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Mitteldeutschland Sachsen braucht bis zum Jahr 2025 fast 25.000 neue Sozialwohnungen
Region Mitteldeutschland Sachsen braucht bis zum Jahr 2025 fast 25.000 neue Sozialwohnungen
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22:12 06.01.2019
Preiswerte Wohnungen sind in Leipzig und Dresden zur Mangelware geworden. Quelle: Ole Spata/dpa
Dresden

In Sachsen müssen in den nächsten Jahren Tausende Sozialwohnungen gebaut werden: Die Kommunen gehen davon aus, dass bis zum Jahr 2025 mindestens 24.500 solcher Wohnungen mit Mietpreisbindung zusätzlich gebraucht werden – damit würde sich der aktuelle Bestand in etwa verdreifachen.

Den größten Bedarf haben Leipzig und Dresden angemeldet, wo 10.400 beziehungsweise 12.500 Sozialwohnungen fehlen. Das hat jetzt die Antwort des zuständigen Innenministers Roland Wöller (CDU) auf eine Kleine Anfrage von Grünen-Fraktionschef Wolfram Günther ergeben, die der Leipziger Volkszeitung vorliegt.

Dabei stellte sich auch heraus: Seit dem Jahr 2010 ist die Zahl der Sozialwohnungen in Sachsen massiv gesunken. Gab es vor neun Jahren in den drei Großstädten 56.500 Sozialwohnungen, sind es nur noch rund 12.000. Davon stehen allein 10.190 in Dresden zur Verfügung. In Leipzig ist der Bestand dagegen auf reichlich 300 gefallen, in Chemnitz sind es nicht einmal 150.

Grünen-Fraktionschef Günther kritisiert: „In Sachsen fehlt eine Wohnraumstrategie. In Dresden und Leipzig sind die steigenden Mieten schon jetzt ein enormes Problem.“ Deshalb müsse die Staatsregierung die Großstädte beim Bau von Sozialwohnungen weit stärker unterstützen als bisher geplant ist, so Günther – anstatt Eigenheime auf der grünen Wiese zu fördern. „Wenn jetzt nicht gehandelt wird, wird der Wohnungsmarkt in den sächsischen Städten bald in heftige Schwierigkeiten geraten.“

Laut Innenministerium waren die bisherigen Förderschwerpunkte die Erhöhung der Eigentumsquote, die energetische Sanierung und der Abbau von Barrieren. Seit 2017 hat die große Koalition im Freistaat allerdings umgesteuert und jährlich 40 Millionen Euro für die Förderung von Sozialwohnungen zur Verfügung gestellt. Im nächsten Jahr werden es erstmals 50 Millionen Euro sein.

„Der Kurs ist korrigiert worden“, erklärt SPD-Fraktionschef Dirk Panter, „wir wissen, dass mehr Sozialwohnungen gebraucht werden. Wenn der Bedarf steigt und die Bautätigkeit vorankommt, bin ich sicher, dass wir noch einmal Geld nachlegen.“ Ein Problem sei momentan, dass der Bau nur schleppend vorankomme, weil viele Firmen ausgebucht sind und die Fördermittel bislang kaum abgerufen werden konnten.

Doch nicht nur die Grünen, die pro Jahr 5000 neue Sozialwohnungen für notwendig halten, und die Linke kritisieren den Mangel – sondern auch der Mieterbund in Sachsen. „In der Vergangenheit hat es keinen Neubau von Sozialwohnungen gegeben, was sich jetzt als großer Fehler erweist“, sagt die Landesvorsitzende Antje Matejka. In Leipzig und Dresden gibt es so gut wie keine Leerstände mehr. Die Folge ist: Preiswerte Wohnungen sind längst Mangelware.

Laut aktuellem Mietspiegel ist die durchschnittliche Netto-Kaltmiete in Dresden in den vergangenen beiden Jahren um gut sechs Prozent auf 6,48 pro Quadratmeter gestiegen, in Leipzig liegt das Plus sogar bei zwölf Prozent (6,77 Euro). „Es muss dringend gehandelt werden. Die 40 Millionen Euro pro Jahr dürften bei dem steigenden Bedarf zu wenig sein“, prognostiziert Antje Matejka.

Gegenwärtig sehen Ausbaupläne für Dresden 800 neue Sozialwohnungen in den nächsten drei Jahren vor. Die Leipziger Wohnungs- und Baugesellschaft LWB hat den Bau von tausend neuen Wohnungen angekündigt – ein Drittel soll mietpreisgebunden sein.

Von Andreas Debski

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