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Mitteldeutschland Sachsen führt Bafög für Jung-Unternehmer ein
Region Mitteldeutschland Sachsen führt Bafög für Jung-Unternehmer ein
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20:00 03.08.2018
Existenzgründer können ab 2019 im Freistaat 1000 Euro pro Monat erhalten (Archivbild) Quelle: dpa
Dresden

Der Freistaat Sachsen installiert ab dem kommenden Jahr ein neues Förderprogramm, um den Schritt in die Selbstständigkeit zu erleichtern. Für 2019 und 2020 ist insgesamt eine Million Euro vorgesehen. Der Zugang soll „so einfach und niedrigschwellig wie möglich gestaltet“ werden und in einem vereinfachten Verfahren erfolgen, heißt es in einem entsprechenden Kabinettsbeschluss. Mit der neuen Förderung, die auch als Start-up-Bafög bezeichnet wird, sollen Menschen zur Gründung eigener kleiner Firmen animiert werden. Das können sowohl digitale Geschäftsmodelle als auch neue Ideen in der Kultur- und Kreativwirtschaft oder aus den sächsischen Regionen sein. Die Einzelheiten werden noch in einer entsprechenden Förderrichtlinie bis zum Jahresende vom Wirtschaftsministerium ausgearbeitet.

Zuschüsse zum Lebensunterhalt

Fest steht bereits, dass die Zuschüsse unter dem Titel „InnoStartBonus“ als Hilfe für den Lebensunterhalt gezahlt werden sollen. Die Laufzeit beträgt demnach zwölf Monate. Geplant sind zwei Varianten: Entweder gibt es ein Jahr lang jeweils 1000 Euro pro Monat oder in zwei gleichen Raten von 6000 Euro, jeweils zu Beginn und in der Mitte der Laufzeit. Für Kinder, für die ein Gründer Unterhalt leistet, werden 100 Euro pro Monat und Kind als Zuschlag gewährt. Das Wirtschaftsministerium kalkuliert bei maximal zwei Gründern pro Start-up mit etwa 20 geförderten Vorhaben pro Jahr, im Fall von Einzelgründungen natürlich mit mehr. Die Auswahl soll in einem schlanken, jurybasierten Verfahren über die Gründerplattform FutureSax erfolgen, die die Geförderten auch während der Laufzeit betreuen wird. Das Modellprojekt ist vorerst auf zwei Jahre begrenzt.

Junge Idee für innovative Arbeitsplatze

„Es geht um qualitativ hochwertige und innovative Arbeitsplätze für Sachsen. Das Projekt soll jungen Leuten helfen, ihre Ideen auszugestalten und am Markt zu etablieren“, hat Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) bereits bei der Vorstellung des Zukunftspakts angekündigt. Markus Reichel, der Vorsitzende der CDU-Mittelstandsvereinigung (MIT) im Freistaat, erklärt. „Es geht um eine Brückenfinanzierung, von der ein enormer Hebeleffekt zu erwarten ist.“ Auch der Grünen-Wirtschaftspolitiker Gerd Lippold lobt: „Das ist die richtige Schlagzahl in der Gründungsunterstützung.“ Zugleich spricht sich Lippold aber auch dafür aus, weitere „in der Praxis bestehende Barrieren, die sich übereinander türmen“ abzubauen.

Zahl der Existenzgründungen fällt deutschlandweit

Mit dem neuen Modellprojekt soll die Gründerszene in Sachsen einen deutlichen Schub erhalten. Zwar liegt Leipzig  im Start-up-Ranking des Stifterverbandes für die deutsche Wissenschaft auf Platz zwei und es gibt sowohl in Dresden als auch in Chemnitz sogenannte Gründer-Inkubatoren – doch insgesamt sinkt die Neigung, eine eigene Firma aufzubauen. Laut Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) ist die Zahl der Existenzgründer im vergangenen Jahr deutschlandweit um 17 Prozent gesunken, in Sachsen fiel der Rückgang stärker aus.

Der Freistaat bleibt zwar bestes Ost-Land, verlor aber im Bundesländervergleich drei Plätze und liegt nur noch auf Platz zehn. Die Gründungsquote liegt  in Sachsen bei 1,12. Das ist niedriger als der Bundesdurchschnitt (1,29). Auch eine weitere Zahl spiegelt den Handlungsbedarf wider: Seit 2014 geben in Sachsen alljährlich mehr Selbstständige auf als neue Unternehmen hinzukommen.

Von Andreas Debski

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