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Mitteldeutschland Sachsens Ministerpräsident engagiert sich bei Gegenprotest zu Pegida-Jubiläum
Region Mitteldeutschland Sachsens Ministerpräsident engagiert sich bei Gegenprotest zu Pegida-Jubiläum
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18:48 17.10.2018
Eva-Maria Stange und Michael Kretschmer beim "Ostritzer Friedensfest", einer Gegenveranstaltung zum Neonazi-Festival "Schild und Schwert". (Archivfoto) Quelle: dpa
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Leipzig/Dresden

Am kommenden Sonntag will die fremden- und islamfeindliche Initiative Pegida in Dresden ihren vierten Jahrestag feiern. „Die aufrechten Patrioten versammeln sich ab 14 Uhr am Neumarkt“, heißt es in der Ankündigung. Allein bleiben werden die Rechtspopulisten an diesem Nachmittag allerdings nicht. Rings um den Aufmarsch formiert sich breiter Gegenprotest – samt namhafter sächsischer Politiker.

So will sich neben Initiator Gerhard Ehninger, Professor an der TU Dresden, auch Oberbürgermeister Dirk Hilbert (FDP), Wissenschaftsministerin Eva-Maria Stange, Wirtschaftsminister Martin Dulig (beide SPD) und nicht zuletzt Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) an den Veranstaltungen des Bündnisses „Herz statt Hetze“ beteiligen.

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Über den Nachmittag und Abend verteilt gibt es mehrere Kundgebungen und Gegendemonstrationen. Wie ein Sprecher der Staatskanzlei am Mittwoch gegenüber LVZ.de erklärte, werde der Ministerpräsident am Demonstrationszug von „Dresden.Respekt“ ab 13.30 Uhr vom Hauptbahnhof aus teilnehmen und während einer Zwischenkundgebung auf dem Rathausplatz zu den Teilnehmern sprechen.

Unterstützt werden die vielfältigen Aktionen gegen das Pegida-Jubiläum in der Landeshauptstadt auch von verschiedenen regionalen Verbänden und Initiativen. „Mitmenschlichkeit und Nächstenliebe sind für uns Christinnen und Christen in der Diakonie Sachsen nicht verhandelbar“, begründete Diakonie-Chef Dietrich Bauer das Engagement. Die sächsischen Grünen-Vorstände Christin Melcher und Norman Volger erklärten am Mittwoch: „Unsere Kultur ist bunt, unsere Lebensweisen vielfältig, unsere Herkunft international – verteidigen wir unsere demokratischen, vielfältigen und weltoffenen Werte am Sonntag in Dresden.“

Die erste Kundgebung von Pegida fand am 20. Oktober 2014 vor 350 Zuhörern in Dresden statt. In der Folge steigerte sich die Teilnehmerzahl auf zum Teil mehrere Zehntausend. Seit etwa zwei Jahren nehmen aber immer weniger Menschen an den rechtspopulistischen Aufzügen teil. Auf der Bühne wurden mehrfach volksverhetzende Reden gehalten. Zudem kam es am Rand und innerhalb des Teilnehmerfeldes auch mehrfach zu Straftaten. Wie das Justizministerium zuletzt veröffentlichte, gab es seit 2014 insgesamt 193 Ermittlungsverfahren gegen Teilnehmer von Pegida-Veranstaltungen.

Von Matthias Puppe