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Mitteldeutschland Mordprozess Sophia: Anklage und Verteidigung halten Plädoyers
Region Mitteldeutschland Mordprozess Sophia: Anklage und Verteidigung halten Plädoyers
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10:39 10.09.2019
Die Verhandlungen im Bayreuther Landgericht laufen seit Mitte Juli. (Archivfoto) Quelle: Matthias Puppe
Bayreuth/Leipzig

Die Gerichtsverhandlung im Fall der getöteten Leipziger Studentin Sophia befindet sich auf der Zielgeraden. Am Dienstag stehen im Landgericht Bayreuth die Plädoyers von Anklage und Verteidigung auf dem Programm.

Oberstaatsanwältin Sandra Staade wirft dem geständigen Angeklagten Lkw-Fahrer Boujemaa L. vor, die damals 28-jährige Sophia auf einem Autobahnparkplatz aus Angst vor strafrechtlichen Konsequenzen mit einer Eisenstange getötet zu haben. Die Ermittler gingen zum Prozessauftakt davon aus, dass der 42-jährige Angeklagte die Studentin erst sexuell bedrängt hatte und sie nach Zurückweisung bewusstlos schlug, fesselte und sie später töte.

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Im Verlauf der Verhandlungen am Gericht konnten mehrere Obduktionsgutachten allerdings keine Spermaspuren auf dem vom Täter gesäuberten und zum Teil verbrannten Leichnam nachweisen. Richter Bernhard Heim gab den Prozessbeteiligten deshalb am letzten Tag der Beweisaufnahme einen sogenannten rechtlichen Hinweis: Angesichts der multiblen Verletzungen am Kopf von Sophia und der Annahme, dass es mehrere Angriffe auf die Studentin gab, könnte der Vorwurf auch Mord mit Verdeckungsabsicht in Tateinheit mit gefährlicher Körperverletzung lauten.

Die Verteidigung hatte bereits am ersten Verhandlungstag ein umfangreiches Geständnis von Boujemaa L. präsentiert, in dem dieser die Tötung der Studentin detailliert zugab, allerdings auch von einer Affekthandlung sprach – angeblich habe er mit dem Metallrohr erst auf Sophia eingeschlagen, nachdem sie dem 42-Jährigen eine Ohrfeige gegeben hatte.

Nach den Plädoyers an diesem Dienstag wird in der kommenden Woche am Mittwoch mit einem Urteil im Gerichtsverfahren gerechnet.

Von Matthias Puppe

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