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Mitteldeutschland Angela Merkel: „Ich bin stolz, in Leipzig studiert zu haben“
Region Mitteldeutschland

Merkel zum Tag der deutschen Einheit: „Ich bin stolz, in Leipzig studiert zu haben“

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15:27 02.10.2020
Bundeskanzlerin Angela Merkel, CDU, aufgenommen im Rahmen eines Interviews im Bundeskanzleramt in Berlin. Quelle: Janine Schmitz/photothek.net
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Leipzig

Bundeskanzlerin Angela Merkel lobt zum 30. Jahrestag der Deutschen Einheit die Lebensleistungen der Ostdeutschen und blickt auch auf ihren eigenen Lebensweg zwischen Ost und West zurück: „Ich habe in Leipzig studiert und bin stolz darauf, denn als Messestadt war Leipzig auch zu DDR-Zeiten vergleichsweise weltoffen“, sagte die Kanzlerin in einem Gespräch mit dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND), zu dem auch die „Leipziger Volkszeitung“ gehört.

Es freue sie, dass Brandenburg mit dem Projekt Tesla zeige, wie man „mit unseren Gesetzen und Fördermöglichkeiten auch in kurzer Zeit Dinge durchsetzen kann“, sagte sie. „In der DDR gab es viele gute Ingenieure. Ich habe schon vor 10, 20 Jahren gesagt: Junge Leute aus den alten Ländern sollten an den Universitäten der neuen Länder studieren. Das kann sehr spannend sein.“

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Mit Blick auf ihre eigene ostdeutsche Sozialisation in der DDR betonte Merkel: „Wir haben gelernt zu improvisieren und wir haben uns angesichts vieler Mängel immer gut organisiert. Das sind Fähigkeiten, die einem auch heute helfen. Aber denken wir doch auch einmal daran, wie viele Menschen aus der DDR ihre Fähigkeiten im vereinten Deutschland eingebracht haben, etwas geschafft und viel geleistet haben!“, sagte sie. Es sei „schön“, dass eine Ostdeutsche Kanzlerin werden konnte.

Bundeskanzlerin Angela Merkel im Interview mit Chefredakteuren des Redaktionsnetzwerks Deutschland. Quelle: Janine Schmitz/photothek.net

Viele ihrer Prägungen seien aus der ostdeutschen Erfahrung erwachsen, so zum Beispiel die „Sehnsucht nach Freiheit während des Lebens in der DDR“. „Das Leben in der alten Bundesrepublik wurde von uns Ostdeutschen manchmal auch etwas überhöht, als sei alles sorgenfreier und leichter gewesen. Das Leben war anders, aber für viele auch alles andere als leicht.“ Die Vorstellung, dass das gesamte Leben in Westdeutschland so war wie ein „Westpaket“, habe nicht der Realität entsprochen, sagte sie.

Merkel zeigte Verständnis dafür, dass sich einige Menschen in Ostdeutschland als Bürger zweiter Klasse fühlten. Dafür gebe es Auslöser, „verpasste Lebenschancen zum Beispiel“. Sie sehe aber „große Fortschritte bei der Angleichung des Lebensstandards“ in Ost und West.

Das Interview in voller Länge lesen Sie in der Freitag-Ausgabe der LVZ oder auf RND.de

Von RND/lvz