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Mitteldeutschland Nach Raser-Fahrt durch Dresden: Xavier Naidoo muss 80 Euro zahlen
Region Mitteldeutschland Nach Raser-Fahrt durch Dresden: Xavier Naidoo muss 80 Euro zahlen
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16:27 25.04.2019
Für seine rasante Fahrt durch Dresden muss der Sänger Xavier Naidoo jetzt bezahlen. Quelle: dpa-Zentralbild
Dresden

„Dieser Weg wird kein leichter sein, dieser Weg wird steinig und schwer. Nicht mit vielen wirst du dir einig sein, ...“ Ob Xavier Naidoo schon vor Jahren seinen Prozess am Dresdner Amtsgericht besungen hat? Einig war man sich wirklich nicht, es war auch keine einfache Verhandlung, obwohl der Fakt an sich ganz simpel ist.

Xavier Kurt Naidoo gab am 1. Juli 2017 ein Konzert in Dresden und rauschte dann mit seinem Bentley und 23 km/h zu viel auf dem Tacho auf der Dohnaer Straße in den stationären Blitzer. Das gab ein nettes Foto und Post von der Behörde. Nur wollte die kein Autogramm, sondern Geld, und zwar 130 Euro, da er Wiederholungstäter war. Als Gegenleistung gab es einen Punkt in Flensburg.

„Fanpost“ fand Empfänger nicht

Allerdings konnte die Dresdner Bußgeldstelle ihre „Fanpost“ nicht zustellen. Mehrere Schreiben an Naidoo kamen zurück – der Adressat sei nicht zu ermitteln, kein Namensschild an der genannten Adresse, hieß es. Anfragen beim Einwohnermeldeamt in Mannheim bestätigten allerdings diese Adresse. Aber auch erneute Anschreiben kamen zurück. Um eine Verjährung zu verhindern, griff die Stadt Dresden zum letzten Mittel – einer öffentlichen Zustellung. Der Bescheid gegen den bekannten Sänger wurde im Rathaus öffentlich ausgehangen, und plötzlich traf ein Widerspruch von Naidoo ein.

Seine beiden Anwälte, er selbst war vom Prozess entbunden, stellten dessen zügige Fahrt nicht in Frage, erklärten aber die Sache als verjährt, da der Ordnungsgeldbescheid nicht fristgerecht zugestellt worden sei. Und sie kämpften mit allen Mitteln, harten Bandagen und ständig neuen Anträgen.

Rasante Fahrt kostet 80 Euro

„Aggressives Verteidigen“ ist ein durchaus probates Mittel, allerdings ging es hier mehr um schlechtes Benehmen. Am meisten hat sich der „Sohn Mannheims“ wohl über die öffentliche Zustellung geärgert. Die sei nicht rechtmäßig gewesen, da die Adresse ihres Mandanten bekannt gewesen sei und verstoße gegen dessen Persönlichkeitsrechte, monierten die Anwälte.

Richterin Annegret Lissel war anderer Meinung: die Verjährungskette sei regelmäßig unterbrochen worden und alle Versuche, Herrn Naidoo die Schreiben auf dem Postweg zuzustellen, gescheitert. Wegen der rasanten Fahrt wurde der Sänger zu 80 Euro verdonnert. „Da die Sache schon so lange her sei, nehme ich den Regelsatz“, erklärte die Richterin großzügig.

Da hat der Musiker stolze 50 Euro gespart. Das heißt nicht ganz: Er muss die Kosten für zwei Prozesstage zahlen, sowie seine Auslagen – ein von der Verteidigung gefordertes Gutachten und seine beiden Anwälte. Wohl eher kein Schnäppchen. Sollte er das Urteil nicht akzeptieren, gibt es eine neue Runde vor dem Oberlandesgericht.

Von Monika Löffler

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