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Mitteldeutschland Sachsen-Franken-Magistrale: Städtenetz sieht Streckenausbau in Gefahr
Region Mitteldeutschland Sachsen-Franken-Magistrale: Städtenetz sieht Streckenausbau in Gefahr
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19:00 09.01.2019
In Lehndorf (Altenburger Land) wurde im Herbst eine neue Brücke für die Bundesstraße 93 eingehoben, die zum Ausbau der Bahnmagistrale Leipzig–Hof zählt. Quelle: Mario Jahn
Plauen

Das Sächsisch-Bayerische Städtenetz fürchtet um den seit Jahren geforderten Lückenschluss auf der Sachsen-Franken-Magistrale. Zwischen Marktredwitz im Fichtelgebirge und Nürnberg seien rund 150 Kilometer Schiene nach wie vor nicht elektrifiziert, obwohl die komplette Modernisierung der Strecke von Dresden und Leipzig bis Franken seit 2003 im Bundesverkehrswegeplan verankert sei, wurde bei einem Treffen am Mittwoch in Plauen kritisiert.

„Wir fordern, dass die Planungen nun endlich umgesetzt werden“, sagte Zwickaus Oberbürgermeisterin Pia Findeiß (SPD) nach einer Sitzung des Lenkungsausschusses des Städtenetzes, zu dem Chemnitz, Zwickau, Plauen, Hof, Bayreuth und Marktredwitz gehören.

Derzeit müssen Reisende in Hof umsteigen, weil die Bahn die Lok wechseln muss. „Dabei betragen die Umsteigezeiten mitunter nur fünf Minuten“, sagte Plauens Verkehrsplaner Hagen Brosig. Für Sachsen, die beispielsweise am Nürnberger Flughafen einen Flieger erwischen müssten, sei der Zug damit keine attraktive Alternative.

Nachdem sie seit mehr als 20 Jahren für den Ausbau der Magistrale kämpfen, befürchten die Kommunen nun, ins Hintertreffen zu geraten. Derzeit werde parallel die Elektrifizierung einer Bahnstrecke in der Oberpfalz vorangetrieben, erläuterte Bayreuths Oberbürgermeisterin Brigitte Merk-Erbe (Freie Wähler). Diese verläuft östlich von Nürnberg über Schwandorf und Furth im Wald. Diese bedeute für Fahrgäste aus Sachsen jedoch eine halbe Stunde Fahrzeit mehr.

Mit der nachträglichen Aufnahme dieser Strecke in den Bundesverkehrswegeplan 2030 sei eine Konkurrenzsituation entstanden. Die Franken-Sachsen-Magistrale könne somit ins Abseits gedrängt werden, kritisierten die Stadtoberhäupter. Der Ausbau beider Strecken, der jeweils mehr als eine Milliarde Euro kosten soll, sei hingegen nicht realistisch.

Zudem drohe laut entsprechenden Planungen von Bahn und Bund, dass zukünftig auch der Fernverkehr nach Prag an der Franken-Sachsen-Magistrale vorbeiläuft. Insbesondere die Universitäts- und Festspielstadt Bayreuth beklagt seit der Wende eine schlechte Bahnanbindung.

Versäumnisse sieht das Städtenetz demnach vor allem auf bayerischer Seite. Sachsen und Tschechien haben ihre Strecken bereits elektrifiziert. Man wolle nun noch massiver auf Landes- und Bundesebene für das Projekt werben.

Die seit 160 Jahren bestehende Sachsen-Franken-Magistrale verläuft von Leipzig und Dresden über eine Gabelung bei Werdau bis nach Hof und weiter nach Nürnberg. Sie erstreckt sich über rund 290 Kilometer und verbindet die Bundesländer Sachsen, Thüringen und Sachsen-Anhalt mit Bayern. In den kommenden acht Jahren soll sie abschnittsweise modernisiert werden.

Neben letzten Baustellen in Dresden, Chemnitz und Zwickau wird die Strecke derzeit zwischen Markkleeberg-Gaschwitz und Crimmitschau modernisiert. Dadurch soll einem Unternehmenssprecher der Deutschen Bahn zufolge die Streckengeschwindigkeit für den Personenverkehr durch den Einsatz von Neigetechnik auf bis zu 160 Kilometer pro Stunde erhöht werden.

Insgesamt müssen rund 900 Kilometer Oberleitungen und Gleisanlagen erneuert werden. Hinzu kommen 230 Brücken und 32 elektronische Stellwerke. Die Bahnverbindung von Werdau zum Leipziger Hauptbahnhof verläuft durch den vor fünf Jahren fertiggestellten Citytunnel.

Von Claudia Drescher und Winfried Mahr

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