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Region Mitteldeutschland

Sachsen: Mietausfälle in Corona-Krise bislang geringer als erwartet

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08:02 14.06.2020
Die Leipziger Wohnungsbaugenossenschaften verzeichnen bislang nur geringe Mietausfälle durch die Corona-Krise. Quelle: Jan Woitas/dpa-Zentralbild/dpa
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Leipzig

Die Befürchtungen von Immobilienbesitzern zur Zahlungsunfähigkeit ihrer Mieter waren am Anfang der Corona-Pandemie groß, doch sie haben sich so drastisch nicht bewahrheitet. Bei großen Vermietern in Sachsen sind die Mietausfälle bislang geringer als angenommen. Die Lage sei „weitaus weniger dramatisch als ursprünglich zu Beginn der Pandemie Anfang März“ gedacht, teilte der Verband der sächsischen Wohnungsgenossenschaften (VSWG) mit. Allerdings warnten alle Vermieter, dass die Corona-Krise noch nicht ausgestanden sei.

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Vermieter: Werden wohl noch lange mit den Corona-Folgen zu tun haben

Ein Worst-Case-Szenario war bei den Genossenschaften von 20 Millionen Euro nicht gezahlter Mieten pro Monat ausgegangen. Tatsächlich beliefen sich die coronabedingten Ausfälle im April, Mai und Juni zusammen auf 1,025 Millionen Euro. Dabei gab es von Monat zu Monat einen leichten Anstieg, wie VSWG-Sprecherin Vivian Jakob mitteilte. In einer aktuellen Befragung erwarteten zudem zwei von fünf Unternehmen, dass die Mietausfälle in Zukunft steigen werden. Der VSWG geht von einem Minus von 1,9 bis 2,5 Millionen Euro pro Monat aus. Zu dem Verband gehören rund 286.000 Wohnungen.

Auch die kommunale Leipziger Wohnungs- und Baugesellschaft (LWB) erklärte, in ersten Kalkulationen mit größeren Lücken gerechnet zu haben. Allerdings seien die Mietausfälle von April bis Juni höher als im gleichen Zeitraum 2019. Die Lage müsse weiter beobachtet werden. „Vor dem Hintergrund der Prognosen zum Wirtschaftswachstum und zur Arbeitsmarktentwicklung ist davon auszugehen, dass wir noch lange mit den Folgen der Corona-Krise zu tun haben dürften. Wahrscheinlich bauen sich in den nächsten Monaten weitere coronabedingte Mietrückstände auf“, erklärte LWB-Sprecherin Samira Sachse.

Unsicherheit hält an

Haus & Grund Sachsen teilte mit, dass bei den privaten Vermietern die Ausfälle in etwa so hoch seien wie erwartet. Fünf Prozent der Mieter hätten Stand Mai die Zahlungen gestundet, weitere fünf Prozent hätten ohne Angaben von Gründen keine Miete gezahlt. Noch einmal vier Prozent kündigten an, künftig nicht zahlen zu können. Für die Monate seit Ausbruch der Corona-Krise werde sich das zu einem unteren zweistelligen Millionen-Betrag summieren, sagte Verbandspräsident René Hobusch. Die rund 10.000 Mitglieder bei Haus & Grund vermieten in Sachsen ungefähr 75.000 Wohnungen.

Die Leipziger Wohnungsbaugenossenschaften verzeichnen bislang nur geringe Mietausfälle durch die Corona-Krise. Quelle: Jan Woitas/dpa-Zentralbild/dpa

Hobusch erwartet, dass sich die Effekte der Corona-Krise noch länger und stärker auswirken werden. Im April seien vielfach noch volle Gehälter gezahlt worden. Kurzarbeit mache sich erst ab Mai richtig bemerkbar. „Ich denke, dass wir im Moment noch nicht davon sprechen können, dass wir mit einem blauen Auge davon gekommen sind“, sagte Hobusch.

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Von RND/dpa