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Mitteldeutschland Sachsen investiert: 820 Millionen für neue Schulen und neue Kitas
Region Mitteldeutschland Sachsen investiert: 820 Millionen für neue Schulen und neue Kitas
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22:00 09.12.2018
Zuzug vor allem in den Großstädten: Die Schulen bieten nicht mehr genug Platz.
Zuzug vor allem in den Großstädten: Die Schulen bieten nicht mehr genug Platz. Quelle: dpa
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Leipzig/Dresden

Sachsen geht gegen den Platzmangel in Schulen und Kindertagesstätten vor. Zum einen wird ein neues Landesprogramm speziell für die drei Großstädte Leipzig, Dresden und Chemnitz mit 310,5 Millionen Euro aufgelegt. Zum anderen werden die Gelder für wachsende Kommunen im ländlichen Raum auf 179 Millionen Euro deutlich erhöht.

Damit können - die jeweiligen kommunalen Eigenanteile eingerechnet - in den nächsten fünf Jahren insgesamt 820 Millionen Euro verbaut werden. Insgesamt sollen mehr als hundert Schulen, Sporthallen und Kitas in Sachsen neu gebaut oder erweitert werden.

Kretschmer: „Teilweise unhaltbare Zustände“

Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) begründet die Rekordinvestitionen mit „teilweise unhaltbaren Zuständen“ etwa bei der Vergabe von Kita-Plätzen. SPD-Fraktionschef Dirk Panter erklärt: „Wir wollen, dass Kinder, egal wo sie in Sachsen leben, die gleichen Bildungschancen haben.

Mit diesem Bauprogramm werden die notwendigen Voraussetzungen geschaffen.“ Die Landesgelder sollen „im gesamten Land“ einen Schub bringen und die Versorgungslücken schließen.

Hintergrund sind die steigenden Geburtenzahlen und der Zuzug insbesondere junger Familien. Allein Leipzig legte binnen zehn Jahren um 10.000 Kinder zu, auf aktuell 36.200.

Leipzig erhält Großteil der Mittel 

Damit ist die Stadt in Sachsen absoluter Spitzenreiter – und wird mit 171 Millionen Euro den größten Brocken aus dem neuen Landesprogramm erhalten (55 Prozent). Hinzu kommen 114 Millionen Euro aus der eigenen Kasse.

„Leipzig wächst rasant. Der Freistaat Sachsen – insbesondere Ministerpräsident Kretschmer und SPD-Fraktionschef Panter – haben das Potenzial der großen Städte erkannt und unterstützen unser Wachstum“, lobt OBM Burkhard Jung (SPD). Durch die zusätzlichen Fördergelder könnten die bisher geplanten Auszahlungen von 315 Millionen Euro noch einmal erheblich aufgestockt werden.

In Anbetracht des gewaltigen Bedarfs sei das auch dringend notwendig, heißt es aus dem Rathaus. Leipzig plant eine ganze Reihe von Maßnahmen - von Sanierungen über Erweiterungen bis zu Neubauten. Darunter sind neue Gymnasien und Oberschulen im Osten und Südosten sowie Grundschulen im Stadtgebiet.

Auch Kleinstädte wie Borna profitieren

Ähnlich ist die Entwicklung in Dresden (plus 6000 auf 34.700 Kinder). Die Landeshauptstadt erhält deshalb 102,5 Millionen Euro für neue Schulen und Kitas, darüber hinaus beträgt der Eigenanteil weitere 70 Millionen Euro.

Daneben profitieren auch die 20 am meisten wachsenden Städte – etwa Pirna, Radeberg, Plauen, Freiberg, Borna oder Markkleeberg - von dem Investitionsprogramm. „Mehr als ein Drittel der Gelder geht außerhalb der Großstädte, in ländliche Regionen - gemessen am Kinderzuwachs ist das überproportional viel“, erklärt Panter.

Tobias Meier (FDP), Bürgermeister im nordsächsischen Taucha, sagt: „Wir wachsen sehr stark, vor allem dank junger Familien mit Kindern. Wenn wir die Kapazitäten nicht erhöhen, können wir die Kinder nicht mehr beschulen.“

Deshalb plant Taucha eine dritte Grundschule sowie mindestens eine neue Kita. „Mit den Landesmitteln können wir die Kapazitäten entscheidend erhöhen“, so Meier.

Von Andreas Debski