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Mitteldeutschland Sachsens Innenminister Ulbig will härteres Vorgehen gegen Fußball-Randalierer
Region Mitteldeutschland Sachsens Innenminister Ulbig will härteres Vorgehen gegen Fußball-Randalierer
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18:00 10.06.2011
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Leipzig

Im Vorfeld des geplanten neuerlichen Fußballgipfels sagte er: "Künftig müssen Stadionverbote noch konsequenter als bisher ausgesprochen und umgesetzt werden. Dazu würden für mich auch Fotos der Betreffenden am Stadioneingang gehören."

Das sei allerdings nicht mit dem Datenschutz vereinbar. Die Vereine hätten die Pflicht, dafür zu sorgen, dass nur die Leute ins Stadion kommen, die sich den Regeln entsprechend verhalten. Mit Blick auf das Relegationsspiel von Dynamo Dresden in Osnabrück sagte Ulbig: "Wenn es nur ein begrenztes Kartenkontingent für das Relegationsspiel in Osnabrück gibt, muss es doch gelingen, Fans zu finden, die nicht randalieren." Schließlich seien diejenigen, die im Stadion auffallen, bekannt. Ulbig: "Wer sich nicht an die Regeln hält, darf dann auch nicht mehr ins Stadion. Das hat die größte disziplinierende Wirkung."

Ulbig kritisierte: "Es kann doch nicht sein, dass sich besonders gewalttätige sogenannte C-Fans noch damit brüsten und das auf T-Shirts oder Autoaufklebern mitteilen. Genau so gut könnte dort stehen: Schläger und Gewalttäter. Das dürfen wir nicht hinnehmen." Auf die Frage, ob er bei künftigen sogenannten Risikospielen in Dresden, polizeiliche Hilfe aus anderen Bundesländern anfordern wolle, erklärte der Innenminister: "Ich hoffe nicht, dass das solche Dimensionen annimmt. Wenn wir ständig Polizei aus anderen Ländern bräuchten, dann dürften solche Spiele gar nicht erst stattfinden." Er sei allerdings auch davon überzeugt, dass sich die Verantwortlichen bei Dynamo Dresden im klaren darüber sind, vor welchen Herausforderungen sie jetzt stünden.

Ulbig verwies darauf, dass der Freistaat jährlich insgesamt 300 000 Euro in die großen sächsischen Fanprojekte gibt. Deshalb verstehe sein Ministerium auch nicht, dass beim Leipziger Fanprojekt ein neuer Träger gesucht werden soll. Ulbig kündigte an: "Wenn es zu einem Wechsel käme, würden wir überlegen, ob wir die Fördergelder wie bisher weiterzahlen."  

André Böhmer, Anita Kecke, Roland Herold