Menü
Leipziger Volkszeitung | Ihre Zeitung aus Leipzig
Anmelden
Mitteldeutschland Soko LinX: Weitere Belohnungen nach Angriffen auf Sachsens Baubranche
Region Mitteldeutschland Soko LinX: Weitere Belohnungen nach Angriffen auf Sachsens Baubranche
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
12:07 14.11.2019
Archivfoto Quelle: dpa
Bautzen/Rodewisch

Bei den Ermittlungen in Folge der Attacken auf Immobilienbranche und Baufirmen in Sachsen setzen die Ermittler der neuen Soko LinX verstärkt auch auf hohe Belohnungen für Hinweise aus der Bevölkerung. Nachdem in der vergangenen Woche bereitsinsgesamt 100.000 Euro für die jüngsten Anschläge in Leipzig ausgelobt worden waren, gibt es nun auch für die Angriffe in Rodwisch (Vogtland) und Bautzen fünfstellige Summen als Anreiz für Informationen.

Wie das Landeskriminalamt (LKA) am Donnerstag mitteilte, wurden von den zuständigen Staatsanwaltschaften in Zwickau und Görlitz jeweils 30.000 Euro ausgelobt, sollten Hinweise eingehen, die zur Ergreifung der bisher unbekannten Täter führen. Die Beamten des ermittelnden Polizeilichen Terrorismus- und Extremismus-Abwehrzentrums (PTAZ) erhoffen sich dabei nicht nur Infos zu den Angreifern selbst, sondern auch zu deren persönlichem Umfeld und zu mutmaßlich verdächtigen Fahrzeugen oder Personen, die zum Tatzeitpunkt in Nähe der Brände gesehen wurden. Explizit wird im Aufruf auch erwähnt, dass auch Anregungen aus den Sozialen Medien von Bedeutung sein können.

Parallele Angriffe in Bautzen und Rodewisch

Die Attacken in Bautzen und im 200 Kilometer entfernten Rodewisch fanden in der Nacht zum 5. November nahezu parallel statt. Die Behörden prüfen deshalb auch einen möglichen Zusammenhang. Im Ort im Vogtland verschafften sich die Täter in dieser Nacht zum Gelände einer Baufirma Zutritt, die bereits in der Vergangenheit wegen ihrer Tätigkeit beim Bau der neuen Justizvollzugsanstalt (JVA) in Zwickau attackiert worden war. Am 5. November verteilten die Täter auf dem Gelände mehrere Brandsätze an verschiedenen abgestellten Fahrzeugen.

Nicht alle Brandsätze detonierten letztlich, aber ein Bagger, zwei Lkw-Kipper und ein Kleintransporter gingen in Flammen auf, hieß es. Insgesamt soll ein Schaden in Höhe von 400.000 Euro entstanden sein. In Bautzen brannte es in der selben Nacht ebenfalls auf dem Betriebsgelände einer Baufirma und auch dort gleich an mehreren Stellen. Hier wurde letztlich ein Bagger zerstört, teilte die Polizei mit.

Fahndungsplakat des Landeskriminalamtes. Quelle: LKA Sachsen

Behörden vermuten linksradikalem Hintergrund

Wie schon bei der vorangegangenen Attacke auf einer Baustelle der CG-Gruppe in Leipzig, wo zwei Kräne zerstört wurden, und beim tätlichen Angriff auf eine Mitarbeiterin einer Immobilienfirma in der Messestadt gehen die Ermittler in Bautzen und Rodewisch von einem linksradikalen Hintergrund aus.

Innenminister Roland Wöller (CDU) kündigte in der Folge die Gründung einer Sonderkomission (Soko) „LinX“ an – inkluisve erheblicher Personalaufstockungen bei den Sicherheitsbehörden in Leipzig. „Das ist ein Terror, der gegen die Bevölkerung und gegen Sachen gerichtet ist, den wir nicht hinnehmen können“, so Wöller am vergangenen Freitag nach einem Treffen mit Leipzigs Oberbürgermeister Burkhard Jung (SPD) in Dresden. Die Anschläge zeugten von einer neuen Qualität der Gewalt, „Gewalt gegen Menschen und massive Gewalt gegen Sachen. Der gesamte Rechtsstaat ist gefordert, hier geht es nicht um ein lokales Ereignis. Deswegen brauchen wir auch die Mithilfe der Bevölkerung“, so Wöller weiter.

Von Matthias Puppe

Ausverkauf durch Großunternehmer oder blanke Polemik? Die Geithainer Landwirtschaftsgesellschaft hat mit der Boscor Land- und Forstwirtschafts GmbH einen neuen Gesellschafter. Hinter dem Unternehmen steckt Aldi.

14.11.2019

Seit Jahren kämpft die Porzellan-Manufaktur Meissen mit Verlusten - nun sollen ein Drittel der Stellen in dem Traditionsunternehmen wegfallen.

14.11.2019

Restaurierte Sensationsfunde aus einem 2014 im Tagebau Schleenhain entdeckten Steinzeitbrunnen wurden jetzt in Großstolpen präsentiert. Zwei der 7000 Jahre alten Keramikgefäße stechen aufgrund spezieller Verzierung hervor.

13.11.2019