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Mitteldeutschland Leipziger Zugreisende teilweise verunsichert - Gewerkschaft fordert neues Sicherheitskonzept
Region Mitteldeutschland Leipziger Zugreisende teilweise verunsichert - Gewerkschaft fordert neues Sicherheitskonzept
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22:18 30.07.2019
Auch am Leipziger Bahnhof ist der Frankfurter Bahnhof allen Zugreisenden präsent. (Archivbild) Quelle: Dirk Knofe
Leipzig

Der tödliche Vorfall auf dem Frankfurter Hauptbahnhof habe zu Entsetzen und Fassungslosigkeit geführt, teilt die Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) mit. „Unser tiefes Mitgefühl gilt der Familie, die einen tragischen Verlust erlitten hat“, so der GDL-Bundesvorsitzende Claus Weselsky. Am Montagvormittag war ein achtjährige Junge vor einen einfahrenden ICE gestoßen und überfahren worden. Der Täter, der aus Eritrea stammen soll, wurde von Passanten verfolgt und schließlich von der Polizei festgenommen. „In Gedanken sind wir bei dem betroffenen Lokomotivführer, den Zugbegleitern und den Reisenden, die Zeugen der schrecklichen Tat waren.“

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Der Vorfall in Frankfurt sei nach dem tödlichen Stoß in Voerde am 21. Juli 2019 bereits die zweite Tat dieser Art innerhalb kürzester Zeit. „Das sind schwere kriminelle Handlungen, die mit der vollen Härte des Gesetzes geahndet werden müssen“, so Weselsky weiter. „Die Täter nehmen unschuldigen Menschen das Leben und verursachen dadurch großes Leid bei den Hinterbliebenen.“ Auch bei Lokführern und dem Zugpersonal würden die Vorfälle tiefe Spuren hinterlassen, manche würde unter Umständen dauerhaft traumatisiert.

Auch Zugreisenden in Leipzig beschäftigt der Vorfall. Nur wenige von ihnen spüren ein gestiegenes Risiko, gleichzeitig wollen die meisten den Fall nicht überdramatisieren. Aber für viele hat diese Tragödie die Gefahr, die an Bahnhöfen herrschen kann, ins Bewusstsein gebracht. Doch die meisten Leute am Bahnhof denken nicht, dass sich dadurch ihr Verhalten ändern wird - vor allem weil sie schon vorher auf Sicherheitsregeln geachtet haben.

Sicherheit auf Bahnhöfen erhöhen

Gewerkschaftschef Weselsky fordert hingegen, die Sicherheit auf den Bahnhöfen zu erhöhen. „Zur Verhinderung von Straftaten aller Art brauchen wir mehr Polizei und Sicherheitskräfte vor Ort.“ Ein bewährtes, leider komplett vernachlässigtes Mittel seien zudem Bahnaufsichten. „Der Blick geschulter Kräfte auf den ganz normalen Bahnalltag, aber auch auf möglicherweise kritische Situationen erlaubt deutlich schnellere Reaktionszeiten. Das kann im Zweifelsfall über Leben und Gesundheit potenzieller Opfer entscheiden.“

Der GDL-Chef erinnerte daran, dass es bis vor einigen Jahren noch Bahnsteigaufsichten („erkennbar an roten Mützen“) gegeben hat. Sie seien für die Abfertigung der Züge verantwortlich gewesen und in der Lage, ungewöhnliche Vorgänge auf den Bahnhöfen zu erkennen. „So konnten sie schnell einschreiten oder Hilfe holen.“ Diese Bahn-Mitarbeiter seien im Zuge des geplanten Börsengangs sukzessive eingespart worden. Der Gewerkschafter fordert, sie schleunigst wieder einzusetzen.

Von Andreas Dunte/tsa

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