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Mitteldeutschland Schreckens-Bilanz: Seit 1998 sind im Freistaat 124 Kinder gewaltsam ums Leben gekommen
Region Mitteldeutschland Schreckens-Bilanz: Seit 1998 sind im Freistaat 124 Kinder gewaltsam ums Leben gekommen
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16:05 14.07.2012
Seit 1998 sind im Freistaat 124 Kinder im Alter von bis zu 14 Jahren gewaltsam ums Leben gekommen. (Symbolbild) Quelle: dpa
Dresden

Seit 2007 lag die Zahl der durch Gewalt gestorbenen Kinder demnach im zweistelligen Bereich. Den Höchststand erreichte die Schreckens-Bilanz in den Jahren 2008 und 2010 mit jeweils 13 Opfern.

Im vergangenen Jahr kamen 12 Schutzbefohlene gewaltsam ums Leben - durchschnittlich ein Kind pro Monat. Ähnlich hohe Zahlen wie heute hatte es zuletzt Ende der 1990er Jahre gegeben. Der niedrigste Stand seit Einführung der Statistik wurde im Jahr 2003 mit einem Todesfall verzeichnet.

Todesopfer durch Verwahrlosung werden in der Statistik nicht erfasst. Zuletzt hatte in diesem Bereich der Tod einer drogenabhängigen Mutter und ihres zweijährigen Sohnes in Leipzig bundesweit für Aufsehen gesorgt. Nachdem die drogenabhängige Frau in ihrer Wohnung vermutlich an einer Überdosis gestorben war, verdurstete der Junge. Die Leichen wurden erst rund zwei Wochen später entdeckt.

Über die erschreckende Statistik berichtete am Samstag auch die „Sächsische Zeitung“. Der frühere sächsische Justizminister und heutige Landeschef des Opferhilfevereins Weißer Ring, Geert Mackenroth, forderte in dem Blatt mehr Zivilcourage. Nur so lasse sich die Gewalt gegen die „kleinsten und unschuldigsten Opfer“ häufiger verhindern, sagte er.

dpa

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