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Mitteldeutschland Rechtsterror in Kleinstadt – Dritter Prozess gegen „Gruppe Freital“
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Rechtsterror in Kleinstadt – Dritter Prozess gegen „Gruppe Freital“

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08:18 24.01.2021
Am Dienstag beginnt ein weiterer Prozess zu den Umtrieben der „“Gruppe Freital“ am Staatsschutzsenat des Oberlandesgerichts (OLG) Dresden.
Am Dienstag beginnt ein weiterer Prozess zu den Umtrieben der „“Gruppe Freital“ am Staatsschutzsenat des Oberlandesgerichts (OLG) Dresden. Quelle: Arno Burgi/dpa
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Dresden

Die „Gruppe Freital“ bestand 2015 nur wenige Monate und steht nach Überzeugung der Justiz für rechten Terror in der Kleinstadt südwestlich von Dresden und Umgebung. Am Dienstag beginnt nun ein weiterer Prozess zu den Umtrieben der rechtsextremen Vereinigung am Staatsschutzsenat des Oberlandesgerichts (OLG) Dresden.

Es ist das dritte und zugleich letzte Verfahren zu dem Komplex. Dafür wurden zwei weitere Anklagen gegen Beschuldigte der „zweiten Reihe“ verbunden, mit je über 100 Seiten Aktenumfang, wie ein Gerichtssprecher sagt. In dem für Terrorverfahren genutzten und speziell gesicherten Gerichtsgebäude am Rande der sächsischen Landeshauptstadt müssen sich drei weitere mutmaßliche Unterstützer aus Freital und Ostsachsen verantworten.

Sprengstoffanschläge auf Ausländer und politisch Andersdenkende

Eine 56-Jährige und ein 34-Jähriger sollen am Angriff auf ein alternatives Dresdner Wohnprojekt im Oktober 2015 beteiligt gewesen sein. Die Altenpflegerin und der Einzelhandelskaufmann aus Freital sind wegen Unterstützung einer terroristischen Vereinigung angeklagt. Ein Rohrnetzmonteur aus dem Landkreis Bautzen war nach Überzeugung der Generalstaatsanwaltschaft an dem Geschehen beteiligt. Sie wirft dem 51-Jährigen auch Herbeiführen einer Sprengstoffexplosion, Sachbeschädigung, gefährliche Körperverletzung und versuchte gefährliche Körperverletzung vor.

Die „Gruppe Freital“ hatte 2015 Sprengstoffanschläge auf Ausländer und politisch Andersdenkende verübt. Sieben Männer und eine Frau, darunter die Rädelsführer, waren im März 2018 zu Freiheitsstrafen zwischen vier und zehn Jahren verurteilt worden. Seit September 2020 läuft ein weiterer Prozess gegen drei Männer und eine Frau, in dem nach 20 Verhandlungstagen am kommenden Montag die Plädoyers beginnen sollen. Es geht um Beihilfe zum versuchten Mord wegen Anschlägen auf Stadträte und Ausländer, Sachbeschädigung und das Verwenden von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen.

Die Ermittlungen im Zusammenhang mit der „Gruppe Freital“ sind nach Angaben der Generalstaatsanwaltschaft abgeschlossen. Insgesamt 18 Personen waren beschuldigt, Straftaten begangen zu haben. Vier der verurteilten Mitglieder der Vereinigung sind inzwischen wieder auf freiem Fuß, drei Haupttäter noch hinter Gittern - bei einem 2018 zu einer Jugendstrafe Verurteilten war der Haftbefehl noch im Gerichtssaal aufgehoben worden.

Von dpa