Bei einem Aufmarsch der rechtsextremen Partei "III. Weg" und mehren Gegendemonstrationen in Plauen kam es zu Auseinandersetzungen auf beiden Seiten. Dabei gab es mehrere Verletzte. Die Polizei sprach in einem Tweet von einem „massiven Gewaltausbruch“. Sowohl von Linken wie auch von Rechten habe es Angriffe gegen Polizisten gegeben, sagte ein Polizeisprecher. Wasserwerfer wurden eingesetzt.
Zuvor waren gegen einen Aufmarsch von Rechtsextremen etwa 1000 linke Demonstranten auf die Straße gegangen. Die Teilnehmer waren schwarz gekleidet, viele von ihnen vermummt. Die Polizei war mit einem großen Aufgebot vor Ort. Wie die Polizei am Abend erklärte, versammelten sich etwa 1000 Neonazis.
Die Polizei war am Nachmittag dabei, die linke Kundgebung aufzulösen. Die rechte Demonstration war zuvor bereits beendet worden. Rechtsextreme attackierten Polizisten mit Pfefferspray und Fahnenstangen. Anschließend zogen Gruppen von Rechtsextremen ohne Sicherung durch Polizeikräfte durch die Stadt. Dabei soll ein Journalist von etwa 20 Rechtsextremen bedroht worden sein.
Rechtsextreme schlagen Frau mit Metallrohr bewusstlos
Nach der Auflösung der Demonstration attackierten zwei Rechtsextreme eine Gegendemonstrantin. Wie ein Reporter der Nachrichtenagentur „News5“ gegenüber lvz.de erklärte, stand die Frau allein und rief „Nazis raus!“ als sich zwei Männer aus dem Pulk der Rechtsextremen lösten und auf die Gegendemonstrantin zugingen. Einer der Männer schlug der Frau mit einer Metallstange, vermutlich einem Kamerastativ, auf den Kopf.
Die Getroffene ging sofort bewusstlos zu Boden und wurde von dem zweiten Mann attackiert, bis weitere Gegendemonstranten der Frau zur Hilfe kamen. Diese blieb ohnmächtig am Boden liegen. Unter Bezug auf Hinweise zu dem Fall aus den sozialen Netzwerken erklärte die Polizei, dass sie den Vorfall mit vorliegenden Anzeigen abgleichen und gegebenenfalls ermitteln werde.
Den vollständigen Video-Bericht zum Vorfall finden Sie unter diesem Link.
Am Abend erklärte die zuständige Polizeidirektion Zwickau, dass bei Angriffen von linken wie auch rechten Demonstranten fünf Polizisten verletzt worden sein. Zwei Wasserwerfer mussten gegen Rechtsextreme eingesetzt werden. Die Polizei ermittelt gegen Teilnehmer beider Lager wegen Landfriedensbruchs. Weitere Verfahren werden wegen Körperverletzung, Sachbeschädigung und Verstößen gegen das Versammlungsgesetz geführt.
Kritik am Polizeieinsatz
Kritik entzündete sich am Vorgehen der Polizei. So seien Verstöße gegen das Vermummungsgebot seitens rechtsextremer Demonstranten nicht geahndet worden. Auch als diese forderten, Menschen ins KZ zu schicken, hätten Beamte tatenlos daneben gestanden, so die Vorwürfe. Ein Sprecher der Polizei verneinte Kenntnisse zu dem Vorfall. Teilnehmer der Gegendemonstration kritisierten weiterhin das harte Vorgehen der Polizei. Ein Fotograf soll von einem Beamten niedergeschlagen worden sein, teilte „Straßengezwitscher“ via Twitter mit. Nach Auflösung der rechten Demonstration zogen die Rechtsextremen ohne Absicherung durch Sicherheitskräfte durch Plauen.
Wiederholt haben Neonazis aus ganz Deutschland die vogtländische Stadt am Tag der Arbeit zum Ziel auserkoren. Bereits vor zwei Jahren waren hunderte Rechte durch Plauen marschiert. Schon seit Wochen war auf einschlägigen Internetseiten bundesweit für den 1. Mai in Plauen mobilisiert worden - sowohl von Linksautonomen wie auch von Rechten.
joka mit dpa