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Mitteldeutschland Nach rechter Hetze: Sächsische Bürgermeisterin beantragt Ruhestand
Region Mitteldeutschland Nach rechter Hetze: Sächsische Bürgermeisterin beantragt Ruhestand
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13:05 22.11.2019
An diesen Baum hatte die selbsternannte Bürgerwehr den Asylbewerber gefesselt. (Archivfoto) Quelle: dpa
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Arnsdorf

Nach monatelanger Hetze hat die Bürgermeisterin von Arnsdorf, Martina Angermann (SPD), ihre vorzeitige Versetzung in den Ruhestand beantragt. Angermann habe am Donnerstagabend in einer Gemeinderatssitzung die Versetzung vorgeschlagen, sagte am Freitag eine Mitarbeiterin der Verwaltung der Gemeinde nördlich von Dresden. Zunächst hatten die „Sächsische Zeitung“ und der MDR berichtet. Bis der Antrag bewilligt sei, bleibe Angermann aber noch Bürgermeisterin. Die 61-Jährige sei seit Februar krank geschrieben.

Zuvor hatte die sächsische SPD die Hetze gegen die Bürgermeisterin verurteilt. „Seit Monaten wird sie verbal attackiert, bedroht und versucht, sie durch eine Anzeige einzuschüchtern. Sie soll schlicht "fertiggemacht" werden“, erklärte SPD-Generalsekretär Henning Homann am Donnerstag in Dresden: „Wir dürfen nicht zulassen, dass rechte Kampagnen unsere demokratischen Werte und den Zusammenhalt in Frage stellen. So etwas darf nicht passieren.“

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Arnsdorf war 2016 in die Schlagzeilen geraten, nachdem vier Männer aus Selbstjustiz einen psychisch kranken Asylbewerber aus dem Irak mit Kabelbindern an einen Baum gefesselt hatten. Die Politikerin hatte diese Tat wiederholt verurteilt und war daraufhin selbst zum Feindbild geworden. Die Männer, die den Iraker festgebunden hatten, wurden später von einem Gericht in Kamenz wegen geringer Schuld frei gesprochen.

Von Theresa Held, dpa