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Mitteldeutschland Wie Bernd Schneider aus Gera die Leukämie überstanden hat
Region Mitteldeutschland Wie Bernd Schneider aus Gera die Leukämie überstanden hat
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11:48 11.12.2019
Nach überstandener Leukämie kommt der Geraer Bernd Schneider zur Nachuntersuchung nach Leipzig ins José-Carreras-Haus. Seine Frau Christina begleitet ihn oft. Quelle: André Kempner
Leipzig

Etliche Male hat Bernd Schneider mit seiner Frau die José-Carreras-Gala im Fernsehen gesehen. Nie hätte sich der 61-jährige Geraer träumen lassen, dass er mal selbst als Gast in der Show sitzen würde. Dass er im Vorfeld den spanischen Tenor sogar persönlich treffen, ihm „Hallo“ sagen und die Hand schütteln würde. Nie im Leben hätte Bernd Schneider allerdings auch damit gerechnet, dass er eines Tages selbst an Leukämie erkrankt.

Im Vorfeld der Gala gab es in Leipzig ein Treffen zwischen Startenor José Carreras, Leukämiepatient Bernd Schneider (61) aus Gera und dessen Frau Christina. Ein Kamerateam war dabei. Quelle: Torsten Fricke

„Lass dich nicht so hängen“

Als ihm 2017 bei sportlicher Betätigung recht schnell die Luft wegblieb, glaubte der Tischtennisspieler, er sei einfach schlecht drauf oder seine Fitness lasse nach. „Komm, lass dich nicht so hängen“, ermunterte ihn seine Frau Christina (61) bei gemeinsamen Radtouren oder Wanderungen. Doch bei einer ärztlichen Vorsorgeuntersuchung zeigte sich: Mit den Blutwerten ist etwas nicht in Ordnung. Im November 2017 ließ die Diagnose dann keinen Zweifel mehr: Bernd Schneider stand an der Schwelle zu einer akuten Leukämie. Und die Kurve zeigte, dass die Krankheit bei ihm schnell fortschreitet. „Mit der Diagnose hat man einen großen Rucksack zu tragen“, blickt der Service-Ingenieur für Medizintechnik auf die Zeit vor zwei Jahren zurück. „Ohnmacht, Trauer, Ängste, Wut, Gefühle von Ungerechtigkeit und die Frage ,Warum ich?’ belasten einen sehr.“ Seiner Frau, mit der er 41 Jahre verheiratet ist, kommen heute noch die Tränen, wenn sie daran zurückdenkt.

Nur eine Transplantation konnte ihn retten

Zunächst wurde Bernd Schneider in Gera behandelt, im Oktober 2018 kam er an die Uniklinik Leipzig. Mit Chemotherapie wurde versucht, die weitere Verschlechterung seines Zustandes zu stoppen. Doch schon bald war klar, dass ihm dauerhaft nur eine Stammzelltransplantation helfen kann. Ein zu 100 Prozent passender Spender wurde nicht gefunden. Aber wenigstens einer mit 50-prozentiger Übereinstimmung: Schneiders eigene Tochter, die 36-jährige Yvonne. Ab Gründonnerstag 2019 lag Bernd Schneider auf der Knochenmark-Transplantationseinheit, wo er auf den Eingriff vorbereitet wurde. Einen Monat später war es soweit, „dann saß ich in dem Zug drin und er hielt nicht mehr an“. Seiner Tochter wurden die Stammzellen entnommen und – nach Aufbereitung – einen Tag später an den Vater übertragen. So einfach wie bei einer Infusion.

Akutphase gut überstanden

„Die erste Woche war krass“, erinnert sich Christina Schneider. „Jeden Tag die Frage, wie die Werte sind und ob es hilft.“ Es hat geholfen – ganz allmählich ging es für ihren Mann aufwärts. Mitte Juni 2019 wurde er nach Hause entlassen. Die Akutphase der ersten 100 Tage hat er gut überstanden, ohne schwere Zwischenfälle wie Infektionen oder Spenderreaktionen. „Es war eine Hochrisikoerkrankung. Aber aus medizinischer Sicht lief die Transplantation ganz erfreulich und die Akutphase relativ unkompliziert. Stand heute ist Herr Schneider geheilt“, sagt Oberarzt Georg-Nikolaus Franke.

Nach einem halben Jahr die erste Thüringer Bratwurst

Anfangs musste der Geraer zweimal wöchentlich zur ambulanten Nachkontrolle ins Leipziger Carreras-Haus kommen, jetzt nur noch einmal im Monat. Er nimmt viele Medikamente und räumt ein, dass nicht jeder Tag für ihn ein guter ist. Sehr geholfen hat ihm die dreiwöchige Reha in Bad Elster; dort machte er viele Sportkurse mit und baute seine Muskeln wieder auf. Nach der langen Zeit im Krankenhaus genoss er richtig den Duft einer grünen Wiese, das Rapsfeld und sogar den Regen. „Und nach einem halben Jahr habe ich auch wieder eine Thüringer Bratwurst gegessen“, berichtet der Thüringer lachend.

Freude auf Weihnachten in Familie

Das Ehepaar Schneider freut sich auf Weihnachten mit der ganzen Familie, „denn vergangenes Jahr stand die Frage, ob es sein letztes wird“. Und auf eine Silvester-Kurzreise mit dem Freundeskreis nach Bad Schandau. Vorher aber steht am Donnerstag der Besuch der Carreras-Gala in Leipzig an. Bernd Schneiders Geschichte wird in der Show vorgestellt. Das hat dem zurückhaltenden Mann im Vorfeld zwei Tage intensive Arbeit mit Fernsehen und Presse eingebracht. „Aber wenn die Mediziner einen fragen, möchte man auch etwas zurückgeben.“

Von Kerstin Decker

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