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Mitteldeutschland Sachsen starten in die Sommerferien – mit dem Auto drohen Staus in alle Richtungen
Region Mitteldeutschland Sachsen starten in die Sommerferien – mit dem Auto drohen Staus in alle Richtungen
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17:13 04.07.2019
Stau auf der Bundesautobahn A9 – so oder ähnlich könnte es am Wochenende in allen Richtungen laufen. Quelle: Daniel Karmann/dpa
Leipzig/Erfurt

Es wird verdammt eng auf den Autobahnen. Am Wochenende starten neben den drei mitteldeutschen Bundesländern Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen noch Niedersachsen und Bremen in die Sommerferien. Gleichzeitig rollt die zweite Reisewelle aus sieben weiteren Bundesländern, die bereits Ferien haben.

Auch Franzosen, Niederländer und Österreicher packen die Koffer. Der Auto Club Europa (ACE) rechnet mit „Staus auf allen Autobahnen. Zahlreiche Baustellen verschärfen die Situation zusätzlich“, sagt Clubsprecherin Romy Mothes.

Autobahnen 4 und 9 besonders verstopft

In Sachsen dürfte es vor allem auf der A4 stocken, besonders an den Baustellen zwischen der thüringischen Landesgrenze und Glauchau-West, zwischen Wilsdruff und Dresden-Altstadt sowie zwischen Uhyst und Salzenforst. Auf der A14 sieht der ADAC Sachsen das größte Staupotenzial zwischen Schkeuditz und Leipzig-Mitte.

Die wichtige Nord-Süd-Verkehrsader A9 birgt Staugefahr zwischen Bad Dürrenberg und Leipzig-West/Merseburg, ebenso am Kreuz Rippachtal. Richtung Ostsee könnte es ebenso zwischen Dessau-Süd und Vockerode zähflüssig zugehen.

In Thüringen gelten ebenfalls die Autobahn 4 sowie die A 9 als besonders stauanfällig. „Vor allem rund um das Erfurter und das Hermsdorfer Kreuz müssen wegen einiger Baustellen Verzögerungen eingeplant werden“, sagt Cornelius Blanke vom ADAC Hessen-Thüringen. Aber auch die A 71 durch den Thüringer Wald Richtung Franken könnte stellenweise an ihre Belastungsgrenzen stoßen.

Tipp: Sehr früh oder spät am Abend starten

Bereits ab Freitagmittag füllen sich die Autobahnen, erst gegen 20 Uhr dürfte der Verkehr spürbar nachlassen. Am Samstagvormittag wird es auf den Autobahnen in südlicher Richtung ab den Vormittagsstunden voll, bis zum Abend ist mit vollen Autobahnen und Staus zu rechnen. Leichte Entspannung in Richtung Süden sagen Verkehrsexperten des ACE erst für Sonntag voraus. „Allerdings sorgen bereits rückreisende Skandinavier sowie Urlauber aus Nord- und Ostdeutschland am Samstag und Sonntag für Verzögerungen auf den Routen in nördlicher Richtung“, so Mothes.

Stau auf der A 9 Richtung Nürnberg – Autofahrer sollten immer eine Rettungsgasse bilden. Quelle: Sina Schuldt/dpa

Um Stau zu umgehen, sollte auf die frühen Morgen- oder die späten Abend- und Nachtstunden ausgewichen werden, rät der ACE. Das erweiterte Fahrverbot für Lkw an den Wochenenden entlastet den Reiseverkehr in der Zeit vom 1. Juli bis 31. August 2019. Die Beschränkung tritt zusätzlich zu den bestehenden Fahrverboten an Sonn- und Feiertagen an allen Samstagen im Juli und August von 7 bis 20 Uhr auf vielen stark belasteten Autobahnabschnitten und einigen Bundesstraßen in Kraft.

Viele Nebenstrecken in den Alpen dicht

Die Aussichten für eine freie Fahrt durchs benachbarte Ausland sind ebenfalls düster. Ganz Europa ist auf Achse. Zu den Problemstrecken zählen Tauern-, Fernpass-, Brenner-, Karawanken- und Gotthard-Route sowie die Fernstraßen zu den italienischen, kroatischen und französischen Küsten.

Der ADAC sagt vor allem auf den Strecken in den Süden und auf den Routen zur Nord- und Ostseeküste verstopfte Autobahnen voraus. Auch auf den Rückreisestrecken werde der Verkehr nicht störungsfrei fließen, die ersten Urlauber seien bereits auf dem Nachhauseweg. „Etwas Erleichterung verspricht das zusätzliche Lkw-Ferienfahrverbot, das bis Ende August samstags von 7 bis 20 Uhr gilt“, versucht Birgit Schikora Trost zu spenden.

Wer über Österreich in den Süden will, kann zudem Staus auf der Autobahn in Teilen Tirols nicht mehr umfahren. In Kufstein und im Bezirk Reutte werden bei zu dichtem Verkehr samstags und sonntags Nebenstrecken für den Durchgangsverkehr gesperrt. Mit dieser Maßnahme will Tirol die Anrainergemeinden entlasten. Dasselbe gilt für den Großraum Innsbruck entlang der Inntal- und Brennerautobahn. Verstöße werden mit 25 Euro geahndet.

An den kommenden vier Montagen ist zudem damit zu rechnen, dass sich der Verkehr von der österreichischen Inntalautobahn bis weit nach Bayern zurückstaut. Denn an diesen Tagen lässt Tirol nur noch bis zu 300 Lkw pro Stunde aus Bayern Richtung Innsbruck durch, um die eigene Autobahn zu entlasten. Dadurch steht für den übrigen Verkehr nur noch eine Fahrbahn zur Verfügung.

Vignettenkauf nur noch in Tschechien

Der ADAC rät Sachsen, die in Kroatien, Slowenien oder Serbien Urlaub machen wollen, Alternativrouten zu prüfen. „Für Reisende aus dem Raum Dresden und Ostsachsen könnte sich die Strecke über Prag, Linz und Graz und weiter nach Kroatien durchaus lohnen“, sagt ADAC-Sprecher Johannes Boos. Dadurch werde das Nadelöhr A 8 umfahren. Allerdings sei diese Route in Tschechien noch nicht komplett als Autobahn ausgebaut - wenngleich die Straßen in einem gutem Zustand seien.

Wer über die A 17 nach Tschechien will, muss sich nicht nur auf Verzögerungen bei Dresden einstellen. Vignetten für die Maut auf tschechischen Autobahnen werden seit dieser Woche nicht mehr am grenznahen Parkplatz am Heidenholz verkauft. „Die Vereinbarung mit der tschechischen Straßenbauverwaltung ist jetzt ausgelaufen“, erklärte Isabel Siebert vom sächsischen Landesamt für Straßenbau und Verkehr. Vignetten werden seit Anfang Juli nur noch auf tschechischer Seite verkauft.

Urlauber sollten ihre Reise gut planen, um mögliche Alternativrouten im Kopf zu haben. „Obwohl die meisten Fahrer auf ein Navigationsgerät vertrauen, hat sich das Mitführen einer Straßenkarte bewährt, so der Clubsprecher. Reisende sollten ausgeruht in den Urlaub starten, genügend Pausen einplanen und für ausreichend Essen und Trinken für alle Mitfahrer sorgen. Von fettigen Speisen und stark gezuckerten Getränke wird dagegen abgeraten, da sie Kreislauf und Konzentration unnötig belasten könnten.

Von Winfried Mahr

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