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Mitteldeutschland Nudossi aus Sachsen bietet Brotaufstrich jetzt ohne Palmöl an
Region Mitteldeutschland Nudossi aus Sachsen bietet Brotaufstrich jetzt ohne Palmöl an
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13:42 27.04.2017
Nudossi stellte als neues Produkt seine palmölfreie Nuss-Schoko-Creme vor.
Nudossi stellte als neues Produkt seine palmölfreie Nuss-Schoko-Creme vor. Quelle: dpa
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Leipzig

Wer gern mit Schokocreme auf dem Brot in den Tag startet, wird aufhorchen: Der Radebeuler Nuss-Nougat-Fabrikant Nudossi bietet seinen Brotaufstrich jetzt auch ohne Palmöl an. Die Alternative zur Traditionscreme gibt es auch in neuer Verpackung, nämlich im Glas.

Seit Längerem habe das Unternehmen an einer modernen Zusammensetzung des Produkts gearbeitet, die das Thema Nachhaltigkeit in den Fokus stelle, so Geschäftsführer Thomas Hartmann. Das neue Nudossi-Produkt wird mit Sonnenblumenöl hergestellt und unterscheide sich sonst nicht von der klassischen Rezeptur des Aufstrichs, so das Unternehmen aus Sachsen. Das herkömmliche Produkt wird auch wie bisher im Plastikbecher angeboten.

Fans schwören auf den nussigen Geschmack der Creme, denn der Haselnussgehalt liegt laut Unternehmen bei 36 Prozent. Dazu werde Kakao verwendet, der durch das internationale Nachhaltigkeitsprogramm UTZ zertifiziert sei. Der palmölfreie Brotaufstrich wird zunächst nur in den Märkten der Konsumgenossenschaft Dresden sowie online und im Werksverkauf vertrieben, teilt die Firma mit.

Thomas Hartmann, Geschäftsführer der Sächsische und Dresdner Back- und Süßwaren GmbH & Co. KG will bei Nudossi stärker auf Nachhaltigkeit setzen. Quelle: dpa

Umweltschützer klären auf

Umweltschützer sehen Palmöl-Produkte kritisch. Deutschland verbrauche jährlich 1,3 Millionen Tonnen davon und gehöre damit weltweit zu den Ländern mit dem höchsten Verbrauch, so Greenpeace in einem Bericht von 2016. Das erhöhe den Druck auf die Regenwälder, die unter anderem Palmölplantagen weichen müssten. In der Folge schwinde auch der Lebensraum für bedrohte Arten wie der Orang Utan.

Damals hatte die Organisation bei 14 internationalen Firmen überprüft, ob sie ihr Palmöl bis zur Plantage zurückverfolgen können und ob sich die Zulieferer an Vorgaben für den Waldschutz halten. Kein Unternehmen habe eine komplette Liste der Zulieferer vorgelegt. Als einziger Konzern habe Ferrero belegt, dass er „annähernd 100 Prozent des Palmöls bis zur Plantage zurückverfolgen kann“, so Greenpeace weiter.

Nutella setzt weiter auf Palmöl

Ferrero produziert die Nuss-Nougat-Creme Nutella und zwar mit der Zutat Palmöl. Der Konzern lege allerdings großen Werkt auf die Nachhaltigkeit dieses Rohstoffes, teilt das Unternehmen auf seiner Webseite mit. Seit 2015 sei Ferrero deshalb Mitglied der Palm Oil Innovation Group, die Standards zur Produktion definiere und soziologische und ökologische Aspekte des Anbaus berücksichtige.

Von Evelyn ter Vehn