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Mitteldeutschland Lukas’ letzte Wünsche: Familie von krebskrankem Elfjährigen bittet um Hilfe
Region Mitteldeutschland Lukas’ letzte Wünsche: Familie von krebskrankem Elfjährigen bittet um Hilfe
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11:46 27.08.2019
Einen seiner letzten Wünsche konnte ihm die Familie mithilfe von Spendengeldern bereits erfüllen: Der kleine Lukas (M.) besuchte noch einmal die Ostsee. Quelle: privat
Burg

Von seinen drei wichtigsten Wünschen ist einer bereits in Erfüllung gegangen – noch mal an die Ostsee reisen, im Sand sitzen und den Booten zusehen, wie sie am Horizont vorbeiziehen. Vielleicht wird es auch noch etwas mit Wunsch Nummer 2, sagt Kerstin Neumann. „Luki braucht dazu nur etwas Kraft. Denn so ein Stadionbesuch bei den Blau-Weißen des 1. FC Magdeburg kann ganz schön anstrengend sein.“ Und nur an guten Tagen, könne Lukas größere Anstrengung verkraften.

Während sie das sagt, ist lautes Kichern aus dem Hof hinterm Haus im sachsen-anhaltischen Burg (Bördekreis) zu hören. Lukas spielt mit den Kindern seiner Tante. Der Junge mit den leuchtenden Augen sitzt dabei im Rollstuhl, zappelt, freut sich überlaut.

Der größte Wunsch: Lukas würde gern Andreas Gabalier treffen

Ob es mit dem größten Wunsch des Zehnjährigen allerdings noch etwas werden wird, da ist Lukas Tante nicht ganz so zuversichtlich. „Er ist ein riesiger Fan von Andreas Gabalier, vielleicht sogar sein größter. Er würde ihn gerne einmal sehen“, erzählt die Tante. Man sei auch schon im Gespräch mit dem Manager des Mountain-Man, aber der Künstler lag gerade selbst darnieder, wegen einer Lebensmittelvergiftung. „Und Lukis Tage sind gezählt.“

Lukas konnte seine Zeit an der Ostsee genießen. Quelle: privat

„Ich heiße Lukas. Bin am 14.09.2008 geboren. Im Dezember 2013 bin ich an ALL (akut lymphatischer Leukämie) erkrankt“, steht auf der Seite GoFound.Me.com. Dahinter steht eine Spendenstiftung, auf der Lukas Mutter Steffi Beyer um Geld für ihren Sohn bittet.

Besonders aggressive Form von Blutkrebs

ALL ist eine besonders aggressive Form von Blutkrebs. „Mehrere Chemotherapien und eine Transplantation hat Lukas hinter sich gebracht“, erzählt die Mutter des kleinen Jungen. „Zwischenzeitlich schien es so, als sei der Krebs besiegt.“ Dann schweigt sie. „Die Ärzte haben viel unternommen“, fährt ihre Schwester Kerstin fort, die im Hintergrund agiert. Im Sommer 2018 habe es einen Rückfall gegeben. Wieder folgten Chemotherapien.

In diesem Sommer hätten die Ärzte dann mitgeteilt, dass sie für Lukas nichts mehr tun können. Wie viel Zeit dem Jungen noch bleiben wird, ist ungewiss. „Wahrscheinlich, wird er Weihnachten nicht mehr erleben.“ Kerstin Neumann sagt das und fügt sofort an: „Aber die Hoffnung geben wir nicht auf.“

Die Familie zieht um – und Lukas bekommt ein eigenes Zimmer

Lukas gehe weiter zur Schule; wenn die Kräfte schwinden, sitzt er im Rollstuhl. Gerade ist Steffi Beyer mit ihrem neuen Lebensgefährten und ihren Kindern – außer Lukas ist da noch Leonie (8), Cheyenne (4) und Casey (vier Monate) – dabei, von einer Drei- in eine Vierraumwohnung zu ziehen.

Lukas soll ein eigenes Zimmer bekommen. Ganz in der Nähe der Familie wohnt seit einiger Zeit auch Lukas Tante Kerstin. „Wir haben unser Haus aufgegeben, sind nach Burg gezogen. Einer muss kühlen Kopf bewahren, ich versuche es jedenfalls.“

Von seiner Reise an die Ostsee schwärmt der kleine Lukas noch immer. Quelle: privat

So wechseln sich die Schwestern ab, eine ist bei den Kindern, eine im Krankenhaus oder im Elternhaus der Uniklinik Magdeburg. Ein aus Spendengeldern erbautes Haus in unmittelbarer Nähe zur kinderonkologischen Station. Es ist für Lukas ein zweites Zuhause geworden, berichtet die Tante. „Hier hat Luki viele Freunde gefunden.“

Dann zögert sie, spricht stockend weiter: „Lukas bester Freund dort ist in diesem Jahr gestorben. „Fünf Kinder haben wir so schon verloren.“ Mit einigen der Eltern sei sie weiter im Kontakt. Durch die Kinder haben sich echte Freundschaften entwickelt.

Weil sie für Lukas da sein will, kann Steffi Beyer nicht mehr in ihrem Beruf als Immobilienkauffrau arbeiten. Deshalb hat sie sich auch an die Stiftung GoFoundMe gewandt. Die Erfüllung von Lukas letzten Wünschen solle zumindest nicht scheitern, weil kein Geld da ist. Den Kurzurlaub an der Ostsee habe die Familie aus Spendengeldern finanziert: Lukas würde fast täglich vom Besuch des Meeresmuseums in Lübeck schwärmen.

Die Großfamilie würde gern noch in einen Centerpark fahren

Wenn sich sein Zustand stabilisieren könnte, dann würde die Großfamilie gern noch in einen Centerpark reisen. Die Werte des Zehnjährigen sind momentan aber nicht besonders, fährt sie fort. Die Zahl der Krebszellen wächst und eine neue Chemotherapie würde Lukas nicht verkraften.

Am Nachmittag will sie erneut versuchen, mit dem Manager von Andreas Gabalier zu telefonieren. Von einem Treffen in Wien war anfangs die Rede. Ob Lukas die Fahrt dahin schafft?, fragt sich Kerstin Neumann. Und dann summt sie ein Lied des Volks-Rock-’n’-Rollers, mit dem dieser den Tod von Vater und Schwester zu verarbeiten versucht: „Amoi seg’ ma uns wieder“ („Einmal sehen wir uns wieder“), heißt es da.

www.gofundme.com/f/lukas-letzte-wunsche

Von Andreas Dunte

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