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Mitteldeutschland 3000 Menschen protestieren in Halle gegen rechte "Identitäre Bewegung"
Region Mitteldeutschland 3000 Menschen protestieren in Halle gegen rechte "Identitäre Bewegung"
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12:13 21.07.2019
Demonstranten protestieren in Halle gegen eine Veranstaltung der rechtsextremen "Identitären Bewegung". Quelle: dpa/Martin Pelzl
Halle/Leipzig

In Halle haben sich am Samstag zahlreiche Demonstranten versammelt, um gegen einen geplanten Aufzug der Identitären Bewegung zu protestieren. Die Gegner der rechtsextremen Bewegung unterbanden mit Blockaden einen Demonstrationszug der "IB" durch die Stadt.

Bürgerfest setzt Zeichen für Weltoffenheit

Das Bündnis „Halle gegen Rechts“ hatte zu mehreren Aktionen aufgerufen.  Es werde auch mit Teilnehmern an den Protesten aus anderen Städten wie Leipzig gerechnet, sagte ein Sprecher des Bündnisses. Die Stadt und die Universität setzten zudem mit einem gut besuchten Bürgerfest auf dem Markt ein Zeichen für Demokratie und Weltoffenheit. Zur Teilnehmerzahl liegen keine Angaben vor. Am Nachmittag mischte sich der Neonazi Sven Liebich unter das Bürgerfest und kletterte auf ein Autodach. Zunächst ließ die Polizei Liebigs Spontankundgebung zu, unterband die Aktion aber später.

Gleich mehrere Demonstrationen und ein Bürgerfest stellen sich am Samstag in Halle einem Aufzug der rechtsextremen "Identitären Bewegung" entgegen. (Bilder: Martin Pelzl und dpa)

Am Mittag waren sämtliche Zugänge zur Adam-Kuckhoff-Straße, in welcher ein Gebäude der "Identitären Bewegung" liegt, durch Demonstranten blockiert. Die Polizei musste die Teilnehmer der "IB"-Veranstaltung zum Gebäude eskortiert werden. Zur Veranstaltung der Rechten kamen Beobachtern vor Ort zu Folge etwa 200 Teilnehmer. Am Mittag wurde eine Gruppe von etwa 50 "Identitären" am Hauptbahnhof von der Polizei zurück zum Hotel gebracht. Durch die Blockaden war kein Durchkommen. Der Demonstrationszug der Rechten konnte nicht starten. 

>> Lesen Sie auch: Verfassungsschutz stuft „Identitäre Bewegung“ als klar rechtsextremistisch ein

Auf der Seite der Proteste gegen Rechts waren es zwischen 600 und 1000 im Umfeld der Adam-Kuckhoff-Straße. Gegen Mittag versuchten Gegendemonstranten zur Kundgebung der "IB" durchzubrechen. Abgesehen davon bleibt es nach Polizeiangaben weitgehend friedlich.

So lief der Nachmittag

Am Nachmittag konzentrierten sich die Proteste dann vor allem auf den Bereich um das "IB"-Haus. Gegen 15.30 Uhr untersagten die Behörden schließlich den geplanten Demozug der Rechten. In der Folge lösten sich die Blockaden der Gegendemonstranten auf. Die Anhänger der "Indentitären Bewegung" konnten abziehen. Das Sommerfest durfte aber stattfinden, löste sich aber zum frühen Abend hin allmählich auf. Die Polizei richtete einen Durchgang ein, so dass "IB"-Anhänger den Bereich verlassen konnten. Ein geregelter Abzug fand nicht statt. Am Nachmittag brannte in der Nähe der Veranstaltung ein Pkw aus. Ob es einen Zusammenhang mit den Demonstrationen gibt, steht nicht fest.

Die Polizei war mit einem Großaufgebot von mehren Hundertschaften im Einsatz, darunter Kräfte aus Thüringen, Baden-Württemberg, Bayern, Sachsen, Nordrhein-Westfalen der Bundespolizei, sowie der Bereitschaftspolizei aus Sachsen-Anhalt. In Folge der Demonstrationszüge und Veranstaltungen kam es zu Verkehrseinschränkungen in der Innenstadt von Halle. 

Der Verfassungsschutz hatte erst kürzlich die Identitäre Bewegung nach jahrelanger Prüfung als rechtsextremistisches Beobachtungsobjekt eingestuft. Sie hat in Halle ein Haus, das als eine Zentrale für Deutschland gilt.

dpa/joka

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