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Mitteldeutschland Rund 40 000 Menschen demonstrieren in Dresden für Freiheit und Toleranz
Region Mitteldeutschland Rund 40 000 Menschen demonstrieren in Dresden für Freiheit und Toleranz
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22:23 24.08.2019
Der Demonstrationszug zog sich kilometerlang durch die Dresdner Alt- und Neustadt. Quelle: Dietrich Flechtner
Dresden

Eine Woche vor der Landtagswahl in Sachsen und Brandenburg haben sich rund 40 000 Menschen in Dresden an einer Großveranstaltung des Bündnisses „Unteilbar“ beteiligt. Die Demonstranten sprachen sich für eine offene, freie und solidarische Gesellschaft aus. „Es war ein Fest der Demokratie und Menschenrechte“, sagte Ario Mirzaie, Pressesprecher des Bündnisses. #Unteilbar wolle all jene Kräfte in der Zivilgesellschaft zusammenzubringen, die sich gegen den Rechtsruck, gegen Rassismus und soziale Kälte einsetzen, so die Organisatoren mit Blick auf die anstehenden Wahlen. Aktuelle Umfragen sehen die AfD bei den Abstimmungen sowohl in Brandenburg als auch in Sachsen weit vorn, sie könnte sogar stärkste Kraft werden.

Kilometerlanger Demonstrationszug

Der kilometerlange #Unteilbar-Demonstrationszug bewegte sich am Samstagnachmittag vom Altmarkt aus zur Cockerwiese am Rand der Innenstadt. „Das besonders Tolle war: Die ersten Leute sind auf der Cockerwiese angekommen, da sind die letzten erst losgelaufen“, freute sich Ana-Cara Methmann vom Organisationsteam über die rege Beteiligung. Angepeilt hatten die Veranstalter etwa 25.000 Menschen.

Bei der Abschlusskundgebung, die bis 21 Uhr andauern soll, traten nicht nur zahlreiche Redner wie die Publizistin Carolin Emcke oder einer der Organisatoren der Mission Lifeline, Axel Steier aus Dresden, auf. Markus N. Beeko, Generalsekretär von Amnesty International in Deutschland, sagte in seinem Beitrag: „Einige wollen das Rad der Zeit zurückdrehen, aber wir geben die Menschenrechte nicht mehr her, wir geben sie nicht auf! Human rights are here to stay!“

Musiker wie der Rapper Max Herre, die Bautzner Band Silbermond und natürlich die Brass-Lokalmatadoren Banda Internationale rockten die Bühne und machten klar: Rassismus – nicht mit uns.

Friedliches Fest der Demokratie und Menschenrechte

Laut Polizei blieb die Veranstaltung bis zum Abend friedlich, lediglich einige Wahlplakate wurden heruntergerissen und vereinzelte Graffitis geschmiert. Die Beamten nahmen die Personalien von einem 18-järhigen deutschen und einem 36 Jahre alten dänischen Staatsbürger auf. Sie müssen sich wegen Sachbeschädigung verantworten. 360 Polizeibeamte aus Sachsen sicherten die #Unteilbar-Veranstaltungen am Sonnabend ab. Im Vorfeld der Großdemo hatte die AfD Sachsen behauptet, die Polizei warne vor Ausschreitungen. Die Beamten hatten das dementiert.

Für die #Unteilbar-Demo hatte das Bündnis und zahlreiche Unterstützer bundesweit mobilisiert. Insgesamt mehr als mehr als 400 Organisationen und Einzelpersonen hatten zur Teilnahme aufgerufen. Auch Politprominenz von Bundesebene war gekommen, beispielsweise Finanzminister Olaf Scholz (SPD) und Linke-Chef Bernd Riexinger. Sachsens Wirtschaftsminister Martin Dulig (SPD) war ebenfalls vor Ort und rief zur Verteidigung von Anstand, Respekt und Mitmenschlichkeit auf: „Es gibt Dinge, die dürfen wir nicht zulassen.

Wenn auf einmal Unsagbares wieder sagbar werden soll, dann sagen wir: Nein! Es muss Grenzen geben. Wir brauchen eine Kultur des Widerspruchs. Wir müssen klarmachen, wo die Grenzen sind. Jeder einzelne, der für Anstand, für Respekt und für Mitmenschlichkeit steht, braucht unsere Solidarität. Das sind unsere Werte, die unteilbar sind.“

Ministerpräsident Kretschmer nicht dabei

Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) kam nicht nach Dresden. Er hatte im Vorfeld erklärt, er könne „als CDU-Vorsitzender und Ministerpräsident nicht bei einer Veranstaltung dabei sein, bei der auch Kräfte wie die Antifa mit von der Partie sind“. Der Zweck heilige nicht immer die Mittel. Nach langem Abwägen habe er sich gegen eine Teilnahme entschieden, da er und die CDU beispielsweise in puncto sächsisches Polizeigesetz oder Seenotrettung weit auseinander liegen würden.

Von ttr mit dpa

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