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Mitteldeutschland So marode sind Sachsens Bahnbrücken
Region Mitteldeutschland So marode sind Sachsens Bahnbrücken
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07:02 20.08.2019
Ein ICE fährt über die älteste noch in Betrieb befindliche Eisenbahnbrücke Deutschlands bei Wurzen. Sie befindet sich an der Bahnstrecke Leipzig–Dresden wird seit 1838 befahren. Quelle: Jan Woitas/dpa
Leipzig

Die Qualität der Eisenbahnbrücken in den drei mitteldeutschen Bundesländern ist insgesamt deutlich besser als der gesamtdeutsche Schnitt. Dies ergab eine LVZ-Anfrage bei der Deutschen Bahn. Primus ist demnach Sachsen-Anhalt, wo lediglich 1,3 Prozent – in Bauwerken zwölf Stück – der gut 900 Eisenbahnbrücken so gravierende Schäden aufweisen, sodass sie in den kommenden Jahren komplett ersetzt werden müssen.

Schöne Bahn-Brücken in Mitteldeutschland

Bummelletzter ist aktuell der Freistaat Sachsen. Im bevölkerungsreichsten Bundesland des mitteldeutschen Triumvirats, das mit knapp 2000 Brücken über die meisten und zugleich mit 2500 Streckenkilometern über das längste Netz verfügt, gehören 3,2 Prozent der Bauwerke – oder in Bauwerken 61 – zur sogenannten Zustandskategorie 4. In dieser listet die Bahn Brücken auf, die zwar über gravierende Schäden am Bauwerksteil verfügen, deren Sicherheit aber noch nicht gefährdet ist. Für diese Brücken ist eine wirtschaftliche Instandsetzung nicht mehr möglich. Sie müssen zeitnah ersetzt werden.

Thüringen im Mittelfeld

In die Mitte kuschelt sich der Freistaat Thüringen. 32 Brücken oder 2,7 Prozent aller rund 1200 Bauwerke werden gravierende Schäden attestiert. Mit rund 1500 Streckenkilometern verfügt Thüringen über das kürzeste Netz, Sachsen-Anhalt kommt auf gut 2300. Alles in allem liegen die drei mitteldeutschen Länder aber deutlich unter dem Bundesschnitt von fünf Prozent maroder Brücken.

„Die Zustandskategorie 4 trifft keine Aussage über die Betriebssicherheit der Brückenbauwerke“, erläutert eine Bahn-Sprecherin. Die Betriebssicherheit werde durch regelmäßige Inspektionen sichergestellt. „Selbst Brücken der schlechtesten Zustandskategorie sind für die Nutzung im Eisenbahnbetrieb sicher, sonst würde gar kein Betrieb zugelassen“, so die Bahn-Mitarbeiterin.

Sanierungsstau wird geringer

Dem Sanierungsstau geht es aber seit 2015 im Rahmen des größten Modernisierungsprogramms in der Geschichte der Deutschen Bahn an den Kragen. Bis Ende dieses Jahres werden bundesweit 28 Milliarden Euro investiert. Davon bekommt auch Mitteldeutschland etwas ab. Für gut 450 Millionen Euro werden 113 Brücken erneuert – 37 in Sachsen, 45 in Sachsen-Anhalt und 31 in Thüringen.

Der letzte Rang der Sachsen verwundert ein wenig, die eigentlich dafür bekannt sind, seit über 180 Jahren gute und stabile Brücken bauen zu können. Die älteste noch in Betrieb befindliche Eisenbahnbrücke Deutschlands bei Wurzen an der Bahnstrecke LeipzigDresden wird seit 1838 regulär befahren – selbst ICE sind hier noch unterwegs. Und mit über 26 Millionen Ziegelsteinen und 98 Bögen hält die Göltzschtalbrücke zwischen Reichenbach und Netzschkau seit fast 170 Jahren den Rekord als größte Ziegelsteinbrücke der Welt.

Von Martin Pelzl

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