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Mitteldeutschland Neonazi-Festival in Ostritz: Polizei schreitet bei Rechtskonzert ein
Region Mitteldeutschland Neonazi-Festival in Ostritz: Polizei schreitet bei Rechtskonzert ein
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12:19 23.06.2019
Rund 600 Menschen kamen am Samstag zum „Schild und Schwert“-Festival nach Ostritz. Quelle: dpa-Zentralbild
Ostritz

Bei dem Neonazi-Festival „Schwert und Schild" in Ostritz ist es am späten Samstagabend zu einem Polizeieinsatz auf der Bühne gekommen. Wie die Polizei mitteilte, zog sich ein Musiker einer rechten Band während eines Konzerts eine Sturmhaube über.

Rund 600 Teilnehmer haben sich nach Ostritz zum „Schild und Schwert“-Festival aufgemacht. Sie treffen auf ein Großaufgebot der Polizei und Hunderte Gegendemonstranten.

Weil die Beamten in der Aktion des 33 Jahre alten Bassisten den Anfangsverdacht eines Verstoßes gegen das Versammlungsgesetz vermuteten, schritten sie ein. Als der Mann die Bühne verließ, wurden seine Personalien aufgenommen. Laut Mitteilung wird die Kriminalpolizei Ermittlungen aufnehmen. Für eine Auflösung der Versammlung habe das Geschehene jedoch nicht ausgereicht.

Zuvor hatte die Polizei gegen Thorsten Heise, den Veranstalter des Neonazi-Festivals, ein Ermittlungsverfahren eingeleitet. Er soll einem Journalisten gedroht haben.

Das Festival in Ostritz, auf dem mehrere Bands aus der extremen Rechtsrock-Szene erwartet wurden, zog nach Polizeiangaben am Samstag bis zu 600 Teilnehmer an. Noch während der abendlichen Konzerte reisten demzufolge allerdings zahlreiche Versammlungsteilnehmer aus Ostritz ab. Gegen Mitternacht seien auf dem Areal an der Bahnhofstraße nur 500 und weniger Menschen gewesen.

Die Polizei setzte am Samstag auch das Alkoholverbot für die Veranstaltung um. Nachdem bereits am Vortag 4200 Liter Bier beschlagnahmt worden waren, zogen die Beamten nach eigenen Angaben noch einmal rund 200 Liter an mitgebrachten alkoholischen Getränken ein. Die Bürger von Ostritz setzten in diesem Zuge ein eher ungewöhnliches Zeichen gegen Rechtsextremismus. In einer gemeinsamen Aktion von Einwohnern und dem Internationalen Begegnungszentrum des Klosters Sankt Marienthal wurde der gesamte Bierbestand eines Supermarktes aufgekauft: Mehr als 100 Kisten. Dazu gab es etliche weitere Gegendemonstrationen. Der Polizei zufolge blieb es in Ostritz aber friedlich und ruhig.

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