mitarbeiter eingeschlagen haben. Das Opfer sei zu Boden gegangen, die Täter traten aber weiter auf ihn ein, bis der Senegalese bewusstlos liegen blieb, berichten spanischen Medien.

Andere Gäste riefen zusätzliches Sicherheitspersonal, das die beiden Hooligans überwältigen und festsetzen konnte. In lokalen Zeitungen hieß es auch, die Angreifer hätten Mundschutz getragen – so wie ihn Boxer und Freefighter beim Kämpfen im Ring verwenden.

Inzwischen sind die beiden Männer im Gefängnis von Palma de Mallorca inhaftiert worden. Die spanische Staatspolizei wirft ihnen versuchten Totschlags vor und hat unter anderem bereits die Telefone der Tatverdächtigen auswerten lassen. Dabei stießen die Ermittler auf rechtsradikale Symbole und Bilder des rassistischen Klu-Klux-Klans, sagte einer Behördensprecher gegenüber der LVZ. Die Ermittler gehen deshalb auch von einem rechtsradikalen Hintergrund der Tat aus.

Rückenmark des Opfers beschädigt

Der angegriffene Senegalese wurde mit schweren Kopf- und Rückenverletzungen in die Uniklinik Son Espases in Palma de Mallorca eingeliefert. Dort sei der 44-Jährige am Sonntag operiert worden. Die Ärzte befürchten aufgrund der Schädigungen des Rückenmarks eine dauerhafte Querschnittslähmung.

Der mallorquinische Partystrand S‘Arenal ist in den Sommermonaten unter anderem bei vielen Fußballfanszenen und Mannschaften beliebt, die dort ihren Saisonabschluss feiern. In den vergangenen Jahren gab es dabei auch immer wieder Vorfälle mit Neonazis. So entrollten im Juli 2017 mehrere Rechtsextreme im „Bierkönig“ eine Reichskriegsflagge und skandierten Hassparolen gegen Migranten. Andere Gäste ließen das allerdings nicht unkommentiert und konnten die Neonazis aus dem Bierkönig vertreiben.

Von Pia Siemer / Matthias Puppe

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