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Mitteldeutschland Protest gegen drohende Abbaggerung im Landkreis Leipzig
Region Mitteldeutschland Protest gegen drohende Abbaggerung im Landkreis Leipzig
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16:51 10.09.2017
Über 1000 bunte Wimpel wehen aktuell über den Straßen des vom Tagebau bedrohten Dorfes Pödelwitz. Quelle: Andreas Döring
Pödelwitz/Leipzig

Greenpeace-Aktivisten haben am Wochenende erneut gegen die drohende Abbaggerung des sächsischen Dorfes Pödelwitz (Landkreis Leipzig) zur Erweiterung eines Braunkohletagebaus protestiert. Nach Angaben von Greenpeace Leipzig hängten sie in dem Ort am Samstag mehr als 1.000 Wimpel auf. Darauf seien Solidaritätsbekundungen von Menschen aus ganz Deutschland zu lesen. Mit ähnlichen Aktionen machen Umweltaktivisten regelmäßig auf die Situation in dem rund 700 Jahre alten Ort im Leipziger Süden aufmerksam.

Felix Herrmann von Greenpeace Leipzig sagte, Deutschland brauche keine neuen Tagebaue. Der deutsche Kohleausstieg sei bereits beschlossene Sache. Spätestens 2030 müsse das letzte Kohlekraftwerk in Deutschland abgeschaltet werden. Jens Hausner von der Bürgerinitiative Pro Pödelwitz ergänzte, mit neuen Tagebauen würden die deutschen Klimaziele „krachend verfehlt“. „Wir werden unser Dorf nicht hergeben, damit der Klimawandel weiter angeheizt werden kann“, fügte Hausner hinzu.

Pödelwitz liegt am Rand des Braunkohletagebaus „Vereinigtes Schleenhain“. Der Betreiber, die Mitteldeutsche Braunkohlegesellschaft (Mibrag), will den Tagebau erweitern und Braunkohle unter den Ortsteilen Pödelwitz und Obertitz der Gemeinde Groitzsch fördern.

Nach Angaben der Bürgerinitiative hat die Mibrag bereits 80 Prozent der Häuser in Pödelwitz aufgekauft. Von den ursprünglich 130 Bewohnern leben demnach nur noch rund drei Dutzend in Pödelwitz, die übrigen wurden umgesiedelt. Eine Genehmigung zur Förderung der Braunkohle unter dem Dorf wird laut der Bürgerinitiative frühestens 2022 vorliegen.

LVZ

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