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Mitteldeutschland Sachsen haben viele Unfälle – Mercedes- und BMW-Fahrer vorn
Region Mitteldeutschland Sachsen haben viele Unfälle – Mercedes- und BMW-Fahrer vorn
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17:56 13.11.2018
Archivfoto Quelle: dpa
Leipzig

Sachsens Autofahrer produzieren überdurchschnittlich häufig Unfälle. Das hat der Münchner KFZ-Versicherer Generali bei der Auswertung von bundesweit 70.000 Schadensmeldungen aus den vergangenen drei Jahren herausgefunden. Im Vergleich der Bundesländer sind die Sachsen in der Statistik sogar ostdeutscher Karambolage-Spitzenreiter – abgesehen von den Versicherten in der Unfall-Hauptstadt Berlin, aus der pro Kopf noch häufiger Schadensanzeigen kamen.

Auf 100 zugelassene Fahrzeuge im Freistaat kommen pro Jahr 12,5 Unfallmeldungen, heißt es in den am Dienstag veröffentlichten Daten. Unter dem Bundesdurchschnitt von 11,7 liegen dagegen Thüringer (11,4), Mecklenburg-Vorpommerner und Brandenburger (jeweils 10,8 Schadensfälle auf 100 Versicherte). Die Instandsetzung der Fahrzeuge in Sachsen kostete laut Generali zuletzt im Schnitt 2205 Euro.

Mit jedem PS steigt die Unfallgefahr

Dies sind etwa einhundert Euro weniger als bundesweit, was vielleicht an den hierzulande noch etwas seltener anzutreffenden Premium-Automarken liegt. Denn laut der Studie stimmt das Klischee über den tendenziell unvorsichtigen Oberklasse-Fahrer durchaus: BMW- und Mercedes-Besitzer sind laut Studie tatsächlich am häufigsten für Haftpflicht-Schäden auf bundesdeutschen Straßen verantwortlich, so auch in Sachsen.

Dazu passt, dass die Zahl der Pferdestärken (PS) unter der Motorhaube offenbar Auswirkungen auf die Unfallquote hat. „Schwach motorisierte Autos mit maximal 75 PS kommen lediglich auf eine Schadenshäufigkeit von sechs Prozent“, heißt es im Bericht. Für Autofahrer mit mehr als 250 PS unter der Haube ist scheinbar nicht nur die linke Spur meist der einzig denkbare Weg, zwanzig Prozent von ihnen melden jährlich auch mindestens einen Unfall bei der Versicherung.

Schwerpunkt in Chemnitz

Grundsätzlich gelte zudem: Je größer die Stadt, umso häufiger kommt es zu Karambolagen. Folgerichtig sind die Straßen in Meißen oder im Osterzgebirge merklich ungefährlicher als die in den drei sächsischen Großstädten. Allerdings zeigt sich die Top-3 in dieser Statistik nicht in üblicher Reihenfolge: Fast 15 von 100 Chemnitzer Fahrzeughaltern meldeten jährlich einen Unfall an den Versicherer, in Dresden und Leipzig sind es ein Prozent weniger.

Außergewöhnlich ist in Chemnitz auch: Während bei den Kasko-Schäden am eigenen Auto eingangs genannte Nobelmarken klar vorn liegen, ragt bei der Haftpflicht-Inanspruchnahme für Schäden bei anderen Verkehrsteilnehmern rings um den Nischel mit Abstand eine Auto-Marke heraus: Renault. In Dresden gehören sowohl als auch Fahrzeuge von Mercedes-Benz zu den auffälligsten, Leipzig macht derweil seinem Ruf als BMW-Stadt auch in dieser Kategorie alle Ehre: Ein Viertel aller Kasko-Schäden an der Pleiße geht laut der Daten auf das Konto von Besitzer mit weißblauem Emblem am Kühler.

Die Mär von den angeblich besser fahrenden Männern kann der Versicherer nicht bestätigen: „In der Schadenshäufigkeit unterscheiden sich die Geschlechter nur geringfügig“, heißt es. Überraschend ist dagegen: Nicht etwa im rutschigen Herbst und Winter, sondern in den Sommermonaten häufen sich Schadensmeldungen. „Wir gehen davon aus, dass die meisten Fahrer in den kalten und dunklen Monaten eher vorsichtig unterwegs sind“, erklärt Generali-Geschäftsführer Roland Stoffels. Im Wochenrhythmus sind übrigens Donnerstag und Freitag tendenziell am gefährlichsten. In der Studie wird vermutet, dass die Autofahrer an diesen Tagen schnell nach Hause wollen und deshalb unvorsichtiger fahren als üblich.

Von Matthias Puppe

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