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Mitteldeutschland Ostdeutsche haben weniger Vertrauen in die Demokratie
Region Mitteldeutschland Ostdeutsche haben weniger Vertrauen in die Demokratie
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13:27 23.01.2019
Blick in den Deutschen Bundestag. Quelle: epd-bild/Christian Ditsch
Leipzig

Die Menschen in Ostdeutschland haben weniger Vertrauen in Demokratie und Staat als die Bevölkerung im Westen. Das ergab eine Umfrage des Instituts für Demoskopie Allensbach im Auftrag der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ (FAZ). Danach sagten 77 Prozent der Befragten in Westdeutschland, dass die Demokratie, die wir in Deutschland haben, die beste Staatsform ist. In Ostdeutschland fanden lediglich 42 Prozent, dass die Demokratie der Bundesrepublik das beste System ist. Fast jeder Vierte im Osten glaubt, dass es bessere Staatsformen gibt. Im Westen ist es nur jeder Zehnte.

Auf die Frage, ob es ein Wirtschaftssystem gebe, das besser ist als die Marktwirtschaft, antworteten in Westdeutschland 48 Prozent der Befragten mit Nein, in Ostdeutschland lediglich 30 Prozent.

Zwei Drittel der Westdeutschen, aber nur die Hälfte der Ostdeutschen vertrauen darauf, dass Grundrechte wie die Meinungsfreiheit wirksam geschützt sind. Zudem messen die Ostdeutschen der Herkunft aus Ost- oder Westdeutschland eine wesentlich höhere Bedeutung bei. Nur 26 Prozent der Westdeutschen, aber 52 Prozent der Ostdeutschen sind davon überzeugt, dass diese Herkunft eine der wichtigsten Trennlinien in Deutschland ist. Auch bei den Parteipräferenzen gibt es signifikante Unterschiede. So verzeichnen Linke und AfD, die keine Geschichte als Westpartei haben, größeren Zuspruch im Osten als im Westen. Das Gefühl der Fremdheit präge die Parteipräferenzen mehr als unterschiedliche Akzente der politischen Agenda, sagte dazu Renate Köcher von Allensbach in der FAZ. Die Ergebnisse der Umfrage zeigten laut Köcher, dass sich „viele Ostdeutsche immer noch fremd im eigenen Haus fühlen“ Befragt wurden vom 5. bis 17. Januar 1249 Menschen.

Zu ähnlichen Ergebnissen kam eine bundesweite Umfrage der Leipziger Volkszeitung vom Dezember 2018. Danach hielten im Westen 67 Prozent Deutschland mit seinem Parteiensystem und seiner parlamentarischen Demokratie für stabil, im Osten nur 55 Prozent. Während im Osten 29 Prozent in einem starken Machthaber eine gute Regierungsform sahen, teilten diese Meinung im Westen nur 20 Prozent. Einen starken direkt gewählten Präsidenten in Deutschland nach amerikanischen oder russischem Vorbild befürworteten im Osten 24 Prozent, im Westen nur 13 Prozent. Befragt wurden Anfang Dezember 803 repräsentativ ausgewählte Erwachsene.

Von Anita Kecke

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