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Mitteldeutschland Pulse of Europe beschwört in Dresden engagierte Zivilgesellschaft
Region Mitteldeutschland Pulse of Europe beschwört in Dresden engagierte Zivilgesellschaft
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16:47 28.04.2019
Pulse-of-Europe-Gründer Daniel Röder spricht in Dresden. Quelle: Dietrich Flechtner
Dresden

Vier Wochen vor der Europawahl hat der Dresdner Ableger von „Pulse of Europe“ (PoE) am Sonnabend wieder mit einer Kundgebung für ein geeintes und starkes Europa geworben. Etwa 150 Anhänger der Pro-Europa-Initiative versammelten sich an der Frauenkirche. Angesichts des drohenden Rechtsrucks sei es enorm wichtig, dass möglichst viele EU-Bürger wählen gehen, so die Botschaft der Organisatoren.

Passend dazu waren europafreundliche Parteien und Initiativen geladen, um sich vorzustellen. An den Ständen von Grünen, Linken, SPD, FDP und CDU, der Partei der Humanisten sowie der Jungen Europäischen Föderalisten Sachsen und des Kulturhauptstadtbüros Dresden konnten sich Passanten informieren und mit den Vertretern ins Gespräch kommen.

Unterstützung vom PoE-Gründer

Pulse-of-Europe-Gründer Daniel Röder war extra nach Dresden gekommen, um die Zuhörer anzuspornen: „Wir müssen Haltung entwickeln und für unsere Werte einstehen!“ Die Grundlagen des Zusammenlebens seien seit dem Ende des Zweiten Weltkrieges noch nie so bedroht gewesen wie aktuell. Ein „Europa der Vaterländer“, wie es beispielsweise die AfD propagiere, könne nicht funktionieren; Grenzen um Nationalstaaten führten unweigerlich zum Krieg, das habe die Vergangenheit gezeigt. Die politischen Entwicklungen in Polen, Österreich, Ungarn und Frankreich seien keine guten Vorbilder, so der Frankfurter Jurist. Europa müsse ein zivilgesellschaftliches Projekt sein. „Was wir wirklich brauchen, sind Dialoge“, rief Röder, und animierte die Zuhörer zu einem Sprechchor „Wir sind Europa!“.

Pulse-of-Europe-Gründer Daniel Röder auf dem Neumarkt. Quelle: Dietrich Flechtner

EU-Slam und ein „lovely Brexit

Viel Applaus gab’s für Poetry Slammerin Caroline Schweiker und ihre Wünsche an Europa und die Demokratie. Die Studentin hatte 2017 ihren ersten Text bei Pulse of Europe vorgetragen.

Beifall erntete auch Michael Halstead. Der Brite lebt seit 2000 in Dresden und leitet das Eclectic Theatre im Theaterhaus Rudi. „Ich finde den Brexit eine Katastrophe – nicht nur für Großbritannien, sondern für die gesamte europäische Union“, sagte der Autor und kündigte für September gleich sein neuestes Stück an: „Oh what a lovely Brexit“.

Gunda Röstel, Ex-Grünen-Sprecherin und heute Geschäftsführerin der Dresdner Stadtentwässerung, erzählte, wie sie sich Mitte der 1990er als „Landpomeranze aus Flöha“ bei Helmut Kohl vorstellte und er ihr darlegte, dass in seinen Augen nicht Wirtschaft oder Rente die großen Themen seien, sondern der europäische Zusammenhalt. Nur eine starke EU könne die wirtschaftliche Entwicklung, Umwelt und Klimaschutz sowie Freiheit und Frieden sichern, zeigte sich auch Röstel überzeugt.

AfD als wandelnde Werbeplakate

Am Rande des PoE-Kundgebung warben auch die Befürworter eines „Europas der Vaterländer“ für ihre Ansichten – als wandelnde Wahlplakate. Etwa ein Dutzend Personen hatten sich Poster mit AfD-Werbeslogans umgehängt und flanierten damit über den Neumarkt. Nach etwa einer Viertelstunde forderten Polizisten die Wahlkämpfer auf, etwas mehr Abstand zur Europa-Demo zu halten.

Von ttr

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