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Mitteldeutschland Dritte Corona-Welle: Kretschmer ruft Sachsen zu Zusammenhalt und Solidarität auf
Region Mitteldeutschland

Sachsen: Kretschmer ruft angesichts dritter Corona-Welle zu Solidarität auf

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15:08 02.04.2021
Michael Kretschmer (CDU), Ministerpräsident von Sachsen, nimmt in der Sächsischen Staatskanzlei an einer Pressekonferenz teil.
Michael Kretschmer (CDU), Ministerpräsident von Sachsen, nimmt in der Sächsischen Staatskanzlei an einer Pressekonferenz teil. Quelle: Sebastian Kahnert/dpa
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Leipzig/Dresden

Ministerpräsident Michael Kretschmer hat die Sachsen angesichts der dritten Corona-Welle zu Zusammenhalt und Verantwortung füreinander aufgerufen. Ostern sei das Fest der Hoffnung, der Auferstehung und des Neubeginns. „Wenn wir Hoffnung erleben wollen, müssen wir etwas dafür tun, jeder Einzelne“, mahnte der Christdemokrat in seiner Osteransprache. Derweil stellen sich die Städte und Landkreise trotz unsicherer Aussichten auf weitere Öffnungen in der nächsten Woche ein. Die Corona-Schutzverordnung lässt ab 6. April Lockerungen im Handel, bei Museen und sogenannten körpernahen Dienstleistungen unabhängig von der Inzidenz zu.

Der Wochenwert der Corona-Neuansteckungen ist in Sachsen zuletzt fast gleich geblieben. Das Robert Koch-Institut bezifferte die Inzidenz am Freitag auf 189,7 Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner - nach 190,3 am Vortag. Bundesweit lag der Wert bei 134,0. Am höchsten bleibt das Infektionsgeschehen im Vogtlandlandkreis mit einer Wocheninzidenz von knapp 398. Es folgen Chemnitz (290) und der Landkreis Zwickau (265). Am niedrigsten ist der Wert in Leipzig (114).

Patienten auf Intensivstationen mittlerweile jünger

Wie schon in der zweiten Welle hat das Universitätsklinikum Leipzig auch jetzt schwerstkranke Patienten aus Krankenhäusern der Region Südsachsen übernommen, wie der Chef der Intensivmedizin, Professor Sebastian Stehr, sagte. Derzeit würden in Leipzig 25 Covid-Patienten intensivmedizinisch betreut. Auf dem Höhepunkt der zweiten Welle um Heiligabend herum seien es mehr als 40 gewesen.

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Die Patienten auf den Intensivstationen seien inzwischen etwas jünger als im Winter. Das Durchschnittsalter sei um rund 5 auf 60 Jahre gesunken. Das könnte laut Stehr zwei Effekte habe: Die Patienten werden länger behandelt werden, es werden aber auch weniger von ihnen sterben. Im Winter seien ungefähr 45 Prozent der Intensiv-Patienten gestorben. Diese hohe Rate liege daran, dass an der Uniklinik als Maximalversorger die besonders schweren Fälle behandelt worden seien. Seit Beginn der Pandemie seien 350 Menschen auf den Intensivstationen des Leipziger Uniklinikums betreut worden.

Laut Kretschmer gibt es auch Grund für Zuversicht

Laut Kretschmer gibt es aber inzwischen Grund zur Zuversicht. So seien die Testangebote ausgeweitet worden. „Auch beim Impfen geht es endlich voran.“ So könne es gelingen, Infektionsketten frühzeitig zu unterbrechen und die Pandemie einzudämmen. Doch wie im vergangenen Jahr könnten die Menschen die Ostertage nicht so verbringen, wie sie es gewohnt seien, räumte der Regierungschef ein. „Die Pandemie wirft auch über dieses Fest einen dunklen Schatten.“ Er erinnerte daran, dass viele Familien um Angehörige trauern, die erkrankt oder gestorben sind. „Inzwischen haben auch immer mehr jüngere Menschen schwere Verläufe. Die Pandemie zwingt uns alle zu langem und schmerzlichem Verzicht.“

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Zahlreiche Städte und Landkreise teilten unterdessen mit, dass sie von den Lockerungsmöglichkeiten der seit 1. April geltenden Corona-Verordnung Gebrauch machen wollen. Allerdings ist unsicher, wie lange es dabei bleiben wird. Sachsen hat die Lockerungen an eine Obergrenze von 1300 mit Covid-Patienten belegten Krankenhausbetten geknüpft.

Bettenbelegung in Krankenhäusern steige „kontinuierlich“

„Wir sind in einer äußerst schwierigen Situation. Die Bettenbelegung in den Sächsischen Krankenhäusern steigt kontinuierlich und die Prognosen sind kritisch“, erklärte Dresdens Oberbürgermeister Dirk Hilbert (FDP). Trotzdem wolle die Landeshauptstadt Museen, den Zoo und Geschäfte mit „Click& Meet“ öffnen. Voraussetzung ist immer ein tagesaktueller Negativ-Test.

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In Plauen können währenddessen nach mehr als einem Monat Schließzeit Kinder nach Ostern wieder in den Kindergarten gehen. Am 6. April öffneten alle Kindertageseinrichtungen und Horte im eingeschränkten Regelbetrieb, teilte die Stadt mit. Die Kinder würden in festen Gruppen betreut, die nicht durchmischt werden dürften. Für die Hortkinder seien in den Ferien zunächst keine regelmäßigen Tests vorgesehen. Diese starteten erst mit Öffnung der Grundschulen ab 12. April.

Wegen des hohen Infektionsgeschehens waren seit 1. März Grund- und Förderschulen sowie Kindergärten im Vogtlandkreis geschlossen. Mit der neuen Corona-Schutz-Verordnung sei die Öffnung trotz anhaltend hoher Inzidenz nun wieder möglich, hieß es.

Von RND/DPA