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Mitteldeutschland Lokführerstreik: Auch am Donnerstag Ausfälle und Verspätungen in Sachsen
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Lokführerstreik: auch am Donnerstag für Ausfälle und Verspätungen in Sachsen

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08:14 12.08.2021
Noch mindestens bis Freitag wird der Streik der Lokführer für Behinderungen im Bahnverkehr sorgen.
Noch mindestens bis Freitag wird der Streik der Lokführer für Behinderungen im Bahnverkehr sorgen. Quelle: Andre Kempner
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Leipzig

Der bundesweite Streik der Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) bei der Deutschen Bahn hat auch Sachsen und die Region Leipzig hart getroffen. Zahlreiche Züge sind am Mittwoch ausgefallen, manche fuhren mit erheblicher Verspätung. Auch der S-Bahn-Verkehr waren gestört. Im Fernverkehr waren am Mittwoch laut Bahn nur rund 25 Prozent der Züge unterwegs. Betroffen waren auch zahlreiche Regionalzüge.

Entscheidend werde sich diese Situation auch am Donnerstag nicht ändern, erläuterte ein Bahnsprecher. Laut Ersatzfahrplan werden erneut drei Viertel der Fernzüge nicht fahren, während es in den Regio-Netzen zu unterschiedlichen Störungen kommen soll. „Der Ersatzfahrplan von gestern gilt unverändert“, so der Sprecher.

Mehr streikberechtigte Lokführer im Osten

Wegen des Streiks der Gewerkschaft Deutscher Lokführer (GDL) fährt demnach bis in die Nacht zum Freitag bundesweit nur einer von vier Fernzügen. Weil es im Osten Deutschlands weniger verbeamtete und damit mehr streikberechtigte Lokführer gibt, kommt es dort außerdem zu besonders starken Einschränkungen im Regionalverkehr.

Betroffen sind in Sachsen unter anderem die S-Bahn-Linien 2, 3, 4 und 5 in und um Leipzig und die S-Bahn-Linien 1 und 3 in und um Dresden. Auch der Regionalzug RE 1 zwischen Glauchau und Göttingen sowie die Regiozüge RE 13 und RE 50 zwischen Leipzig und Magdeburg beziehungsweise Leipzig und Dresden fahren nur eingeschränkt. Die Deutsche Bahn bittet Fahrgäste, ihre Reisen nach Möglichkeit zu verschieben und sich immer aktuell über Verspätungen und Zugausfälle zu informieren.

Die Bahn rechnet erst zum einsetzenden Berufsverkehr am Freitagmorgen mit einem normalen Fahrplan. Bis dato sind Bahnreisende dazu aufgerufen, sich auf der Internetseite bahn.de über ihre Verbindungen zu informieren. Auch eine Streikhotline steht Fahrgästen unter der Telefonnummer 08000-996633 zur Verfügung.

Tickets bis 20. August gültig

Die Bahn zeigt sich während des Streiks kulant: Bereits gebuchte Fernverkehrs-Tickets für den Streikzeitraum behalten bis zum 20. August ihre Gültigkeit und können flexibel eingesetzt werden. Die Zugbindung bei Sparpreisen entfällt. Außerdem können für die Weiterfahrt auch andere Züge als die auf der Fahrkarte angegebenen genutzt werden. Das gilt auch für Züge des Nahverkehrs.

Wer nicht zu einem späteren Zeitpunkt reisen möchte, kann sich die Fahrkarte über ein Kulanzformular auf der DB-Webseite oder in der DB-Verkaufsstelle kostenfrei erstatten lassen.

Weitere Streiks drohen

Um dem erwarteten Chaos zu parieren, hatte die Deutsche Bahn am Leipziger Bahnhof mobile Berater eingesetzt, die die Reisenden mit allgemeinen Informationen versorgten und auf Angebote anderer Zuganbieter hinwiesen, die nicht vom Streik betroffen sind. Dennoch irrten am Morgen zahlreiche Fahrgäste fragend auf dem Bahnhof umher, kamen viele nicht wie erhofft ans Ziel.

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GDL-Chef Claus Weselsky drohte derweil mit weiteren Streiks. Man werde mit der ersten Maßnahme nicht durchkommen, sagte er vor Gewerkschaftern in Berlin. Zu seinen Gefolgsleuten sagte Weselsky: „Ich verspreche Euch nicht, dass es am Freitag schon vorbei ist. Aber wir gehen sorgsam mit unserer Tarifmacht um.“ Eine Entscheidung über weitere Arbeitskampfmaßnahmen soll in der kommenden Woche fallen.

GDL fordert 3,2 Prozent mehr Geld

Die GDL-Mitglieder streiken noch bis Freitag 2 Uhr für höhere Gehälter und bessere Arbeitsbedingungen. Unter anderem verlangen sie eine Corona-Prämie von 600 Euro und 3,2 Prozent mehr Geld in zwei Stufen. Die Bahn will die Erhöhung nach den Corona-Verlusten über eine längere Zeit strecken. Dahinter schwelt in der Belegschaft ein Streit zwischen GDL und der größeren Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft EVG darum, wer letztlich die Tarifverträge mit dem Unternehmen maßgeblich aushandelt.

Von anzi

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