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Mitteldeutschland Ostritz: Proteste gegen Neonazi-Festival
Region Mitteldeutschland Ostritz: Proteste gegen Neonazi-Festival
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21:30 22.06.2019
(Archiv) Ostritz will mit dem Friedensfest auf ein neuerliches Treffen von Neonazis zum Schild-und-Schwert-Festival in der ostsächsischen Stadt reagieren Quelle: Daniel Schäfer/dpa-Zentralbild/
Ostritz

Das zweitägige rechtsextreme Festival „Schild und Schwert“ auf dem Gelände des „Hotel Neißeblick“ zog nach Angaben der Polizei am Samstag bis zu 600 Teilnehmer an. Dazu wurden etliche Bands aus der extremen Rechtsrock-Szene erwartet.

Hans Sarpei war auch dabei

Die Kommune und zahlreiche Initiativen und Vereine reagierten mit einem Gegenprogramm. So wurden die Proteste in ein Bürgerfest zum hundertjährigen Jubiläum des Ostritzer Ballspielclubs eingebettet, auf dem Marktplatz waren unter dem Motto „Das Ostritzer Friedensfest macht Bildungsurlaub“ eine Oase mit Sand, Liegestühlen und Wasserbassins aufgebaut. Prominenter Gast war der frühere Schalke-Spieler Hans Sarpei.

Schuhe als Kunstwerk

Mit einer Kunstaktion mit 2.262 Paar Schuhen in den Straßen des Ortes wurde an die Tausenden Menschen erinnert, die an Europas Außengrenzen ums Leben kommen. Neben den Veranstaltungen der Bürger vor Ort hatten die Initiativen „Rechts rockt nicht“ und „Leipzig nimmt Platz“ eine Demonstration angemeldet, an der sich nach Angaben von Polizeisprecher Torsten Jahn über 300 Menschen beteiligten.

Mehrere hundert Teilnehmer

Anders als zuvor hatten die Initiatoren des Ostritzer Friedensfestes, darunter das Internationale Begegnungszentrum St. Marienthal, dieses Mal kein eigenes Programm auf dem Marktplatz präsentiert sondern unterstützten das Bürgerfest zum Ballspielclub-Jubiläum. Der Sprecher des Ostritzer Friedensfestes, Markus Kremser, sprach von etwa 1.000 Menschen, die sich an dem Fest und weiteren Gegenveranstaltungen beteiligten. Die Polizei sprach von mehreren hundert Teilnehmern.

Großer Dank vom Ministerpräsidenten

Sachsen Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) dankte den Ostritzern am Samstag für ihr Engagement. „Wenn Rechtsextremisten mit ihren menschenverachtenden Parolen versuchen das Bild zu bestimmen, müssen uns alle dagegen wenden“, sagte Kretschmer auf Twitter. Das sei wichtig, weil oft aus Worten Taten folgten.

Alkoholverbot

Die Kommune hatte für das Neonazi-Festival ein absolutes Alkoholverbot erlassen. In der Folge beschlagnahmte die Polizei am Freitag nach Angaben ihres Sprechers 4.200 Liter Bier und am Samstag weiter 200 Liter. Nachdem sich der Veranstalter des Neonazi-Festivals, Thorsten Heise, drohend gegenüber einem Journalisten geäußert haben soll, werde gegen ihn ermittelt, sagte Polizeisprecher Jahn: „Wir prüfen das jetzt.“ Die Polizei waren mit mehreren hundert Einsatzkräften vor Ort.

Nicht das erste Friedensfest

Bereits im April und November 2018 sowie im April dieses Jahres hatte der 2.300-Einwohner-Ort Ostritz Friedensfeste mit bis zu 3.000 Teilnehmern organisiert. Die Stadt reagierte damit auf ebenfalls jeweils zeitgleich stattfindende Festivals, zu denen mehrere hundert Rechtsextremisten aus ganz Deutschland anreisten.

Von RND/epd

Wie die sächsische Polizei auf Twitter bekannt gab, wurde ein Ermittlungsverfahren gegen Thorsten Heise eingeleitet. Der Veranstalter des "Schwert & Schild"-Festivals in Ostritz soll einem Journalisten gedroht haben.

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