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Mitteldeutschland Nahverkehrs-Finanzierung bis 2025: Experten stellen fünf Modelle vor
Region Mitteldeutschland Nahverkehrs-Finanzierung bis 2025: Experten stellen fünf Modelle vor
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19:12 19.09.2015
MDV-Geschäftsführer Steffen Lehmann (rechts) und René Naumann von der KCW Strategie- und Managementberatung.  Quelle: Dieter Grundmann/Westend-PR
Leipzig

Große Geldnöte beim Mitteldeutschen Verkehrsverbund (MDV): Jedes Jahr zusätzlich 19 Millionen Euro werden bis 2025 gebraucht, um den Nahverkehr am Laufen zu halten. Abzüglich der Deutschen Bahn bedeutet das: Zehn Millionen zusätzliche Euro jährlich für Busse und Straßenbahnen. In dieser enormen Summe sind Investitionen noch nicht mit enthalten. Aktuell müssen jährlich 120 Millionen Euro für Busse und Bahnen investiert werden, im Jahr 2025 werden es bereits 170 Millionen Euro sein.

Um langfristig mit allen Beteiligten eine Lösung zu finden, wie der Nahverkehr in Zukunft finanziert werden soll, hat der MDV externe Institute und Ingenieurbüros eingeschaltet. Bei einem Workshop im Penta-Hotel präsentierten sie am Donnerstag ihre Ergebnisse. Eingeladen waren rund 60 Vertreter der politischen Fraktionen aus den beteiligten fünf Landkreisen und den kreisfreien Städten, Vertreter der 20 beteiligten Verkehrsunternehmen sowie verschiedener Fahrgastverbände. Laut MDV-Geschäftsführer Steffen Lehmann sei sachlich und konstruktiv diskutiert worden, geprägt von der Haltung „Wir müssen das Problem gemeinsam lösen.“

Im Ergebnis des Workshops sollen nun fünf Finanzierungsmodelle näher untersucht werden.

ÖPNV-Beitrag: Bei diesem Modell wird der Beitrag auf Basis der Grundstücke erhoben. Die Grundstückseigentümer zahlen; sie selbst oder ihre Mieter erhalten dann Rabatt im Nahverkehr in Form einer Chipkarte.

Bürgerticket: Jeder Bürger zahlt und erhält dafür gänzlich oder zeitlich gestaffelte Freifahrten.

Grundsteuer: Bei diesem Modell soll die Grundsteuer gemäßigt angehoben werden. Die Mehreinnahmen kommen dem ÖPNV zugute.

ÖPNV-Taxe: Dieses Modell sieht vor, dass Gäste der Region zusätzliche Abgaben leisten. Dafür können sie den Nahverkehr kostenfrei nutzen.

ÖPNV-Beitrag mit spürbarer Angebotsverbesserung: Dieses Modell soll in einem Pilotprojekt in Bad Lausick, Grimma, Brandis und Colditz drei Jahre lang getestet werden. Laut Steffen Lehmann wird das Verkehrsangebot im Projektgebiet komplett umstrukturiert, so dass es für jeden Bürger sieben Tage pro Woche nutzbar ist. Dafür müssen die Bürger die Grundfinanzierung zahlen. Ab 2016 soll das Konzept getestet werden.

Lehmann kündigte an, dass die fünf Studien im ersten Halbjahr 2016 fertiggestellt werden sollen. Im Sommer 2016 sollen die Ergebnisse vorgestellt und zur Entscheidung an die politischen Gremien übergeben werden.

Von Kerstin Decker

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