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Mitteldeutschland Nur noch Automatik-Autos? Was Sachsens Fahrlehrer zu Änderungen für Fahrschüler sagen
Region Mitteldeutschland Nur noch Automatik-Autos? Was Sachsens Fahrlehrer zu Änderungen für Fahrschüler sagen
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06:18 28.08.2019
Bald nur noch Fahrschulautos mit Automatikgetriebe? Eine entsprechende Regelung will das Bundesverkehrsministerium durchsetzen, nicht alle sind davon begeistert. Quelle: dpa
Leipzig

Wird es für Fahrschüler beim Praxistraining künftig einfacher – weil Autos mit Automatikgetriebe zum Standard in deutschen Fahrschulen werden? Vorige Woche waren Pläne des Bundesverkehrsministeriums bekannt geworden, auf EU-Ebene diese Regeländerung durchzusetzen. Danach würde es reichen, die Führerscheinprüfung im Automatik-Auto zu machen – und trotzdem danach auch manuelle Fahrzeuge fahren zu dürfen. Bisher ist dafür eine zusätzliche praktische Prüfung notwendig, die auch extra kostet.

Verkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) will das nun ändern und vereinfachen. Begründung: Autos mit Schaltgetriebe würden durch die Verkehrswende hin zu Elektro- und Wasserstoff-Autos immer mehr an Bedeutung verlieren.

Anforderungen in Fahrschulen steigen

Das sieht Sachsens Fahrlehrerverband nur teilweise so. Vorsitzender Andreas Grünewald sagt: „Die Fahrschulen haben derzeit das Problem, dass wegen der neuen verschärften Abgasregelungen immer weniger PKW mit Schaltgetriebe verfügbar sind.“ Zugleich stiegen die Anforderungen: So soll auf modernen Fahrzeugen ausgebildet und geprüft werden; Fahrassistenzsysteme spielten ebenfalls eine zunehmende Rolle.

Theorieprüfung zu Assistenzsystemen und E-Mobilität

„Die Fahrschüler müssen schon seit Herbst 2018 in ihrer scharfen Theorieprüfung Fragen zu Fahrerassistenzsystemen und Elektromobilität beantworten. Wegen den derzeit verwendeten Schaltfahrzeuge haben wir hier aber nur beschränkt die Möglichkeit, diese Themen auch in der praktischen Fahrerlaubnisausbildung und Prüfung zu thematisieren“, so Grünewald.

Steigen Fahrschulen tatsächlich auf E-Autos um?

Der Trend zur Elektromobilität verstärke weiter den Anpassungsdruck auch in den Fahrschulen. Denn Elektrofahrzeuge sind immer mit einem automatisierten, beziehungsweise gar keinem Getriebe ausgerüstet. „Dennoch glauben wir nicht, dass nach Wegfall der derzeitigen Automatikregelung nun gleich viele Fahrschulen ein Elektrofahrzeug anschaffen würden, denn die damit verbundenen Probleme wie Ladeinfrastruktur- und Ladezeit oder auch die Reichweite bleiben ja noch problematisch“, schränkt Verbandschef Grünewald ein.

Schulung für Fahranfänger auf Schaltgetriebe-PKW

Die Fahranfänger würden auch weiter nicht ausschließlich auf einem Automatikfahrzeug ausgebildet werden. „Wir planen nach der bestandenen Prüfung auf einem Automatikfahrzeug eine Fahrerschulung auf einem PKW mit Schaltgetriebe durchzuführen. Dies aber im Gegensatz zu heute ohne eine erneute Fahrerlaubnisprüfung.“ So würden Fahranfänger zusätzlich einige Fahrstunden im Schaltgetriebe-Auto absolvieren und anschließend vom Fahrlehrer eine Ausbildungsbescheinigung erhalten. Mit der könne der uneingeschränkte Führerschein erteilt werden.

TÜV sieht geplante Änderungen sehr kritisch

Kritisch sieht die geplanten Änderungen dagegen der TÜV. „Mit diesem Vorschlag würde man der Verkehrssicherheit auf deutschen Straßen einen Bärendienst erweisen“, sagt Joachim Bühler vom TÜV-Verband Spiegel online. Mit zunehmender Verkehrsdichte, neuen Fahrzeugen wie E-Scootern und zusätzlicher Technik in den Fahrzeugen nähmen die Anforderungen an die Fahrer zu. Wenige Übungsstunden auf einem leeren Supermarktparkplatz mit einem Schaltgetriebe-PKW würden da nicht reichen. Bühler fordert daher, dass die Eignung dafür auch weiter mit einer Prüfung nachgewiesen wird.

Von Olaf Majer

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