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Mitteldeutschland Rente und Gesundheit bewegen die Sachsen
Region Mitteldeutschland Rente und Gesundheit bewegen die Sachsen
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20:40 19.06.2019
Die Themen Rente, Pflege und Gesundheit sind für die Sachsen am wichtigsten. Quelle: dpa
Leipzig

Renten, Pflege und Gesundheitsversorgung – das sind die Themen, die die Sachsen am meisten umtreiben. Dies geht aus dem Meinungsbarometer der Leipziger Volkszeitung zu aktuellen Problemen hervor. Danach gaben 30 Prozent der Befragten an, im sozialen Bereich die dringendsten Probleme im Freistaat zu sehen. 27 Prozent fordern mehr Einsatz für Kitas und Schulen.

Dennoch scheint sich in beiden Bereichen in den vergangenen Monaten etwas getan zu haben. Im März gaben noch 34 Prozent den sozialen Bereich als wichtigste Baustelle an und 29 Prozent Kitas und Schulen. Die Interviews erfolgten durch die Leipziger IM Field GmbH in Kooperation mit dem Markt- und Meinungsforscher Dr. Andreas Czaplicki, der die Studie leitete.

Holger Lengfeld, Professor für Soziologie an der Universität Leipzig, sagt dazu: „Natürlich sind das die Themen, die die Bürger bewegen.“ Es seien aber gleichzeitig auch die Problemfelder, die seit einigen Jahren in der Öffentlichkeit, in den Medien und den Parlamenten diskutiert werden. Das führe zu einer Art Meinungsverstärkung. Lengfeld: „Kein Wunder also, dass sie so oft genannt werden.“

Nahverkehr und Kriminalitätsbekämpfung

Meinungsforscher Czaplicki warnt vor verfrühter Euphorie: „Auch wenn es einige Prozentpunkte weniger sind als im März, sind das doch nach wie vor zentrale Themen, die eine Landesregierung lösen muss.“ Interessant sei, dass diese Themen für Anhänger aller Parteien wichtig sind: von der Linkspartei bis zur AfD.

Aber auch andere Probleme werden wieder stärker genannt: der Ausbau des Nahverkehrs in Stadt und Land und die Kriminalitätsbekämpfung beispielsweise. Dagegen hat das Thema „Mehr Engagement für den Umweltschutz“ ein wenig überraschend an Fahrt verloren.

Themen Rente und Pflege bewegen Frauen mehr als Männer

Dabei herrschen zwischen den Geschlechtern zum Teil deutliche Unterschiede: So treibt die Sorge um Renten, Pflege und Gesundheitsversorgung vor allem Frauen (37 Prozent, Männer: 23 Prozent) um und Schulabgänger nach der 8. Klasse (44 Prozent). Umgekehrt ist mehr Geld für Kinderbetreuung eher ein Thema für Befragte mit Abitur, Fach- oder Hochschulabschluss. Fast jeder Dritte (31 Prozent) sieht hier Nachholbedarf, in der Gruppe der 30 bis 49-Jährigen sind es sogar satte 41 Prozent.

Alle Teile der LVZ-Umfrage zur Landtagswahl

Teil 1:
LVZ-Umfrage zur Landtagswahl Sachsen: Die Sonntagsfrage

Interview: Görlitzer Professor Raj Kollmorgen zur Umfrage: „Das Hin- und Herspringen von links nach rechts nehmen Wähler der CDU übel“

Teil 2
LVZ-Umfrage zur Landtagswahl: die Koalitionswünsche der Sachsen

Interview: Leipziger Parteienforscher Hendrik Träger zur Umfrage: „Auf die sächsische Politik kommt eine Mammutaufgabe zu“

Teil 3:Kretschmer-und-Dulig-sind-die-Sympathietraeger-in-Sachsen

Interview:
Leipziger Soziologie-Professor Lengfeld: „Die Menschen in Ostdeutschland haben eine größere Erwartung an den Staat“

Jüngere interessieren sich für Nahverkehr und Umweltschutz

Für die Jüngeren zwischen 18 und 29 Jahren dagegen sind der Ausbau des Nahverkehrs und der Umweltschutz Schwerpunktthemen: 23 Prozent beziehungsweise 15 Prozent gaben dies an. In beiden Fällen vor allem die Bessergebildeten. Ähnlich sind die Interessengruppen beim Thema Integration von Flüchtlingen. Dies halten nun insgesamt 3 Prozent für wichtig, vormals waren es 2.

Kriminalität bewegt vor allem über 50-Jährige

Mehr Kriminalitätsbekämpfung wünschen sich vor allem Sachsen über 50 Jahre oder mit niedrigem Schulabschluss. Dass hier mehr getan werden muss, glauben im Gegensatz zur letzten Umfrage im März nun wieder 9 Prozent. Seinerzeit waren es nur 6 Prozent.

Sechs Prozent sehen Begrenzung der Zuwanderung als wichtig an

Für eine Begrenzung der Zuwanderung von Flüchtlingen plädieren konstant sechs Prozent. Mehr Männer (8 Prozent) als Frauen (5 Prozent). Darunter ist fast jeder vierte AfD-Wähler (24 Prozent), während alle übrigen Parteien zwischen 2 Prozent (Grüne und FDP) und 5 Prozent (SPD) pendeln. Hauptthemen für Wähler der FDP (40 Prozent), der Grünen (39 Prozent) und der Linken (34 Prozent) sind Kitas und Schulen, während die CDU-Klientel (33 Prozent) eher der Komplex Pflege Rente und Gesundheitsversorgung umtreibt. Für die SPD-Wähler (29 Prozent) steht der Ausbau des Nahverkehrs ganz oben an.

Für den Stimmungstest waren Ende Mai/Anfang Juni rund 700 Sachsen über 18 Jahre repräsentativ vom Leipziger Institut IM Field im Auftrag der LVZ befragt worden.

Von Roland Herold

Der Sozialwissenschaftler Professor Holger Lengfeld von der Leipziger Universität analysiert die Ergebnisse der LVZ-Umfrage – und stößt auf Überraschungen.

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