Menü
Leipziger Volkszeitung | Ihre Zeitung aus Leipzig
Anmelden
Mitteldeutschland Sachsen feiert mit Stadionkonzert in Aue – Absage in Leipzig
Region Mitteldeutschland

Sachsen feiert mit Stadionkonzert in Aue – Absage in Leipzig

Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
11:44 19.08.2020
Wird im September zur Konzertbühne: Das Stadion in Aue. Quelle: dpa
Anzeige
Dresden

Sachsen will seine Wiedergründung als Freistaat vor 30 Jahren und die Deutsche Einheit mit einem Festkonzert vor rund 2000 Gästen im Stadion von Fußball-Zweitligist Erzgebirge Aue feiern. In weiteres geplantes Konzert in Leipzig kommt dagegen nicht zustande.

Bei dem Auftritt mit der Sächsischen Staatskapelle Dresden unter Leitung von Christian Thielemann sollen Werke von Carl Maria von Weber, Richard Wagner und Ludwig van Beethoven sowie Arien erklingen, wie Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) am Mittwoch in Dresden bekannt gab.

Anzeige

85 Musikerinnen und Musiker sitzen dann mit Abstand auf der Bühne. Auch das Landesbergmusikmusikkorps Sachsen hat seinen Auftritt und wird am Ende gemeinsam mit der Staatskapelle musizieren, darunter das Steigerlied - die inoffizielle Hymne des Erzgebirges.

Leipzig sagt Konzert im Stadion ab

In Leipzig sollte eigentlich das Gewandhausorchester in der Red-Bull-Arena spielen. Dieser Auftritt wurde aber inzwischen abgesagt. Hintergrund sind Bedenken seitens der Stadt. „Die derzeit steigenden Corona-Zahlen in Deutschland sowie die Einschätzung der Gesundheitsminister, dass Stadien für Fußballspiele bis zum 31. Oktober nicht für Publikum geöffnet werden sollten, lassen aus Sicht der Stadt Leipzig ein Konzert dieser Größenordnung in der Red Bull Arena nicht zu“, teilte das Neue Rathaus mit. Das Konzert sei für den 8. September geplant gewesen. „7000 Zuschauer sollten das Konzert erleben können“, so die Stadt weiter.

Sachsen will Bilanz ziehen

An den Plänen für Aue hält der Freistaat dennoch fest. Kretschmer zufolge will Sachsen ein Stück weit Bilanz ziehen, was in den Jahren der Freiheit aufgebaut wurde. Corona habe vielen Aktivitäten in diesem Zusammenhang einen Strich durch die Rechnung gemacht. Kretschmer bekräftigte den Willen seiner Regierung, Großveranstaltungen mit mehr als 1000 Personen ab 1. September wieder zuzulassen.

„Der Weg kann nicht sein, alles generell zu verbieten.“ Man müsse aber verantwortungsvoll damit umgehen, jeder trage Verantwortung. Die Veranstaltungen müssten so organisiert werden, dass sich Leute nicht anstecken: „Es wird in den kommenden Wochen und Monaten vieles möglich sein, wenn wir uns an die Regeln halten und weiter auf der Hut sind.“

Tickets kosten zehn Euro

Für das mit 16 000 Plätzen ausgestattete Erzgebirgsstadion gilt ein Hygienekonzept mit Abstandsregeln und Maskenpflicht. Familien dürfen zusammensitzen, ohne Plätze zwischen sich lassen zu müssen. Die Tickets kosten zehn, ermäßigt fünf Euro. Laut Kretschmer ist die Wahl des Austragungsortes auch eine Referenz an das Weltkulturerbe Montanregion Erzgebirge. „Wir freuen uns über diese Deutsche Einheit. Wir freuen uns über die Wiedergründung des Freistaats.“ Sachsen sei ein lebenswertes Land. Deshalb gebe es allen Grund, das am 5. September zu feiern. Zu dem Konzert die Kretschmers Amtskollegen aus den ostdeutschen Ländern eingeladen.

Mit der Festveranstaltung in Aue-Bad Schlema kehrt Sachsen gewissermaßen an seine Wurzeln zurück, denn der Bergbau im Erzgebirge war einst die Grundlage für den Wohlstand des Landes. Darauf verwies am Mittwoch auch der Landrat des Erzgebirgskreises, Frank Vogel (CDU). Er sieht die Wahl des Austragungsortes zugleich als Zeichen der Wertschätzung für den ländlichen Raum in Sachsen.

Von LVZ