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Mitteldeutschland Rico Gebhardt im Porträt: Sympathieträger zwischen linken Lagern
Region Mitteldeutschland Rico Gebhardt im Porträt: Sympathieträger zwischen linken Lagern
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17:01 17.07.2012
Die Linken in Sachsen geben ihrem Parteichef Rico Gebhardt mit dem Amt als Fraktionschef im Landtag mehr Macht. (Archivfoto)
Die Linken in Sachsen geben ihrem Parteichef Rico Gebhardt mit dem Amt als Fraktionschef im Landtag mehr Macht. (Archivfoto) Quelle: dpa
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Dresden

Der gebürtige Erzgebirger wirkt eher wie der Kumpel von nebenan: bodenständig, humorvoll und zurückhaltend. Gebhardt ist der Sympathieträger zwischen den linken Lagern und zudem ein ausgesprochener Familienmensch. Demnächst gibt es in der Familie wieder Zuwachs: Irgendwie passen die erwarteten Zwillinge zu seiner Doppelfunktion in der Partei.

Seit dem Göttinger Parteitag im Juni dieses Jahres verspürt Gebhardt bei den Linken Aufwind. Die Befürchtung vieler Genossen, die Partei könnte am Ost-West-Konflikt scheitern und sich selbst zerlegen, erfüllte sich nicht. Auch bei den Linken in Sachsen - mit knapp 11 000 Mitgliedern bundesweit der größte Landesverband - scheinen die Fronten befriedet. Die sogenannte Jugendbrigade und die altgedienten Kader geben sich entspannt und treten gelegentlich sogar gemeinsam vor die Mikrofone. Gebhardt hielt ohnehin nie viel von solchen Zuweisungen. In den letzten Jahren sei es gelungen, tiefe Gräben zuzuschütten, sagt er.

Gebhardt war bereits zu DDR-Zeiten Mitglied der SED. Von 1990 bis 2003 saß er im Kreistag von Aue, später Aue-Schwarzenberg. Zweimal scheiterte er als Kandidat für den Posten des Bürgermeisters von Aue. Seit 2004 sitzt er im Landtag. 2009 übernahm er den Parteivorsitz der Linken, zuvor hatte er jahrelang als Landesgeschäftsführer gedient. Im Herbst 2011 wurde Gebhardt mit 79 Prozent der Stimmen als Parteichef wiedergewählt. Ausgleich von der Arbeit findet er vor allem beim Spielen mit seiner zwei Jahre alten Tochter Elena. Auch Gartenarbeit und Krimis dienen zur Entspannung. Nur für das Kochen hat der gelernte Koch kaum noch Zeit.

dpa