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Mitteldeutschland Verbot von Neonazi-Gruppierung „Nordadler“ - Razzien auch in Sachsen
Region Mitteldeutschland

Razzien in Sachsen: Neonazi-Gruppe„Nordadler“ verboten

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10:45 23.06.2020
Im Zusammenhang mit dem Verbot der rechtsextremistischen Vereinigung „Nordadler“ hat es in Sachsen Durchsuchungen gegeben (Symbolbild). Quelle: dpa/Patrick Seeger
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Dresden/Berlin

Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) hat die rechtsextremistische Vereinigung „Nordadler“ verboten und damit auch Durchsuchungen in Sachsen ausgelöst. Nach Angaben des sächsischen Innenministeriums sind zwei Objekte in Dresden und Pirna betroffen. Im Verdacht stehen zwei Personen im Alter von 19 und 36 Jahren. Nähere Details wurden zunächst nicht bekannt.

Auch in Nordrhein-Westfalen, Brandenburg und Niedersachsen gab es laut Bundesinnenministerium Razzien bei wichtigen Vereinsmitgliedern. „Seit den Morgenstunden laufen in vier Bundesländern polizeiliche Maßnahmen“, teilte der Sprecher des Ministeriums, Steve Alter, am Dienstagmorgen auf Twitter mit.

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Innenminister Wöller: „Frühzeitig den Boden entziehen“

Rechtsextremismus und nationalsozialistisches Gedankengut haben in unserer Demokratie keinen Platz. Daher ist es richtig, Vereinigungen wie "Nordadler" zu verbieten und ihren verfassungswidrigen Bestrebungen frühzeitig den Boden zu entziehen“, sagte der sächsische Innenminister Roland Wöller (CDU) der Deutschen Presse-Agentur in Dresden.

„Es erscheint mir nachvollziehbar, dass das Bundesinnenministerium gegen diese Gruppe einschreitet. Allerdings hören wir heute von Behörden zum ersten Mal, dass "Nordadler" auch Bezüge nach Sachsen hat“, sagte die sächsische Landtagsabgeordnete Kerstin Köditz (Linke).

Nordadler“ agierte vor allem im Netz

Darüber hätten Wöller und das Landesamt für Verfassungsschutz bisher nichts berichtet: „Das besorgt mich auch deshalb, weil dadurch die Öffentlichkeit im Unklaren gelassen wurde über eine offenbar gefährliche Gruppierung, gegen die sogar ein Rechtsterrorismus-Verfahren eingeleitet worden ist. Die Gefahr des Rechtsterrorismus bekämpft man nicht, indem man sie verschweigt.“Nach Informationen aus dem Bundesinnenministeriums agiert die Vereinigung vorwiegend im Netz. Sie vertrete eine nationalsozialistische Ideologie und firmiere auch unter den Bezeichnungen „Völkische Revolution“, „Völkische Jugend“, „Völkische Gemeinschaft“ und „Völkische Renaissance“.

Ausgeprägter Antisemitismus

Die Rechtsextremisten bekennen sich demnach zu Adolf Hitler und anderen wichtigen Vertretern des Nazi-Regimes und nutzen Symbole und Sprache des Nazi-Regimes, hieß es. Dazu plane „Nordadler“ ein nationalsozialistisches Siedlungsprojekt mit Gleichgesinnten im ländlichen Raum. Die Gruppe wird als ausgeprägt antisemitisch beschrieben.

Von dpa

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