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Mitteldeutschland Sachsen hält Autobahn-Brücken für sicher
Region Mitteldeutschland Sachsen hält Autobahn-Brücken für sicher
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22:47 15.08.2018
Viel LKW-Verkehr und seit 1970 schon in Betrieb: Die Autobahnbrücke der A 14 bei Grimma über die Mulde. Sie gilt trotz ihres Alters aber als sicher. Quelle: Foto: Andreas Döring
Leipzig

Nach dem Brückeneinsturz von Genua mit 40 Toten werden noch viele Menschen vermisst – und die Schuldzuweisungen gehen weiter. Mitglieder der italienischen Regierung machten am Mittwoch den privaten Betreiber der Autobahn für das Unglück verantwortlich. Die Vize-Regierungschefs Luigi Di Maio und Matteo Salvini zeigten mit dem Finger in Richtung früherer Regierungen und der EU.

Während eines schweren Unwetters war am Dienstagmittag der 40 Meter hohe Polcevera-Viadukt, der auch Morandi-Brücke genannt wird, auf einem etwa 100 Meter langen Stück eingestürzt. Die Brücke ist als Teil der Autobahn 10 auch als Urlaubsverbindung „Autostrada dei Fiori“ bekannt und eine wichtige Verbindungsstraße nach Südfrankreich.

Die Katastrophe von Genua wirft die Frage auf, ob auch in Deutschland und speziell in Sachsen Brücken einsturzgefährdet sind. Immerhin gilt etwa jede achte Brücke auf deutschen Autobahnen und Bundesstraßen als so marode, dass die Verkehrs- oder Standsicherheit beeinträchtigt ist. In Deutschland sei der Zustand von 87 Prozent der Brücken als „gut“ bis „ausreichend“ eingestuft, bei 11 Prozent als „nicht ausreichend“ und bei 2 Prozent als „ungenügend“, erläuterte das Bundesverkehrsministerium. Bei „ungenügend“ könnten auch Stäbe eines Geländers fehlen.

Allerdings stehen Sachsen und Thüringen bei den Fernstraßen deutlich besser da als viele Bundesländer im Westen. „Die sächsischen Brücken sind sicher. Unsere bisherigen Investitionen in die Erhaltung der Infrastruktur sind gut angelegt, denn es geht um die Sicherheit derjenigen, die sie nutzen“, sagt Martin Dulig (SPD), Sachsens Verkehrsminister.

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Auch in Sachsen sind viele Brücken marode

Nur etwa ein Prozent der sächsischen Autobahnbrücken seien sanierungsbedürftig, unterstreicht Isabel Siebert, Sprecherin des Landesamts für Straßenbau und Verkehr (LASuV). Das liege daran, dass beinahe alle der rund 650 Autobahnbrücken im Freistaat nach der Wende gebaut wurden und damit noch relativ jung sind. Lediglich die Muldebrücke der Autobahn 14 bei Grimma besteht bereits seit 1970. Einsturzgefährdet sei sie nicht, ein Ersatzneubau werde derzeit aber geplant, konkrete Maßnahmen werde es jedoch in den kommenden drei Jahren nicht geben, so die Behördensprecherin.

Ein Unglück wie das in Genua gilt in Sachsen als sehr unwahrscheinlich. „Dieses dramatische Unglück führt vor Augen, wie wichtig es ist, die gesamte Infrastruktur regelmäßigen engmaschigen Kontrollen zu unterziehen“, so Dulig. Alle sechs Jahre wird jede einzelne Brücke im Freistaat geprüft. „Der Ingenieur betrachtet jede Schraube, klopft das Material ab, fasst alles an“, sagt Siebert. Drei Jahre nach der Hauptprüfung findet eine kleinere Untersuchung statt. Mehrmals im Jahr werden die Brücken außerdem von Autobahn- und Straßenmeistereien untersucht.

Anders als bei den Fernstraßen zeigt sich jedoch, dass zahlreiche Brücken in der Zuständigkeit von Städten, Gemeinden und Kreisen marode sind. „Bei rund 15 Prozent aller kommunalen Brücken lohnt sich eine Sanierung gar nicht mehr, sodass diese Brücken komplett neu gebaut werden müssten“, sagt Stephan Kühn, verkehrspolitischer Sprecher der Grünen-Bundestagsfraktion. Der Zustand der knapp 6000 Brücken im Freistaat, die von Städten, Kreisen und Gemeinden betreut werden, sei teilweise erschreckend schlecht, so Kühn.

Von Theresa Held

Mitteldeutschland Bestandsaufnahme nach Unglück in Genua - Auch in Sachsen sind viele Brücken marode

Ein Unglück wie das in Genua gilt in Sachsen als unwahrscheinlich. Die Autobahnbrücken und Bundesstraßen-Überwege im Osten sind sicherer als die im Westen. Denn nach der Wende wurden viele Konstruktionen neu gebaut. Dennoch gibt es zahlreiche marode Brücken – vor allem in der Zuständigkeit von Kreisen, Städten und Gemeinden.

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