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Mitteldeutschland Nach Zugunglück im Lausitzer Hosena weiterer Fahrtenschreiber geborgen
Region Mitteldeutschland Nach Zugunglück im Lausitzer Hosena weiterer Fahrtenschreiber geborgen
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21:57 13.11.2013
Nach dem Zusammenstoß zweier Güterzüge im südbrandenburgischen Eisenbahnknotenpunkt Hosena (Oberspreewald-Lausitz) kommt es weiter zu Beeinträchtigungen im Regionalbahnverkehr.
Nach dem Zusammenstoß zweier Güterzüge im südbrandenburgischen Eisenbahnknotenpunkt Hosena (Oberspreewald-Lausitz) kommt es weiter zu Beeinträchtigungen im Regionalbahnverkehr. Quelle: dpa
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Hosena

Die Daten beider Fahrtenschreiber würden jetzt von Experten ausgewertet. Das erste Gerät war bereits früher sichergestellt worden. Die Störungen im Bahnverkehr dauerten an.

Ein leerer Güterzug der Deutschen Bahn war am Montagabend in dem Senftenberger Ortsteil an der Landesgrenze zu Sachsen von hinten auf stehende Waggons eines privaten Eisenbahnunternehmens geprallt. Dieser Zug hatte rund 3500 Tonnen Split geladen. Bei dem Aufprall entgleisten sechs Waggons und eine Lok.

Der Lokführer des Unfallzuges kam mit leichten Verletzungen in ein Krankenhaus. Der 51-Jährige solle bald entlassen werden, wie ein Sprecher der Cottbuser Staatsanwaltschaft mitteilte. Dann soll geklärt werden, warum er auf den stehenden Güterzug auffuhr. Der andere Lokführer kam mit dem Schrecken davon.

Damit die Ermittler an den zweiten Fahrtenschreiber kamen, musste ein Kran erst einen aufgefahrenen Waggon von der Lokomotive heben. Dazu waren die Oberleitungsdrähte an der Unglücksstelle entfernt worden. Der Tatort wurde für weitere Aufräumarbeiten freigegeben.

Die Unfallursache sei noch unklar, sagte ein Sprecher der Bundespolizei in Berlin. Inzwischen wurde die Eisenbahn-Unfalluntersuchungsstelle des Bundes in Bonn in die Ermittlungen eingeschaltet.

Die Strecke zwischen Ruhland, Hosena und dem sächsischen Hoyerswerda bleibt nach Auskunft der Deutschen Bahn erst einmal gesperrt. Fahrgäste könnten zwar auf Busse umsteigen - müssten aber statt 23 Minuten Fahrzeit bis zu 45 Minuten einplanen. Betroffen sind die Regionalexpress-Linien RE11 Leipzig-Hoyerswerda und RE15 Dresden-Hoyerswerda.

Erst Ende Juli 2012 waren unweit der Unglücksstelle in Hosena zwei Züge zusammengeprallt. Damals starb ein 54-jähriger Streckenwärter, als entgleiste Waggons ein Stellwerk neben den Gleisen niederwalzten. Eineinhalb Jahre später und zwei Tage nach dem erneuten Unglück begann dort am Mittwoch der Bau eines elektronischen Stellwerkes. Es soll Ende 2014 fertig sein. Außerdem sollen technische Anlagen sowie drei Bahnübergänge erneuert werden. Die Bahn bezifferte die Kosten auf etwa 25 Millionen Euro.

dpa