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Mitteldeutschland Mehr Lehrer aus anderen Bundesländern: Aussicht auf Beamtenstatus lockt
Region Mitteldeutschland Mehr Lehrer aus anderen Bundesländern: Aussicht auf Beamtenstatus lockt
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08:00 01.02.2019
Die Verbeamtung von Lehrern in Sachsen hat offenbar Erfolg: Es gibt deutlich mehr Bewerber aus anderen Bundesländern. Quelle: Foto: dpa
Dresden

Die zum Jahresbeginn in Sachsen eingeführte Lehrerverbeamtung trägt offenbar erste Früchte: Auf die Ausschreibungen zum Einstellungstermin 1. Februar haben sich deutlich mehr Lehrer aus anderen Bundesländern beworben. Das Kultusministerium will aber noch nicht von einer Trendwende sprechen – immerhin konnten 162 der 600 offenen Stellen nicht besetzt werden.

Mehr auswärtige Bewerber:Bemerkenswert ist, dass unter den 625 Bewerbern auch 185 grundständig ausgebildete Lehrkräfte waren, die ihren Vorbereitungsdienst in einem anderen Bundesland absolviert hatten. Das entspricht einer Quote von etwa 30 Prozent – in den vorherigen Einstellungsverfahren waren es rund 20 Prozent. „Die Gesamtzahl der Bewerber ist Ausdruck des begrenzten Lehrerarbeitsmarktes“, erklärt Kultusminister Christian Piwarz (CDU) gegenüber der LVZ. Positiv sei allerdings, dass der Wechsel aus anderen Bundesländern „darauf hindeutet, dass Sachsen durch das Lehrer-Handlungsprogramm an Attraktivität gewonnen hat“.

Viele offene Stellen:Von den 600 offenen Stellen konnten nur 438 besetzt werden – damit blieb etwa jede vierte Ausschreibung erfolglos. Die größten Engpässe gibt es nach wie vor an Ober- und Grundschulen, wo sachsenweit 77 von 192 beziehungsweise 69 von 185 Stellen offen bleiben mussten. Dagegen wurden an Gymnasien zehn Lehrer mehr als benötigt eingestellt. Regional betrachtet, gibt es erhebliche Unterschiede: Während in Leipzig sogar ein Überhang zu verzeichnen ist, konnten die Bildungsagenturen Bautzen und Chemnitz nur die Hälfte der benötigten Lehrer anwerben. Selbst im Großraum Dresden ließ sich ein Viertel der 164 Stellen nicht besetzen, vor allem an Ober- und Förderschulen.

Deutlich weniger Seiteneinsteiger:Sachsen hatte in den vergangenen beiden Jahren verstärkt Seiteneinsteiger akquiriert, um den Bedarf zumindest einigermaßen decken zu können. Vor einem Jahr lag die Quote bei rund 50 Prozent. Von den aktuell 625 Bewerbern waren 57 geeignete Seiteneinsteiger, die aufgrund bisheriger Erfahrungen an Schulen keine dreimonatige Einstiegsqualifizierung benötigten. Deshalb wurden die offen Stellen erstmals wieder überwiegend mit grundständig ausgebildeten Lehrern besetzt. Hinzu kommen zum Schulstart nach den Winterferien noch 231 Seiteneinsteiger, die bereits zum 1. November 2018 eingestellt wurden und seitdem eine Qualifizierung durchlaufen. Darüber hinaus läuft bereits das Bewerbungsverfahren für Seiteneinsteiger, die ab 1. Mai 2019 eine Einstiegsqualifizierung absolvieren sollen.

Nur allmähliche Besserung:Zum Schuljahresbeginn im August 2018 war die Situation ähnlich: Es konnten nur 870 der 1100 zur Verfügung stehenden Stellen besetzt werden. Piwarz hatte damals von einem „schweren Jahr für alle“ gesprochen. Diese Talsohle könne noch nicht durchschritten sein, heißt es jetzt – um von einer Trendwende zu sprechen, wäre es trotz positiver Tendenzen viel zu früh. „Wir haben nicht erwartet und auch nicht angekündigt, dass es ein sofortiges bedarfsdeckendes Angebot an Bewerbern geben wird“, macht der Kultusminister klar, zumal die Bewerbungen für die aktuellen Einstellungen schon bis Anfang November abgegeben werden mussten. „Eine Verbesserung der Situation ist erst zu erwarten, wenn sich die perspektivisch steigenden Absolventenzahlen aus der Lehramtsausbildung auf den Arbeitsmarkt spürbar auswirken.“

Von Andreas Debski

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