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Mitteldeutschland Magdeburger Bischof Kramer: „Ich will die DDR auf keinen Fall zurück“
Region Mitteldeutschland Magdeburger Bischof Kramer: „Ich will die DDR auf keinen Fall zurück“
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08:49 07.09.2019
Wird am Sonnabend im Magdeburger Dom ins neue Amt eingeführt: Der neue mitteldeutsche Bischof Friedrich Kramer. Quelle: dpa
Magdeburg

Festgottesdienst im Magdeburger Dom: Am Sonnabend wird der frühere Wittenberger Akademieleiter Friedrich Kramer (54) als Landesbischof der EKM ins Amt eingeführt. Er folgt auf Ilse Junkermann, die eine Forschungsstelle an der Uni Leipzig antritt.

Frage: Herr Kramer, Sie sind ein Unikum!

Kramer: Das ist jeder Mensch. Aber worauf beziehen Sie das?

Sie sind in der Evangelischen Kirche in Deutschland der einzige Bischof, der in der DDR geboren und aufgewachsen ist. Macht diese Prägung einen Unterschied?

Ich denke ja. Die Leute trauen mir zu, die Situation hier im Osten genauer einzuschätzen – weil ich die Geschichte selbst miterlebt habe. Allerdings stamme ich als evangelisches Pfarrerskind aus einer speziellen Schicht. Ich habe die DDR dadurch anders erlebt als sie viele Ostdeutsche erlebt haben.

Wie haben Sie die DDR erlebt?

Ich war als Kind bei den Pionieren und der FDJ (Freie Deutsche Jugend). Ich wollte unbedingt bei den Pionieren dabei sein, obwohl meine Eltern sehr skeptisch waren. Sie wollten mir aber nichts vorschreiben. Andererseits gehörte ich zu den wenigen, die als Pfarrerskind Abitur machen durften. Als Pfarrerskinder waren wir eine spezielle Gruppe. Man erwartete von uns eher, dass wir auch mal was Kritisches sagen, zugleich hatten wir den Schutz der Kirche, den andere Kinder nicht hatten.

Der neue EKM-Bischof Friedrich Kramer

Johann Friedrich Kramer wurde am 30. Oktober 1964 in Greifswald geboren, dort wurde er auch getauft. Im Alter von zehn Jahren zog seine Familie dann nach Wittenberg, wo sein Vater das Predigerseminar leitete. Der 54-Jährige fällt nicht nur mit seinem Markenzeichen auf, der Fliege, die er stets zum Anzug trägt, sondern auch mit seiner kommunikativen Art. Lieblingsorte habe er viele, sagt er. Dazu gehöre sein Zimmer mit seiner Gitarre, wo er Lieder spielen könne. Ähnlich sei es mit seinem kleinen Weinberg und seinen 270 Pflänzchen: „Auch ich bin Arbeiter im Weinberg des Herrn.“

Mit den eigenen Händen etwas zu schaffen, gehört für Kramer zum Leben dazu. Und auch, keine Waffe anzufassen. Den Dienst an der Waffe in der Nationalen Volksarmee (NVA) der DDR verweigerte er und diente von 1983 bis 1985 als Bausoldat in Prora auf Rügen. Nach seinem Studium der Evangelischen Theologie von 1985 bis 1991 in Berlin an der Humboldt-Universität war er Pfarrer in Lodersleben und Gatterstädt bei Querfurt sowie mit der Jugendarbeit im Kirchenkreis Querfurt beauftragt. Von 1997 bis 2008 war Kramer als Pfarrer für Studentenseelsorge in Halle tätig. 2009 wurde er Direktor der Evangelischen Akademie Sachsen-Anhalt und zugleich Studienleiter für Theologie und Politik.

Der 54-Jährige ist verheiratet mit Sabine Kramer, der Direktorin des Predigerseminars in Wittenberg, für die er seinen Geburtsnamen Schulz ablegte. Das Paar hat zwei Töchter sowie zwei Enkeltöchter. Friedrich Kramer arbeitet auch als Honorardozent an der Evangelischen Hochschule für Kirchenmusik in Halle und ist in verschiedenen Gremien aktiv. Dazu gehören unter anderem die Mitwirkung in der Projektleitung und im Beirat der Konfi-Camps in Wittenberg und die Mitgliedschaft in der Ethik-Kommission des Landes Sachsen-Anhalt.

Als Bausoldat in Prora

Nach dem Abitur wurden Sie Bausoldat. Heute weiß kaum noch jemand, was das eigentlich ist.

Ich habe den Dienst mit der Waffe bei der Nationalen Volksarmee verweigert. Die Bausoldaten waren eine Möglichkeit, die die meist kirchlich geprägten Kriegsdienstverweigerer in der DDR erkämpft haben. Als Bausoldaten wurden wir als billige Arbeitskräfte auf dem Bau eingesetzt. Ich war auf Rügen stationiert und habe mit meiner Einheit den Hafen Mukran in Prora mitgebaut. Unser Motto war: „Ora et labora auf Prora“. Unsere Zeit dort erinnerte ans frühe Christentum: Wir waren eine Gruppe von etwa 200 Christen, und waren in dem früheren „Kraft durch Freude“-Erholungsheim kaserniert. Der Komplex war durch einen unterirdischen Versorgungsgang verbunden, der zu einem ruinösen Restaurant führte. Dort trafen wir uns zum Gottesdienst. Dieses Katakomben-Christentum war großes Kino!

Sie scheinen die DDR-Zeit genossen zu haben.

Nein, sie war an vielen Stellen bitter, bösartig und klein kariert. Der Staat kannte keinen Humor und ich bin oft angeeckt. Die Demütigungen haben mich aber nicht so tief geprägt, dass ich sie noch als Wunde weitertrage.

Was war bösartig an der DDR?

Ein Beispiel: Als Schüler sollten wir zu Pfingsten gegen den NATO-Doppelbeschluss demonstrieren. Meine Freunde und ich fertigten Plakate an, auf denen ein Mann sein Gewehr zerbrach. Das Motiv hatte ein DDR-Künstler geschaffen. Eigentlich gab es keinen Grund, dieses Motiv nicht zu zeigen, aber weil wir es als Christen taten, war es vermeintlich oppositionell gemeint. Die Plakate wurden uns abgenommen und wir hatten heftige Diskussionen mit dem Schuldirektor. Diese Enge und Angst fand ich bedrückend.

Heute sagen viele Ostdeutsche: Es gab viel Gutes in der DDR.

„Die DDR war ökologisch eine Katastrophe“

Ich will die DDR auf keinen Fall zurück – und zwar nichts davon. Die DDR war ökologisch eine Katastrophe. Die Flüsse schäumten, waren dreckig und stinkig. Alles war grau, die Altstädte zerfielen und die Kinder husteten. Es gab eine größere Gleichheit als heute – allerdings auf einem niedrigeren Niveau. Wenn man sich anschaut, wie die Bonzen damals in Wandlitz gelebt haben – diesen Luxus hat heute jeder Handwerker. Es gab in der DDR eine größere Nähe zwischen den Menschen, aber zugleich auch die Überwachung durch die Stasi. Für die Kirche war es in der DDR leichter als heute, weil sie nicht Teil des Systems war, sondern ein Gegenüber. Sie genoss hohe Anerkennung, trotz des Kampfs den der Staat in den 1950er und 60er Jahren gegen die Kirche führte. Allerdings hat die Kirche an vielen Stellen auch verloren – vor allem hat sie viele Menschen verloren.

Zu DDR-Zeiten wurde jedes Bischofswort genau abgeklopft. Heute juckt es kaum noch jemanden, wenn der Bischof spricht.

Das wird oft behauptet, ich glaube es aber nicht. Es kommt darauf an, was der Bischof sagt. Als Margot Käßmann sagte „Nichts ist gut in Afghanistan“, waren die Zeitungen voll damit. Sie hatte als Bischöfin eine berechtigte Debatte angestoßen. Oft haben es Bischöfe schwer, weil sie sich ausgewogen äußern – schließlich ist man ja Bischof für alle.

„Wir laufen nicht dem Zeitgeist hinterher!“

Wie werden Sie es halten: Klartext oder Diplomatie?

Das hängt von den Themen ab. Wenn es zum Beispiel um den Umgang mit Fremden geht, kann ich nicht sagen: Weil es AfD-nahe Gemeindeglieder gibt, muss ich jetzt vorsichtiger sein und mehr ans deutsche Volk denken. Da braucht es klare Kante. In der AfD gibt es die Tendenz zur Kirchenfeindlichkeit. Erst vor kurzem hat die thüringische AfD das Papier „Unheilige Allianz“ veröffentlicht, in dem sie der evangelischen Kirche vorwirft, sich mit dem Zeitgeist und den Mächtigen einzulassen. Wenn wir uns zum Beispiel für Umweltschutz und Nachhaltigkeit einsetzen, wird unterstellt, die Grünen wären bei uns an der Macht. Dagegen neige ich zu klarer Kante. So nicht! Wir sind nicht Teil des Systems! Wir laufen auch nicht dem Zeitgeist hinterher, sondern betrachten die Dinge von der Bibel her.

AfD-Wahlerfolge? „Da gibt’s einen ganzen Strauß an Gründen“

Zuletzt haben mehr als 20 Prozent der Ostdeutschen die AfD gewählt. Welche Erklärung haben Sie dafür?

Es gibt einen ganzen Blumenstrauß an Gründen. Erstens: Die DDR bezeichnete sich selbst als antifaschistischer Staat und hat die Nazi-Zeit nie richtig aufgearbeitet. Die Zustimmung zu rechtspopulistischen Parteien war schon immer recht hoch. In den 1990er Jahren wählten zwischen 10 und 20 Prozent der Ostdeutschen DVU und NPD. Zweitens: Die wirtschaftlichen und biografischen Verwerfungen nach der Deutschen Einheit wirken sich jetzt massiv aus. Zum Beispiel kommen 40 Prozent der Frauen, die jetzt in den Ruhestand gehen, aus der Arbeitslosigkeit. Entsprechend gering ist ihre Rente. Das macht wütend. Die unzufriedenen AfD-Wähler sind eben nicht nur Männer.

Das ist aber noch nicht alles...?

Nein. Die DDR war eine Gesellschaft, die nicht an Vielfalt gewöhnt war. Es gab zwar Gastarbeiter aus Angola und Vietnam, diese lebten aber abgekapselt in ihren Wohnheimen und hatten kaum Kontakt zur Bevölkerung. Jetzt kommen Flüchtlinge und viele Ostdeutsche müssen den Umgang mit Fremden erst lernen. Hinzu kommt: Die rechte politische Elite ist in den Osten gezogen und schürt die Angst. Es ist ja interessant, dass Gauland, Kalbitz, Höcke und Kubitschek alles Westdeutsche sind, die ihre Sehnsucht nach einer völkisch-nationalen Identität nun im Osten verwirklichen wollen. Und: Die neuen Medien führen zu einer Verstärkung rechter Meinungen. Sie bieten vielen Menschen, die bisher nicht zu Wort kamen, die Gelegenheit sich zu äußern.

Warum finden viele die Kirche nicht mehr wichtig?

Weil der Kapitalismus alle Bereiche der Gesellschaft durchdringt. Dann schauen die Leute auf ihre Lohnsteuerkarte und sagen sich: Ich bin konfirmiert, das war ja ganz nett, aber warum soll ich jetzt jeden Monat 100 Euro zahlen? Und dann treten sie aus. Die Leute sagen, dass sie ihren Glauben ja nicht abgeben, aber die Kirche nicht mehr unterstützen wollen. Diese Position verkennt, dass christlicher Glaube nur in Gemeinschaft geht. Die Leute kommen ja weiter in den Weihnachtsgottesdienst und wenn sie heiraten wollen, treten sie vielleicht wieder ein. Viele unterschätzen, dass sie mit dem Kirchenaustritt Grundlagen zerstören, die dann fehlen.

„Wer die Kirche verlässt, verlässt das Heil“

Der Kapitalismus kommt als höhere ökonomische Gewalt über die Kirche und die Kirche kann nichts dagegen tun?

Nein, ich sagte, die Leute machen sich die Folgen ihres Austritts nicht bewusst. Weil wir es auch runterhängen: Wir sagen nicht mehr: „Wer die Kirche verlässt, verlässt das Heil.“

Sollte die Kirche das sagen?

Das kann sie nicht sagen und es ist heute auch nicht die Zeit, so zu reden. Aber wir müssen deutlich machen, dass die Kirche Solidarität braucht – und das bedeutet eben auch die finanzielle Beteiligung. Wir müssen uns fragen: Wie wir die Identifikation stärken können? Wie können wir stärker Kontakt zu den Menschen gewinnen? Wie können wir das Evangelium lebendig verkündigen?

Wie lauten Ihre Antworten?

Wir wissen schon seit langem, dass wir mit vielen traditionellen Wegen am Ende sind. Die Decke ist gerissen, wir tun aber so als ging es immer so weiter.

Welche Decke?

Die Versorgungsdecke: Jede Gemeinde hat einen Pfarrer. Wir haben jetzt aber Kleinstädte, die zum ersten Mal in ihrer Geschichte keinen eigenen Pfarrer mehr haben. Die Gemeinden müssen sich den Pfarrer jetzt mit anderen teilen und der pendelt hin und her. Das deprimiert die Leute oder macht sie wütend. Wir müssen den Ruf unserer Kirche verbessern, weil diese viel besser ist als ihr Ruf. Dann können wir auch wieder Leute gewinnen. Ich halte das Wenigerwerden nicht für ein Schicksal.

„Die Kirche ist reich und stirbt – beide Sichtweisen sind falsch“

Wie ist der Ruf Ihrer Kirche?

Unser Ruf innerhalb der EKD ist sicher gut. Das Reformationsjubiläum hat gezeigt, dass wir gute Gastgeber sind. Unser Ruf in der Gesellschaft hat sich jedoch verändert. Vor 30 Jahren galt die Kirche im Osten als Hort der Opposition. Heute haben wir immer noch die gleiche Botschaft, aber die Leute nehmen uns anders wahr. Es gibt zwei Dinge, die die Leute über uns denken: 1. Die Kirche ist reich und es gibt sie auch weiter, auch wenn ich nicht mehr mitmache. 2. Die Kirche ist von vorgestern, verstaubt und stirbt ab. Beide Sichtweisen sind aber falsch.

Und warum ist die Kirche besser als Ihr Ruf?

Weil wir uns auf die Situation einstellen. Wir haben zum Beispiel in den letzten Jahren eine Mitarbeiterhalbierung vollzogen ohne eine einzige Entlassung. Das ist großartig. Kein anderer Betrieb in Ostdeutschland hat das geschafft. Dann haben wir Erprobungsräume, in denen wir neue Dinge ausprobieren und wer bei uns mitmachen will, der kann loslegen. Und wir verkündigen das Evangelium – einen besseren Ruf gibt es nicht.

Sie haben die letzten zehn Jahre in der Lutherstadt Wittenberg gearbeitet. Ist Ihre Theologie dadurch von Luther getränkt?

Ich schätze Luther sehr, ich kritisiere ihn aber auch hart. Ich liebe Luther dafür, dass er das Evangelium neu entdeckt hat und es für seine Zeit übersetzt und dafür begeistert hat. Das ist ein riesiger Schatz, der bleibt. Zugleich war Luther engstirnig und verbohrt, etwa in seinen Schriften gegen die Juden und gegen die Bauern. Auch sein Umgang mit seinen theologischen Gegnern war grenzwertig. Mit seiner brachialen Sprachgewalt wirkt Luther teilweise bis heute gruselig nach. Das ist nicht der Luther, dem wir folgen, er bleibt aber unser Kirchenvater.

Tempolimit: „Wer 150 km/h fährt, ist kein guter Christ?“

Von der EKM ist nicht nur das Evangelium zu hören, sondern auch die Forderung nach einem Tempolimit. Hat die Kirche nichts Besseres zu verkündigen?

Die Forderung entstand vor meiner Zeit, aber ich kann sie verstehen. Wer nachhaltig etwas fürs Klima tun will, sollte das auch beim Autofahren tun. Ob es klug ist, dafür eine Kampagne zu machen, werden wir auswerten. In der Diskussion bemerkenswert fand ich den Satz: „Man muss aufpassen, dass man nicht zu moralisch wird.“ Wenn jemand, der mit 150 km/h auf der Autobahn unterwegs ist, plötzlich kein guter Christ mehr ist, predigen wir ein moralisches Christentum – und das wäre falsch. Wir sind Sünder und sollten das Heil nicht am Autofahren festmachen.

Die Evangelisch-reformierte Kirche unterstützt als erste der 20 EKD-Mitgliedskirchen deren Initiative, ein Rettungsschiff ins Mittelmeer zu schicken. Sie stellt dafür 15.000 Euro bereit. Wird sich die EKM anschließen?

Das entscheide ich nicht allein, sondern wird in unseren Gremien diskutiert und beschlossen. Es gibt zu der Frage unterschiedliche Positionen. Konsens ist: Flüchtlingen muss geholfen werden und niemand darf ertrinken. Wenn es dafür nötig ist, ein Seenotrettungsschiff ins Mittelmeer zu schicken – warum nicht?

Wenn man einen neuen Bischof fragt, was er in seiner Amtszeit vorhat, sagen alle: „Ich will den Leuten zuhören“.

Das wollte ich auch gerade sagen! (lacht)

Belastung von Pfarrern: „Frustration ist vorprogrammiert“

Was haben Sie außerdem noch vor?

Die psychische und physische Belastung von Pfarrern ist sehr hoch. Wir brauchen aber Mitarbeiter, die ihre Arbeit kraftvoll und fröhlich machen. Ich wünsche mir, dass es uns in den nächsten zehn Jahren gelingt, die Bedingungen dafür zu verbessern. Die Gemeinden immer weiter zu vergrößern, ist aber kein Weg, mit dem man einen Pfarrer glücklich macht. Die Frustration ist da vorprogrammiert. Die Vorstellung vom Pfarrer, der alles kann und alles macht, funktioniert nicht mehr. Wir brauchen andere Strukturen. Darüber denke ich viel nach.

Das klingt sehr theoretisch.

Es ist auch noch lange nicht spruchreif. Ein Pfarrer hat 16 bis 32 Arbeitsfelder, er kann aber nicht alle gleich gut machen. Bisher überlassen wir den Pfarrern, worauf sie ihren Schwerpunkt setzen – macht er viele Besuche, schult er die Ehrenamtlichen, baut er an seiner Kirche oder stürzt er sich in die Jugendarbeit. Manche Pfarrer fühlen sich von der Vielzahl der Aufgaben bedrückt. Wenn ein Pfarrer zum Beispiel für 4000 Leute, 45 Kirchen und 38 Friedhöfe verantwortlich ist, könnte ich mir vorstellen, dass er jemanden zur Seite gestellt bekommt, der nur für das Management zuständig ist. Der Pfarrer kann sich dann auf Predigt, Seelsorge und Konfirmandenarbeit konzentrieren. Dadurch würden wir von der Pfarrer-Zentriertheit wegkommen. Auch über die Zusammenarbeit von Pfarramt und Ehrenamt müssen wir weiter nachdenken.

Zum Schluss noch etwas ganz anderes: Woher haben Sie Ihren wilden Humor?

Zum einen ist er Teil meines Glaubens, weil ich darauf vertraue, dass Gott die Dinge schon gut machen wird. Eine Kirche, die eine frohe Botschaft hat, sollte auch fröhlich rüberkommen. Zum anderen bin ich das jüngste von fünf Kindern und habe immer versucht, Konflikte und Ärger dadurch zu entschärfen, dass ich den Kasper gemacht habe.

Von Karsten Huhn ( idea)

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