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Mitteldeutschland Neonazifestival in Ostritz: keine Krawalle, aber Strafverfahren
Region Mitteldeutschland Neonazifestival in Ostritz: keine Krawalle, aber Strafverfahren
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21:47 25.04.2018
Das Neonazifestival in Ostritz ist weitgehend friedlich verlaufen. Quelle: Dirk Knofe
Ostritz

Ostritz hat Rechtsextremen die Stirn geboten. Anders als befürchtet verliefen die Proteste gegen das Neonazi-Festival „Schild & Schwert“ am Wochenende friedlich. Und das, obwohl hunderte Neonazis aus dem In- und Ausland am Wochenende in die ostsächsische Kleinstadt gereist sind – anlässlich Adolf Hitlers Geburtstag am 20. April. Nach Angaben der Polizei beschränkten sich Konflikte im Wesentlichen auf verbale Auseinandersetzungen.

Friedensfest hat 3000 Besucher

NPD-Funktionär Thorsten Heise gab die Zahl der Teilnehmer bei seinem Treffen mit etwa 1000 an. Die Stadt Ostritz hielt mit einem „Friedensfest“ dagegen und hatte am Ende mehr als 3000 Gäste.

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Bürgermeisterin Marion Prange (parteilos) zeigte sich am Sonntag erleichtert. Ostritz habe ein sehr deutliches Zeichen dafür gesetzt, wofür es stehe - für Weltoffenheit, Frieden und Toleranz: „Ich bin einfach nur noch froh, dass das alles so friedlich über die Bühne gegangen ist.“

Ähnlich formulierte es Michael Schlitt vom Internationalen Begegnungszentrum St. Marienthal. Das Fest habe die Botschaft vermitteln können, dass Ostritz und die gesamte Region nichts mit Fremdenfeindlichkeit, Rassismus und Hetze zu tun habe.

1000 Neonazis feierten am Wochenende in Ostritz das Festival „Schild & Schwert“. Bis auf einige verbale Auseinandersetzungen ist es dabei ruhig geblieben. Die Stadt Ostritz hielt mit einem „Friedensfest“ dagegen und hatte am Ende mehr als 3000 Gäste.

Schlitt hatte das „Schild & Schwert“-Festival stets als „SS“-Festival abgekürzt. Tatsächlich ging die Polizei mehrfach gegen Rechtsextreme vor, die den „Hitlergruß“ oder Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen zeigten. Per richterlicher Anordnung zog sie am Samstag T-Shirts mit dem Aufdruck „Sicherheitsdienst Arische Bruderschaft“ aus dem Verkehr.

Michael Kretschmer lobte Behörden

Der Schriftzug rahmte ein Emblem ein, wie es früher eine Grenadierdivision der SS verwendete. Ohnehin machten die Teilnehmer kein Hehl aus ihrer Gesinnung. Ein Sänger brachte es am Freitagabend beim Rechtsrock-Festival lautstark so auf den Punkt: „Wir scheißen auf Demokratie.“

Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) lobte die Arbeit von Polizei und Justiz als unaufgeregt und professionell. Zugleich würdigte er auch das Engagement der Linken - ein in Sachsen bisher fast einmaliger Vorgang. Er habe etwas dazugelernt, sagte Kretschmer am Sonntag der Deutschen Presse-Agentur und bezog sich auf ein Gespräch mit dem „Prinzen“-Sänger Sebastian Krumbiegel, der die von Linken organisierte Kundgebung „Rechts rockt nicht!“ unterstützt hatte. Kretschmer selbst war Schirmherr der Gegenveranstaltung „Friedensfest“, mit dem die Stadt auf die Neonazis reagierte.

Einen Kommentar zum Thema von LVZ Redakteur Roland Herold lesen Sie hier.

Von LVZ