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Mitteldeutschland Sachsens Autobauer fürchten die Folgen eines ungeordneten Brexits
Region Mitteldeutschland Sachsens Autobauer fürchten die Folgen eines ungeordneten Brexits
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19:48 13.12.2018
Montage des Hybridsportwagens i8 im Leipziger BMW-Werk: Der Benzinmotor für das Auto wird ausschließlich im britischen Hams Hall hergestellt. Quelle: dpa
Leipzig

Das Regierungsdrama in London lässt bei Sachsens Autobauern die Angst vor einem ungeordneten Brexit anschwellen. „Wir beobachten das mit Sorge“, sagte der Geschäftsführer des Automotive Clusters Ostdeutschland, Jens Katzek, am Donnerstag der LVZ. „Großbritannien ist ein wichtiger Absatzmarkt für die hiesigen Automobilhersteller, aber auch für die Zulieferer. Einen ungeregelten Brexit würde die hiesige Industrie deutlich zu spüren bekommen.“

Großbritannien ist der drittwichtigste Auslandsmarkt für Autos aus Sachsen. Von den Exporten in Höhe von 2,7 Milliarden Euro, die Sachsen 2017 ins Vereinigte Königreich ausführte, entfielen 71 Prozent auf den Kraftfahrzeugbau: 1,9 Milliarden Euro. Jeder elfte Euro, den Sachsens Autobauer im Ausland erwirtschaften, kommt aus Großbritannien.

BMW trifft es doppelt

Besonders hart könnte es dabei BMW treffen – nicht nur, weil Großbritannien für das Leipziger Werk der zweitwichtigste Markt nach Deutschland ist. Jeder siebente in Leipzig gebaute BMW ging 2017 über den Ärmelkanal – 35.729 von 246.043 Wagen. Bei Porsche ist der Anteil deutlich niedriger: Von den beiden Leipziger Modellen Macan und Panamera gingen 2017 nur knapp sechs Prozent dorthin.

Was bei BMW erschwerend hinzukommt: Das Leipziger Werk bezieht seine Motoren zum Gutteil aus dem britischen Werk Hams Hall. Das liefert neben dem Stammwerk in München die Drei- und Vierzylinder-Benziner, die in Leipzig in 1er und 2er verbaut werden. Der Benziner für den Hybridsportwagen i8 kommt sogar ausschließlich von der Insel.

Hersteller sorgt vor

Bei BMW bereitet man sich daher bereits auf den Brexit vor – und fährt offenbar auch die Lagerbestände hoch. Denn aus Sorge vor einem drohenden Brexit-Chaos hat BMW beschlossen, seine britischen Standorte direkt nach dem Austrittstermin Ende März erst einmal in die vorgezogenen Werksferien zu schicken – auch das Motorenwerk Hams Hall.

„Ziel ist es, so gut wie möglich sicherzustellen, dass diejenigen Standorte, die mit Teilen und Komponenten aus Großbritannien versorgt werden, auch nach dem Brexit ohne unvorhergesehene Unterbrechungen weiter produzieren können“, sagte eine Sprecherin. Derzeit gehe man davon aus, dass dies auch gelingen werde.

Bei VW und Porsche läuft die Zulieferung in umgekehrter Richtung: Die britische VW-Tochter Bentley lässt in Zwickau und Leipzig die Karosserien für ihre Nobelkarossen Continental und Bentayga zusammenschweißen. Per Schiff gehen sie dann zur Endmontage nach Crewe in Großbritannien. Bei einem ungeordneten Brexit könnte es nicht nur zu Verzögerungen an der Grenze kommen – auf die Blechkarossen wären plötzlich Zölle fällig.

Opel baut in Eisenach auch Vauxhall

Autoexperte Ferdinand Dudenhöffer von der Uni Duisburg-Essen macht sich für Sachsen trotzdem keine allzu großen Sorgen. „Für die sächsischen Produktionen ist der Brexit sicher nicht schön, aber kein Grund für schlaflose Nächte.“ Härter dürfte es Opel in Eisenach treffen.

Denn dort werden auch die Kleinwagen für die britische Schwestermarke Vauxhall gebaut – und 2017 trug jeder vierte Corsa und jeder siebente Adam den Vauxhall-Greif am Kühlergrill. Dudenhöffer: „Da macht es sich stärker bemerkbar, wenn England in die Knie geht.“

Von Frank Johannsen

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