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Mitteldeutschland Nach Landtagswahl: FDP-Vorstand in Sachsen tritt zurück
Region Mitteldeutschland Nach Landtagswahl: FDP-Vorstand in Sachsen tritt zurück
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23:00 02.09.2019
Nach dem verpassten Wiedereinstieg in den Landtag tritt auch Holger Zastrow, Parteichef der FDP in Sachsen zurück. Quelle: FDP Sachsen
Dresden

Die erste Partei zieht personelle Konsequenzen nach den Ergebnissen der Landtagswahl am Sonntag. Der sächsische FDP-Vorstand tritt nach dem Fiasko um den verpassten Wiedereinzug geschlossen zurück. Das verlautete gestern am späten Abend am Rande einer Vorstandssitzung der Liberalen in Dresden. Demnach werde auch Parteichef Holger Zastrow (50) seinen Posten zur Verfügung stellen. Laut Generalsekretär Torsten Herbst übernehme damit der Vorstand die Verantwortung für das bittere 4,5-Prozent-Ergebnis der Landtagswahl. Auf einen Parteitag am 2. November soll ein neuer Vorstand gewählt werden.

FDP-Wahlkampf war auf Zastrow zugeschnitten

Parteichef und FDP-Spitzenkandidat Zastrow hatte den Wiedereinzug im Wahlkampf immer als politisches Ziel ausgegeben und damit seine Zukunft verknüpft. An seinem Wahlkampf-Stil, der nur auf ihn zugeschnitten war, hatte es aber in Leipzig immer wieder Kritik gegeben. In der Messestadt wurde mit der Verlegerin Kristin Franke auch eine eigene Spitzenkandidatin installiert. Mit Zastrow verlässt der dienstälteste Parteichef in Sachsen die politische Bühne. Der Chef einer Dresdner Werbeagentur hatte die Liberalen 1999 übernommen und 2009 mit dem FDP-Rekord von zehn Prozent in eine Regierungskoalition mit der CDU geführt

„Wir wissen, wo wir falsch abgebogen sind“

Heute blickt Zastrow auf die erste Regierungszeit mit FDP-Beteiligung in Sachsen auch kritisch zurück. „Wir wissen, wo wir Fehler gemacht haben, wo wir falsch abgebogen sind“, sagte der Parteichef im Wahlkampf. Als Juniorpartner der CDU habe man zu viele Kompromisse gemacht. Auch persönliche Fehler gibt er zu: „Im Rückblick muss ich eingestehen, dass auch ich ein Stück Bodenhaftung verloren hatte. Auch ich bin in einen Politiksprech verfallen, habe versucht, Dinge zu erklären, die sich nicht erklären lassen.“

Zastrow hatte sich über die „zweite Chance“ im Landtagswahlkampf 2019 gefreut und sogar mit einem Ministeramt geliebäugelt. Daraus wird nun nichts.

Von abö/ lvz

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