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Mitteldeutschland Sachsen drängt im Bundesrat auf Unterstützung für neue Leipziger Mehrzweckhalle
Region Mitteldeutschland Sachsen drängt im Bundesrat auf Unterstützung für neue Leipziger Mehrzweckhalle
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17:56 10.10.2019
Jubel bei der Handball-WM der Männer 2019 in Köln. Solche Szenen könnten in Zukunft auch in Leipzig zu sehen sein. Allerdings müsste dafür wohl eine neue Arena gebaut werden. (Archivfoto) Quelle: dpa
Dresden

Leipzig plant eine neue Mehrzweckhalle – als Austragungsort für Sportgroßveranstaltungen, auch als neue Heimstätte für die Handball-Stars des SC DHfK. Doch noch ist die Finanzierung des Projekts nicht gesichert. Vor allem das dritte Standbein, die Unterstützung vom Bund, wackelt. Ursprünglich gehörte das Millionen-Vorhaben zur sächsischen Strukturförderungs-Wunschliste für den Kohleausstieg. In der zuletzt von Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) präsentierten Gesetzesvorlage wird die Mehrzweckhalle allerdings mit keiner Silbe mehr erwähnt. Das ist auch den Verantwortlichen in Dresden aufgefallen. Der Freistaat drängt deshalb nun auf Nachbesserungen.

„Die sogenannte Veranstaltungs- und Wettkampfstätte für internationale Großereignisse in Leipzig wurde im Gesetzgebungsverfahren zum Strukturstärkungsgesetz Kohleregionen bisher leider nicht berücksichtigt“, hieß es auf LVZ-Nachfrage aus der Sächsischen Staatskanzlei. Der Freistaat Sachsen habe sich daher im Bundesratsverfahren für eine entsprechende Ergänzung im Gesetzesentwurf eingesetzt, „die im Ausschuss für Innere Angelegenheiten eine Mehrheit gefunden hat und auch im Plenum am 11. Oktober 2019 durch den Freistaat Sachsen beworben wird.“

Leipzig „mit besonderer Stellung“ im Strukturwandel

Der Innenausschuss, zu dem auch Sachsens Ressortchef Roland Wöller (CDU) gehört, schlägt konkret vor, in einer Passage im Gesetzestext, in der es eher lose um die Förderung des Spitzensports in den ehemaligen Kohleregionen geht, auch die neue Leipziger Mehrzweckhalle mit hineinzuschreiben. Als Begründung wird ausgeführt, dass die Messestadt im Rahmen des Strukturwandels eine besondere Stellung einnimmt, von der auch umliegende Kommunen profitierten. „Aus diesem Grund ist es erforderlich, einzelne, mit einer besonderen Strahlkraft versehene Maßnahmen im Strukturstärkungsgesetz explizit zu erwähnen.“ Dazu gehört eben auch die neue Mehrzweckhalle in Leipzig.

Dirk Panter, SPD-Fraktionschef im sächsischen Landtag und von Anfang an Fürsprecher der neuen Arena in seiner Heimatstadt, hat die Ärmel hochgekrempelt: „Wir kämpfen weiter darum, dass die neue Mehrzweckhalle auch mit Hilfe von Bundesmitteln errichtet werden kann. Weil wir in Sachsen jeden Euro benötigen“, so der Sozialdemokrat. In der Staatskanzlei gibt man sich optimistisch, dass dies letztlich klappen wird – unter anderem, weil die einstmals nach Berlin geschickte Wunschliste für die Kohle-Milliarden auch laut Gesetz weiter als Grundlage für die Förderungen bis 2038 gelten soll. „Daher geht der Freistaat Sachsen weiterhin davon aus, dass die Errichtung der Leipziger Halle über die Mittel für den Strukturwandel realisiert werden kann.“

Mehrzweckhalle für 10.000 Zuschauer

Nach bisherigen Planungen könnte die neue Mehrzweckhalle auf einer freien Fläche an der Zwickauer Straße, Ecke Richard-Lehmann-Straße gebaut werden. Die Arena soll bis zu 10.000 Zuschauer fassen und für Großereignisse – beispielsweise eine Handball-WM – prädestiniert sein. In der Zwischenzeit soll hier aber auch der Vereinssport zum Zuge kommen. Neben dem Bund und dem Freistaat müsste auch Leipzig seinen Anteil zur Finanzierung beitragen. Im aktuellen Haushalt sind dafür bereits sechs Millionen Euro veranschlagt. Sollte sich das Projekt allerdings noch etwa hinziehen, müssten die Stadträte noch einmal darüber entscheiden.

Neben der neuen Arena gehören auch diverse andere Großprojekte zur sächsische Wunschliste für den geplanten Kohleausstieg. Praktisch alle haben Einzug in Altmeiers Vorlage für das insgesamt 40 Milliarden Euro schwere Strukturstärkungsgesetz gefunden. Unter anderem unterstützt die Bundesregierung auch eine Tunnellösung als Ersatz für die baufällige Agra-Brücke entlang der Bundesstraße 2 südlich von Leipzig.

Von Matthias Puppe

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